Shalev, Erpenbeck und Link: So toll waren die BRIGITTE-LIVE-Events der Buchmesse 2015!

Tolle Frauen, tolle Gespräche: Auf der Frankfurter Buchmesse erzählten Zeruya Shalev, Jenny Erpenbeck und Charlotte Link über ihre Bücher, ihr Leben und was sie zur Zeit ganz besonders beschäftigt.

Ein echtes Erlebnis für Fans guter Literatur: Zeruya Shalev, Jenny Erpenbeck und Charlotte Link trafen sich auf der Frankfurter Buchmesse zu einem lockeren Gespräch mit BRIGITTE-Chefredakteurin Brigitte Huber - und gaben überraschend offene Einblicke in ihr Leben und ihre Arbeit.

Zurya Shalev: "Ich fühle mich als Jüdin in Deutschland sicherer als in der Heimat"

Sehr offen sprach die israelische Autorin ("Liebesleben", "Schmerz") über den Terroranschlag, bei dem sie 2004 schwer verletzt wurde. "Am Anfang konnte ich fast überhaupt nicht mehr laufen, und ich hatte große Angst nie mehr schreiben zu können.", so über ihren langen Heilungsprozess. "Tatsächlich hat mir dieser Gedanke mehr Sorgen bereitet als die Angst nie mehr gehen zu können. Als ich nach einem halben Jahr direkt einen alten Satz beendete, war das eine Befreiung."

Auch heute noch hat sie große Sorge um ihr Land und ist engagiert in der Friedensbewegung - auch, wenn sie aktuell weniger Hoffnung denn je hat, dass der lange Konflikt endlich ein Ende finden könnte: "Es ist schon gefährlich geworden, einkaufen zu gehen oder das Kind zur Schule zu bringen. Wenn ich irgendwo einen jungen Mann rennen sehe, dann denke ich, das ist ein Terrorist, der gleich auf mich, mein Kind oder jemanden aus meiner Familie losgeht.".

Jenny Erpenbeck: "Die Kriminalisierung von Flüchtlingen auf Arbeitssuche ist furchtbar."

Krieg und Terror waren auch Thema beim Gespräch mit Jenny Erpenbeck über ihr neues Buch "Gehen, ging, gegangen" - allerdings mit Blick auf die Folgen für die Vertriebenen und Flüchtlinge, die in ein neues Leben aufbauen möchten. "Ich war auf dem Oranienplatz, bin den Männern nach der Räumung von Notquartier zu Notquartier gefolgt, und hatte so die Möglichkeit, in vielen Gesprächen alles über ihre Flucht zu erfahren, Bindungen zu den Männern aufzubauen und an ihrem Alltag teilzunehmen.", so Erpenbeck über die Recherche zu ihrem neuen Buch. Die intensiven Gespräche und harten Schicksal haben auch ihren Blicke verändert: "Ich habe einen anderen Umgang mit schwierigen Situationen, nachdem ich gesehen habe, womit andere Menschen zu kämpfen haben. Wenn ich nach den Gesprächen mit dem Auto nach Hause fuhr, das Radio anstellte und plötzlich wieder in der heilen Welt der klassischen Musik war, war das manchmal ein richtiger Kulturschock."

Charlotte Link: "Ich lebe wie eine ganz normale Arbeitnehmerin."

Charlotte Link offenbarte, dass sich der Alltag eine Bestseller-Autorin überraschend ... alltäglich ist. Auch mit über 26 Millionen verkauften Büchern steht Link morgens früh auf, schickt die Kinder zur Schule und arbeitet dann den Tag über. Wichtig ist nur, dass sie ihr Haus für sich allein hat: "Wenn meine Familie da ist, kann ich nicht schreiben. Ich spreche nämlich meine Dialoge laut mit und laufe manchmal murmelnd durchs Haus - das wäre mir dann irgendwie peinlich, wenn andere dabei sind."

Überhaupt ist Link trotz ihres Erfolges angenehm bodenständig geblieben, und hat immer noch Selbstzweifel: "Ich bin bei jedem neuen Buch unsicher, ob es meinen Lesern gefällt. Niemand sollte denken, er hätte Anspruch auf Erfolg, das ist gefährlich."

heh

Kommentare (1)

Kommentare (1)

  • Anonymer User
    Anonymer User
    Danke für die Literaturbeiträge. Mit Charlotte Link tue ich mich ausgesprochen schwer. Eine unerträglich blasse Frau mit nichtssagenden Äußerungen. Am Meisten habe ich mich über die Vermarktungsmaschinerie fur das Betroffenheitsbuch über ihre Schwester geärgert. "Ich habe ja nichts gegen Ärzte, aber..." Es bedient allee Klischees. Da gibt es Besseres zu lesen.

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