"Aldi Talk": Aldi schließt Asylbewerber von Mobilfunkangebot aus

Asylbewerberin am Telefon

Asylbewerber können "Aldi Talk" nicht mehr nutzen. Bei der Verbraucherzentrale häufen sich entsprechende Beschwerden.

Prepaid-Karten sind vor allem für geflüchtete Menschen attraktiv

Kein Vertrag, keine finanziellen Verpflichtungen, und auch ohne Bankkonto und Schufa-Auskunft erhältlich: Prepaid-Karten fürs Handy oder Smartphone sind eine einfache Möglichkeit, sich wertvolle Telefonminuten beim Supermarkt oder beim Kiosk um die Ecke zu kaufen.

Daher sind Prepaid-Karten besonders bei Asylbewerbern beliebt, weil sie damit ohne laufende Kosten mit Familie und Freunden auf der ganzen Welt in Kontakt bleiben können.

Das „Anti-Terror-Paket“ trifft die Falschen

Doch seit dem 1. Juli 2017 gilt beim Kauf einer Prepaid-Karte eine Ausweispflicht. Im Rahmen einer neuen "Anti-Terror-Gesetzgebung" dürfen Mobilfunkprovider Prepaid-Karten nur noch dann aktivieren, wenn der Kunde beim Kauf der Karte einen Ausweis vorlegt und sich beim Aktivieren der Karte ein zweites Mal identifiziert. Damit soll Terroristen und anderen Kriminellen die anonyme Kommunikation erschwert werden.

Die neue Regelung trifft laut der Computer-Website „Chip“ aber hauptsächlich die Falschen: Hilfesuchende Menschen mit wenig Geld. Denn Asylbewerber mit Aufenthaltstitel können sich seit dem 1. Juli nicht mehr für den günstigen Mobilfunktarif "Aldi Talk" registrieren lassen.

Der Grund: Das von "Aldi Talk" eingesetzte Verfahren kann offenbar keine Aufenthaltstitel-Dokumente verarbeiten. "Damit ist die Aktivierung der SIM-Karte für viele Flüchtlinge nicht möglich, das gekaufte Prepaid-Paket nutzlos", zitiert "Chip" Marvin Momberg, Projektkoordinator "Verbraucherschutz für Flüchtlinge" bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Er rät dazu, SIM-Karten, die sich nicht aktivieren lassen, zurückzugeben.

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