Netz-Kampagne: Ich bin Prostituierte - und zwar freiwillig!

Nein, nicht alle Prostituierten sind drogensüchtig und werden zur Arbeit gezwungen. Mit der Aktion #FacesofProstitution wehren sich die Frauen gegen Vorurteile.

Es fing alles damit an, dass sich Tilly Lawless aus Australien tierisch über einen Artikel ärgerte.

In der australischen Frauenzeitschrift "Mamamia" erschien ein Blogpost zum 25-jährigen Jubiläum des Films "Pretty Woman". Der Artikel kritisierte, dass der Film mit Schauspielerin Julia Roberts das Leben von Prostituierten verharmlose. Die Realität sei trist und grausam, die meisten Sexarbeiterinnen Opfer von Zuhältern und abhängig von Drogen, so der Tenor des Textes.

Es gibt nicht nur die schlimme Seite der Sexarbeit

Tilly Lawless selbst hat sich ihr Geschichtsstudium mit Sexarbeit finanziert. Und zwar freiwillig. Darum ärgerte sich die 21-Jährige auch so über die "Verallgemeinerung der Sexarbeiter", die ihr immer wieder begegnet. Der Artikel stelle Prostitution als etwas grundsätzlich Schädliches dar, so Lawless gegenüber der BBC. Doch es gebe eben auch eine andere Seite der Sexarbeit.

Um diese andere Seite zu zeigen, postete Tilly ein Bild von sich auf Instagram mit dem Hashtag #faceofprostitution - eine lachende, selbstbewusste Frau, die zu ihrer Arbeit steht.

Ihr mutiger Post verbreitete sich schnell im Netz und begeistert viele andere Sexarbeiterinnen, die nun ebenfalls ihre Fotos auf oder Twitter posten und dabei erklären, warum sie gerne als Prostituierte arbeiten.

Dass ihre Aktion so viele Reaktionen hervorrufen würde, hat Tilly nicht erwartet. "Ich bin positiv überrascht", sagt sie gegenüber BBC, denn wenn sonst über Sexarbeiterinnen berichtet werde, würden sie so selten als individuelle Menschen dargestellt.

"Es wird so oft über unsere Körper gesprochen, aber wirklich mal unsere Gesichter in den sozialen Netzwerken zu zeigen - das ist wirklich ein starkes Zeichen."

Eine spannende Aktion, die zum Nachdenken anregt. Seht hier einige Posts von Sexarbeiterinnen, die sich unter #facesofprostitution zeigen und so klarmachen, dass sie nicht gerettet werden müssen.

"Ich bin nicht euer Rettungsprojekt"

"Kein Opfer von Menschenhandel"

"Sexarbeit finanziert mir meinen Doktortitel und ich kann oft ins Theater gehen"

"Ich habe auch einen Bachelor-Abschluss und einen regulären Job - weil ich es kann"

"Für die Entkriminalisierung der Sexarbeit"

"Ich mache den Job für meine Selbstbestimmung, fürs Geld und für Flexibilität. Ich bin kein Opfer."

"Der 'Club der toten Dichter' inspirierte mich dazu, eine (arme) Akademikerin zu werden. Ein guter Lohn inspirierte mich, eine Hure zu werden."

"Verbreitet Liebe, nicht Hass."

Kein Bild, aber ein Auruf für mehr Rechte:

miro

Kommentare (17)

Kommentare (17)

  • Anonymer User
    Anonymer User
    Es ist so einfach :

    Zwangsprostitution nein ( Zuhälter Lebenslang ins Gefängnis)

    und sonst was ein Frau mit ihren Körper macht geht mir als Man und den vielen besserwisser / innen hier aber so was von gar nichts an als sonst irgendwas ( habt Ihr nicht zu tun als über anderen bestimmen zu wollen).

    Mittelalter ist das ....und in Schweden ein feministische Diktatur.
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Ja genau, und deswegen gibt es auch keine Prostitution mehr in Schweden - selten so gelacht. Aber Hauptsache, man kann sich sein Wolkenkuckucksheim zurechtspinnen. Das hat es immer und überall gegeben und wird es immer geben. Und ich geb mir das ab und zu - Optikgranaten ohne Verpflichtungen für relativ kleines Geld, und ohne jeden Streß. Besser geht's nicht!!
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Es gibt demokratische Länder, in denen es undenkbar ist, dass sich jemand die Freiheit und das Recht nimmt, eine/n andere/n zu kaufen. In Schweden ist Sexkauf seit 1999 verboten und Freier werden mit Geldstrafen und Gefängnisstrafen bis zu 6 Monaten bestraft. Dort wachsen Jungen mit der Selbstverständlichkeit auf, dass Frauen keine Objekte und Sexualität keine Ware sind. Im Gegensatz dazu wurde 2002 in Deutschland der Markt für Sexkauf liberalisiert.-Deutsche Männer glauben heute sie haben das Recht auf den Kauf von Frauen und Kinderkörpern zur sexuellen Benutzung. 70% aller deut. Männer sind Freier, davon sind 52% verheiratete Familienväter. Krude Sexpraktiken, wie Analverkehr ohne Kondom sind standart. Aids und Syphillis haben sich verdoppelt. Prostituierte müssen hier unter schlechtesten Bedingungen arbeiten.Zuhälter und deut. Bordellbetreiber bestimmen diese miesen Arbeitsbedingungen und schöpfen aus der Vermarktung von Frauenkörpern höchste Gewinne. Eine Schande für
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Warum gibt es immer ein riesiges Medienecho, wenn ein paar Frauen behaupten, sich gerne zu prostituieren? Wenn (Ex-)Prostituierte über ihre negativen Erfahrungen berichten, findet das nicht annährend so viel Aufmerksamkeit. Die "freiwilligen, selbstbestimmten Prostituierten" sind ein ganz geringer Prozentsatz, werden aber medial viel mehr gehypt als z.B. osteuropäische Armutsprostituierte in deutschen Großbordellen. Davon gibt es aber viel mehr. Nur wäre das, was die zu berichten hätten nicht so schon Hochglanzmagazin- und Talkshowtauglich. Womöglich würde noch der eine oder andere Freier ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn ehrlich darüber berichtet würde, wie Prostitution für die meisten betroffenen Frauen wirklich ist. So etwas können die Profiteure (Zuhälter, Bordellbetreiber) natürlich nicht zulassen. Übrigens: Wer glaubt denn noch, dass die Leute, die auf Twitter etc unter Pseudonym irgendwas verbreiten, alle real existieren? Wem eine solche Kampagne nützt, lie
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Schmarr'n...

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