Alexander Jorde (21) gegen Merkel: Der Azubi legt nach!

Alexander Jorde

Alexander Jorde forderte die Kanzlerin bei der ARD-Wahlarena mit seinen Fragen zum Pflegenotstand heraus. Jetzt legte er nach.

Der Azubi brachte die Kanzlerin in Verlegenheit

„Er hat in ein paar Minuten für das deutsche Pflegesystem möglicherweise mehr erreicht als viele Gesundheitspolitiker vor ihm“: Mit diesen Worten führte Markus Lanz Alexander Jorde in seiner gestrigen Sendung ein.

Dabei bezog sich der Moderator auf die "ARD-Wahlarena", wo der Krankenpflege-Azubi Bundeskanzlerin Angela Merkel damit konfrontierte, dass in der Pflege katastrophale Zustände herrschten. Jorde berichtete von Menschen, die stundenlang in ihren Exkrementen lägen und hatte auch eine politische Lösung parat: Eine gesetzliche Quote, die festlegt, wie viele Patienten ein Pfleger maximal betreuen darf.

Dann fragte er , was sie gedenke, gegen den Pflegenotstand in Deutschland zu unternehmen. Mit seinem hartnäckigen Nachhaken brachte der Einser-Abiturient die Kanzlerin in Verlegenheit.

Ich bin mir nach wie vor nicht sicher, ob Frau Merkel das Pflegeproblem erkannt hat

Bei legte Jorde nun nach: „Ich bin mir nach wie vor nicht sicher, ob Frau Merkel das Pflegeproblem erkannt hat“.

„Pflege ist nicht Autos zusammenbauen"

Als eine Maßnahme gegen den Pflegenotstand hatte Angela Merkel Jorde geantwortet, dass zur Not eben mehr Personal aus dem EU-Ausland angeworben werden müsse.

Bei Lanz machte Jorde jetzt deutlich, warum er nichts von dieser Idee hält: Eine gute Kommunikation sei in der Pflege ganz besonders wichtig – und viele Kräfte aus dem Ausland sprächen nicht gut Deutsch.

Jorde: „Pflege ist nicht Autos zusammenbauen. Kommunikation ist ein enorm großer Teil in der Pflege, das muss auch sprachlich funktionieren." Das sei bei allen Patienten der Fall, aber bei Demenzpatienten ganz besonders - da sei es schon schwierig, "wenn man perfekt Deutsch spricht.“

Der Azubi kritisierte die Kanzlerin weiter: „Was ist das für eine Aussage von einer Bundeskanzlerin, zu sagen: 'Wenn wir es nicht gebacken kriegen, dann holen wir uns die einfach aus dem Ausland'? Also, das finde ich unsozial“. "Warum unsozial?", hakte Lanz nach. Jorde: „Weil wir unseren Pflegenotstand exportieren.“

Eine Patientin vergoss Freudentränen, weil Jorde ihr Gebiss reinigte

Jorde erzählte weiter, dass viele Patienten aus Altenpflegeheimen ins Krankenhaus kämen, etwa weil sie zu wenig getrunken hätten und dehydriert seien.

Einmal habe er im Krankenhaus das Gebiss einer Altenheimbewohnerin gereinigt, die aus Dankbarkeit in Freudentränen ausgebrochen sei, weil sie so lange kein frisches Gefühl mehr im Mund gehabt habe. Für die Reinigung von Gebissen bliebe in Heimen oft keine Zeit.

Jorde bietet politische Lösungen an

Jordes Lösung? Erstens, Krankenhäuser in gemeinnützige GmbHs umwandeln, um die Gewinne zu reinvestieren statt sie Aktionären auszuschütten. Zweitens müsse sich die Politik konkrete Ziele setzen, wann sie wieviele Pflegekräfte haben wolle. Drittens müssten Imagekampagnen zeigen, "was für ein toller Beruf der Pflegeberuf ist." Und viertens  müsse mehr Gehalt bezahlt werden. Jorde rechnet vor: Wenn er  seine Ausbildung absolviert hat, verdient er 1700 Euro Netto - für Schicht- und Wochenenddienste, Überstunden, eine große Verantwortung für viele Menschen und "die Konfrontation mit dem Tod".

Mit diesem Gehalt könne man in einer Stadt, wo die meisten Einrichtungen sind, kaum leben, geschweige denn, eine Familie gründen. Außerdem gehe es beim Gehalt auch um Wertschätzung. 

Hoffen wir, dass die Ausführungen des jungen Pflegers im Kanzleramt Gehör finden werden - wer immer dort nach der Bundestagswahl am kommenden Sonntag Platz nehmen wird.

Tipp: Die Sendung könnt ihr euch in der ZDF-Mediathek anschauen

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Kommentare (1)

Kommentare (1)

  • mono17
    mono17
    Er hat recht und macht gute Vorschläge, aber 1700 netto als Gehalt ist schon in Ordnung.

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