Bewiesen! So stark beeinflussen dünne Models unser Selbstbild

Zum ersten Mal konnten Wissenschaftler zeigen, dass es genügt, Bilder dünner Frauen anzuschauen, um das eigene Schönheitsideal zu verändern.

Untergewicht wird idealisiert - das hat Folgen

In westlichen Gesellschaften wird der dünne oder sogar untergewichtige Frauenkörper idealisiert – in den Massenmedien und in der Werbung sind magere Models omnipräsent.

Schon lange wird angenommen, dass diese Bilder einen Einfluss darauf haben, was wir attraktiv, erstrebens- und begehrenswert finden. Und dass unser Medienkonsum höchstwahrscheinlich mit der Ablehnung des eigenen Körpers, mit mangelndem Selbstwertgefühl und mit Essstörungen zusammenhängt.

Nun konnten Forscher erstmalig nachweisen, dass der Kontakt mit Fotos dünner Models tatsächlich eine schädliche Wirkung auf unser Selbstbild und unsere Gesundheit haben kann.

Der Test mit Menschen, die keine Medien nutzen

Um Menschen zu finden, die solchen Bildern nicht ausgesetzt sind, reiste der Kognitionswissenschaftler Jean-Luc Jucker von der Schweizer Université de Neuchâtel mit seinem Team an die Moskitoküste Nicaraguas. In manchen der Dörfer gibt es keine Elektrizität - und somit auch kein Fernsehen. Die Menschen haben so gut wie keinen Kontakt zu Medien.

In zwei Dörfern rekrutierte Jucker 80 Frauen und Männer zwischen 16 und 78 Jahren. Alle Teilnehmer wurden zunächst gebeten, mithilfe eines Computerprogramms den für sie idealen Frauenkörper zu kreieren.

Dann wurden den Bewohnern des einen Dorfes 72 Bilder aus einem Modekatalog eines westlichen Herstellers gezeigt, in dem die Models dünn waren. Sie trugen Größe 32 bis 34. Die anderen Dorfbewohner bekamen Fotos von Models vorgelegt, die bei uns als „Plus Size“ bezeichnet werden würden. Sie trugen Größe 44 bis 54. Beide Teams bekamen anschließend 15 Minuten Zeit, um die Bilder anzuschauen.

Nach nur 15 Minuten hatte sich das Schönheitsideal verändert

Anschließend wurden die Dorfbewohner ein zweites Mal gebeten, am Computer den „idealen“ Frauenkörper herzustellen. Das Ergebnis war so vorhersehbar wie erschreckend: Diejenigen Teilnehmer, die Fotos von dünnen Models betrachtet hatten, kreierten nun Frauen, die dünner waren als die ursprünglich von ihnen favorisierten. Die anderen, die die kurvigeren Frauen betrachtet hatten, zeichneten nun dickere Idealkörper. Die Schönheitsideale beider Gruppen hatten sich nach nur 15 Minuten Kontakt mit den Fotos verändert.

“Es ist sehr interessant, dass ein kurzer Kontakt mit den Bildern ausreicht, um zu zeigen, dass sich das Körperideal der Menschen nachweislich verändert”, so Jucker

Die Wissenschaftler untersuchten zwar nicht, wie lange der Effekt anhält. Doch Jucker ist überzeugt: Da die Menschen im Westen permanent mit Bildern dünner Frauen konfrontiert sind, ist es irrelevant, wie lange die Wirkung anhält. Sie geht vermutlich nie weg.

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