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Eine Ehe in Israel

Sie ist Israels Topmodel, er Kriegsfotograf. Galit Gutmans Welt ist aus Plastik, die ihres Mannes Ziv Koren aus Hass und Bomben. Sie sagt: "Ich unterhalte die Leute, ich lenke sie ab." Er sagt: "Ich zeige ihnen die Wahrheit, sie müssen sie sehen." Das Porträt eines Paares mit einer besonderen Aufgabenteilung.

  Galit Gutman und Ziv Koren mit ihren Töchtern

Galit Gutman und Ziv Koren mit ihren Töchtern

Galit Gutman und Ziv Koren sind ein Paar. Seit mehr als zehn Jahren. Der Fotograf einer Lokalzeitung und das junge Model, so fing es an. So lernten sie sich kennen. "Wenn Ziv eine Modenschau zu fotografieren hatte, fotografierte er immer nur mich. Dann, eines Tages, wollte er tatsächlich mit mir ausgehen. Das hat mich richtig gewundert, die anderen hatten alle Angst vor mir, die haben sich nicht getraut. Er schon", sagt sie.

Galit Gutman steht in der Küche ihrer Dachterrassenwohnung mitten in Tel Aviv und brät Rühreier für die beiden Töchter. In der Wohnung gibt es keinen Flur, man betritt gleich das Wohnzimmer mit offener Küche. Dort stehen ein Louis-Seize-Sessel, ein graues Sofa und ein riesiger Fernseher. Er läuft wie fast immer, er ist das Zentrum der Wohnung. "Da ist ja Mama!", ruft Shira. Die Sechsjährige hat ihre Mutter in einem Werbespot von H&O, einem bekannten israelischen Modelabel, entdeckt. Später ist sie noch in einer TV-Show zu sehen. Galit Gutman, 32, ist kein gewöhnliches Model mehr. Sie ist ein Star, eine der berühmtesten Frauen des Landes.

Als Ziv Koren nach Hause kommt, küsst er Galit und die beiden Mädchen und setzt sich vor den Fernseher. "Ich bin ein Nachrichten- Junkie", sagt er. Seit den Luftangriffen auf den Libanon hat der 35- Jährige noch weniger Zeit für die Familie. Der Konflikt zwischen Israel und den muslimischen Extremisten hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Ziv Koren ist Kriegsfotograf. Er dokumentiert die Gewalt und riskiert dafür sein Leben. Die Bilder, die er von seinen Fahrten zu den Brennpunkten des Konflikts mitbringt, erscheinen längst nicht mehr nur in Lokalzeitungen. Sie werden in internationalen Magazinen gedruckt und in Museen ausgestellt. (...)

Angst und Bedrohung gehören zum Alltag in Israel. Die meisten Menschen spüren sie vor allem in den Bussen, Cafés, auf den Märkten. Bei Galit Gutman haben sie sich bis ins Schlafzimmer geschlichen. Wenn mitten in der Nacht der Beeper losgeht, dann zuckt sie zusammen. Jedes Mal. Daran hat sich in den ganzen Jahren nichts geändert. Dann schaut sie Ziv zu, wie er aus dem Bett springt. Kamera her, Helm auf. Und weg. Wohin er fährt, sagt er nicht. Erst wenn es vorbei ist, sagt er, wo er war. Das ist die Regel. Es gibt selten ein gemeinsames Abendessen, am Ende des Tages sitzt jeder erschöpft in einer Ecke des großen grauen Sofas, stopft irgendwas in sich hinein. Vor dem Fernseher natürlich. Ziv redet selten über seine Arbeit. Wie gefährlich sie wirklich ist, erfuhr Galit Gutman erst durch einen Film. Sie sah "More than 1000 Words" von Solo Avital, einem israelischen Regisseur, und dem deutschen Produzenten Oliver Berben. Es ist eine rasante Dokumentation über Ziv Korens Arbeit. Sie zeigt die Risiken, aber auch die Faszination, die die Gefahr für ihn hat. Ein Film, geschnitten wie eine Collage, der keine Brutalität, aber auch keine Wahrheit auslässt. "Ich war geschockt und habe zwei Tage lang nicht mit ihm gesprochen. Ich war fassungslos, unsere Eltern auch", sagt Galit Gutman.

Das gesamte Porträt des Paares lesen Sie in BRIGITTE Heft 19, ab 30. August am Kiosk

Carla Woter Foto: Monika Höfler

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