Sex-Vorwürfe gegen Star-Produzent: Auch Cara Delevigne Opfer von Weinstein

Filmemacher Harvey Weinstein und Topmodel Cara Delevigne.

Der Skandal um Hollywood-Produzent Harvey Weinstein weitet sich aus: Nach Stars wie Angelina Jolie und Gwyneth Paltrow erklärte jetzt auch Topmodel Cara Delevigne, sie sei von Weinstein zu sexuellen Handlungen aufgefordert worden.

Er drehte Klassiker wie "Der englische Patient", "Chicago" und "Django Unchained". Doch hinter den Blockbustern von Hollywood-Produzent Harvey Weinstein verbergen sich offenbar skandalöse Vorgänge. Nachdem eine italienische Schauspielerin als erste ihr Schweigen brach, offenbaren sich immer mehr Stars. Jetzt hat Topmodel Cara Delevigne bekanntgegeben: Weinstein belästigte auch sie sexuell!

Den Fall ins Rollen brachten Berichte der New York Times und des New Yorkers. "Er zwang mich zum Oralsex", gab etwa Schauspielerin Lucia Evans preis. "Ich sagte immer wieder: 'Ich will das nicht, hör auf, nein'." Doch letztlich sei sie nicht gegen den großen, breit gebauten Mann angekommen. Und: Weinstein soll den Frauen auch gedroht haben, ihre Karriere zu zerstören, sollten sie von den Vorfällen erzählen.

"Schon mal mit einer Frau geschlafen?"

Das ist wohl der Hauptgrund, dass bislang so viele Stars geschwiegen haben. Doch jetzt trauen sich immer mehr Opfer an die Öffentlichkeit. Topmodel Cara Delevigne schreibt in einem Instagram-Post über ihre Erfahrungen mit Weinstein. Demnach habe der Produzent sie angerufen und gefragt, ob sie schon einmal mit einer Frau geschlafen habe. Delevigne lebt offen ihre Bisexualität. "Er sagte, als Homosexuelle würde ich es nie in Hollywood schaffen."

Die 25-Jährige berichtet außerdem von einem weiteren unangenehmen Vorfall: Bei einem geschäftlichen Treffen habe Weinstein sie in sein Hotelzimmer eingeladen. Dort habe eine andere Frau gewartet. "Er wollte, dass wir uns küssen", berichtet Delevigne.

Außerdem habe der Produzent versucht, sie zu küssen, bevor sie aus dem Hotelzimmer flüchtete. Ihr bisheriges Schweigen erklärt die Britin so: "Ich habe mich schuldig gefühlt, so als hätte ich etwas falsch gemacht." Sie habe außerdem Weinsteins Familie nicht schaden wollen. Und sie habe auch Angst gehabt: Schließlich sei vielen Frauen zuvor das gleiche passiert, und alle hätten aus Furcht nichts gesagt. Damit soll der Produzent zuvor auch vor Delevigne angegeben haben.

Ein offenes Geheimnis

Offenbar sind die Enthüllungen für viele Hollywood-Stars tatsächlich keine Überraschung. Über Jahrzehnte war das Gebaren des heute 65-Jährigen anscheinend ein offenes Geheimnis.

Schauspielerin Angelina Jollie

Angelina Jolie.

So berichtet Megastar Angelina Jolie, auch sie habe in ihrer Jugend eine "schlechte Erfahrung" mit Weinstein gemacht. "Anschließend habe ich beschlossen, nie wieder mit ihm zu arbeiten und andere, die es taten, vor ihm zu warnen", sagte die 42-Jährige der New York Times. Ein soches Verhalten sei in jeder Branche und überall auf der Welt inakzeptabel.

In den 90er-Jahren ein Paar: Gwyneth Paltrow und Brad Pitt.

Ein weiteres prominentes Opfer ist Gwyneth Paltrow. Die Schauspielerin arbeitete in den 90er-Jahren mit Weinstein unter anderem für die Romantik-Komödie  "Shakespeare in Love" zusammen. Doch was hinter den Kulissen abging, war offenbar alles andere als romantisch. In einem Hotelzimmer sei Weinstein im Bademantel auf sie zugekommen, habe ihr eine Massage angeboten. Paltrow lehnte ab, wie sie heute berichtet.

Dennoch fand Brad Pitt, mit dem sie damals zusammen war, den Vorfall alles andere als lustig. Auf einer Party soll er 1995 den Mogul konfrontiert haben, berichtet das People-Magazin: "Er hat sich direkt vor ihm aufgebaut, ihm auf die Brust gestoßen und gesagt: 'Das tust du Gwyneth nicht nochmal an.' Andernfalls, so habe Pitt klargestellt, gebe es "Konsequenzen". Öffentlich machten beide den Vorfall damals jedoch nicht.

Schauspielerin Charlize Theron.

Ebenso eingeweiht war anscheinend Charlize Theron. Sie sei "nicht überraschend gewesen", erklärte sie in einem Statement gegenüber BuzzFeed. Die meisten der belästigten Frauen seien jung und erst am Anfang ihrer Karriere gewesen. "Sie hatten absolut keine Chance, sich gegen einen Mann mit so viel größerem Einfluss durchzusetzen." Dennoch sollten die Opfer wissen, dass es ein Netz an Unterstützung gebe, wenn solche Dinge geschehen. Worte, die angesichts der Tatenlosigkeit halb Hollywoods einen faden Beigeschmack haben.

Wie routiniert der Filmmogul vorging, zeigt eine jetzt veröffentlichte Tonaufnahme. Dabei handelt es sich laut New Yorker um einen Mitschnitt der Polizei aus dem Jahr 2015. Zu hören ist Weinstein, wie er offenbar ein Model bedrängt, mit in sein Hotelzimmer zu kommen. Wie aus dem Gespräch hervorgeht, hatte der Produzent der jungen Frau tags zuvor bereits an die Brust gefasst. "Ich will nicht", sagt die junge Frau mehrmals deutlich – doch der Produzent fordert weiter: "Komm jetzt mit" und "Blamier' mich jetzt hier nicht". Offenbar hatte die Polizei schon damals undercover gegen den Filmemacher ermittelt.

Auch seine Frau kehrt ihm den Rücken

Um Weinstein wird es derweil einsamer. Nachdem es zunächst hieß,  sie stünde hinter ihrem Mann, hat auch Weinsteins Ehefrau Georgina Chapman angekündigt, die Scheidung einzureichen. Die beiden sind seit 2007 verheiratet und haben zwei gemeinsame Kinder. Es breche ihr das Herz, von all diesen Frauen zu hören, "denen so ungeheures Leid durch diese unentschuldbaren Handlungen widerfahren ist", sagte Chapman.

"Ich brauche Hilfe"

Weinstein selbst äußerste sich am Mittwoch gegenüber Paparazzi vor seinem Haus. Es gehe ihm nicht gut, sagte der 65-Jährige beim Einsteigen in seinen Wagen. "Ich gebe mir Mühe. Ich brauche Hilfe." Jeder Mensch mache Fehler, sagt der Filmmogul in dem vom Portal TMZ veröffentlichten Video. Er bitte um eine "zweite Chance". Berichten zufolge soll sich der Produzent nun in einer Klinik aufhalten.

kia

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