Erschütternd: Junge Inderin bringt Baby auf der Straße zur Welt

Indien geburt auf Strasse

Und Sanitäter verweigerten die Hilfe. Der Fall eines verstoßenen Mädchens aus Indien hat weltweit Entsetzen ausgelöst. 

Ein Mädchen im Teenageralter hockt auf einer staubigen Straße. Ihre Kleidung ist mit Blut befleckt. Um sie herum fahren Motorräder und Autos. Doch das Mädchen nimmt sie gar nicht wahr. Sie sitzt apathisch da, ist nicht in der Lage, sich von diesem Ort fortzubewegen. Sie schaut nur auf das kleine Bündel, das vor ihr liegt: ein winziges, neugeborenes Baby. Ihr Baby. Sie hat es eben mitten im Verkehr auf die Welt gebracht. 

Ein Passant hat diese schreckliche Szene, die derzeit in Meldungen um die Welt geht, letzte Woche in der indischen Stadt Chandil gefilmt. Die Geschichte der jungen Mutter auf der Straße ist in vielfacher Hinsicht erschütternd.

Als sie schwanger wurde, verstieß sie ihre Familie

Bei dem Mädchen handelt es sich laut der Nachrichtenseite Hindustantimes.com um eine 17-Jährige, die von ihrer Familie schon vor Monaten verstoßen worden war. Grund ist ihre Schwangerschaft und die Beziehung zu einem Mann, der nicht ihr Ehemann ist. Obwohl sie den Mann verlassen hatte, lehnte ihre verwitwete Mutter es ab, sich um sie und das ungeborene Kind zu kümmern.

Also lebte das schwangere Mädchen auf der Straße, bettelte und hungerte – bis sie nun das Baby mitten auf der Straße zur Welt brachte.

Sanitäter weigerten sich, das Mädchen und ihr Baby mitzunehmen

"Sie war in einem miserablen Zustand", sagt der Passant, der die Szene gefilmt hat, gegenüber Hindustantimes. "Sie zitterte und war nicht in der Lage, ihr Kind hochzunehmen und zu liebkosen." Gemeinsam mit anderen Passanten habe er schließlich Straßensperren um sie herum aufgebaut, um sie vor dem Verkehr zu schützen. 

Erschütternd: Junge Inderin bringt Baby auf der Straße zur Welt

Als die Passanten den Notarzt riefen, um die junge Mutter abzuholen, hätten die sehr "irritierend" reagiert.

Laut den Augenzeugen hätten sich die Sanitäter geweigert, Mutter und Kind abzuholen. Sie bräuchten zunächst die Erlaubnis von ihren Chefs und der Familie des Mädchens. Die Passanten blieben hartnäckig, dennoch wurde kein Rettungswagen geschickt. Die Passanten sollten das Mädchen selbst ins Krankenhaus bringen.

Zum Glück für das Mädchen waren die Leute auf der Straße sehr viel hilfsbereiter als die Ärzte. Sie organisierten eine -Ricksha und brachten Mutter und Kind ins Krankenhaus. Doch auch dort mussten die Helfer erst lautstark drängeln und schimpfen, bis die beiden zwei Stunden später (!) schließlich aufgenommen wurden.

Die Reaktion des Krankenhauses ärgerte die Helfer von der Straße so sehr, dass sie eine Beschwerde beim Chefarzt einreichten. Dieser kündigte Konsequenzen an – bleibt nur zu hoffen, dass sich eine solche Kaltherzigkeit nicht wiederholt.

Was passiert nun mit dem Mädchen und seinem Kind?

Der Zustand der beiden sei derzeit stabil, so die Medienberichte. Das Krankenhaus gab an, dass man zunächst die Familie kontaktiert habe. Falls niemand käme, um die beiden abzuholen, würde man Hilfsorganisationen kontaktieren und bitten, sich nach der Entlassung um die Teenager-Mutter und ihr Baby zu kümmern.

Es ist eine Geschichte, die einmal mehr zeigt, dass die Rechte von Frauen und Mädchen im größten demokratischen Land der Welt noch viel zu oft mit Füßen getreten werden. Armut und absurde Ehrvorstellungen machen solche Dramen wie die der jungen Mutter erst möglich. Hoffen wir, dass sie nun die Unterstützung bekommt, die sie verdient hat.
 

miro

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