Mobile Ansicht
Für eine bessere Darstellung
auf die mobile Ansicht wechseln
Weiterlesen Mobile Ansicht

ZDF-Spot zur Frauen-EM: Noch ganz sauber?

Was hat Fußball mit Waschmaschinen zu tun? Einiges – zumindest, wenn es um Frauen-Fußball im ZDF geht. Der Sender zeigt in seinem Clip zur Europameisterschaft, die heute in Schweden angepfiffen wird, wie man sich das vorstellt, wenn die Damen kicken: vor allem sauber.

  Credit: ZDF

Credit: ZDF

Es ist nur ein kurzer Spot, aber 20 Sekunden reichen, um eine Handvoll Vorurteile aneinander zu reihen. Der Ankündigungsclip des ZDFs zur EM der Frauen in Schweden zeigt die Beine einer Frau, die in reinlicher Fußballmontur in den Waschkeller läuft, einen verschlammten Ball elegant und treffsicher in die Waschmaschine kickt und das Leder-Waschprogramm einstellt. Die weibliche Variante des Torwandschießens. Dazu sagt eine fröhliche Frauenstimme: "Ball sauber in Schweden!"

Video: Der ZDF-Spot zur Frauen-EM

Die Waschmaschine: Das Tor für die Frau?

Und wir dachten, es ginge um Ball-Zauber. Nicht auszuschließen, dass nun noch eine Fortsetzung folgt mit Staubsaugern in Fußball-Optik - oder einer Frau, die das Geschirr direkt von der Spüle in den Wandschrank köpft...

Aber wer weiß, vielleicht schießen die Frauen auf dem Feld ja tatsächlich nicht auf Tore, sondern auf Waschmaschinen? Herausfinden können wir es heute Abend auf Eurosport: Um 18 Uhr treffen Italien und Finnland aufeinander, das offizielle Eröffnungsspiel wird ab 20:30 Uhr zwischen Schweden und Dänemark ausgetragen.

Das Team von Trainerin Silvia Neid spielt übrigens am Donnerstag ab 20:30 Uhr gegen die Niederlande (zu sehen auf Eurosport und im ZDF). Halb neun – das reicht ja noch für eine Ladung Wäsche zwischen Feierabend und Anpfiff!

Update: Das ZDF hat auf die Empörung der Zuschauer reagiert und eine weitere Szene in den Spot eingefügt. Ein halbnackter Mann bügelt ein Fußballtrikot und zeigt der Waschmaschinen-Schießerin den Daumen.

Abstimmung Fußball

Wer hier schreibt:

Kommentare (12)

Kommentare (12)

  • Anonymer User
    Anonymer User
    super geschrieben, chris!

    so ist das mit der Rollenverteilung! das kann man gut finden, muss man nicht. das kann man unemanzipiert finden, muss man nicht. es ist schlicht wertfrei und tatsächlich ein Abbild der Gesellschaft.

    ich persönlich bin froh, dass sich mein Mann um die Wartung der Geräte kümmert (kann ich nicht, mach nicht gerne) und ich mach die Wäsche, er kocht, ich backe, er bügelt seine Hemden und meine Blusen mit, ich bringe die Bettwäsche zum Mangeln.

    und jetzt wäre es gut, wenn wir uns alle nicht so verkrampfen würden.

    und ja! ich habe für meine Kinder einiges in meinem Leben geändert. und auch Ansprüche zurück geschraubt. so ist das mit Aufgaben und Verantwortungen. man übernimmt sie und macht Kompromisse. ist übrigens auch in jeden Job so und in der Partnerschaft. es sei denn, man hat keine...
  • Anonymer User
    Anonymer User
    @Frau Wäscheweiß



    Ich als vollzeit arbeitende Mutter beklage das seit langem. Meine Mutter hat mir das allerdings weniger beigebracht, denn ich startete in Ehe, Familie und Beruf mit der Idee, dass partnerschaftliche Aufteilung aller Bereiche ideal sei.



    Das Leben und auch die Wissenschaft, die sich mit diesem Phänomen seit geraumer Zeit beschäftigt, zeigten mir aber, dass Deutschlands Paare in dieser Hinsicht sehr traditionell sind



    Er vollzeit und sie geringfügig oder teilzeit beschäftigt, sodass die Abhängigkeit vom Einkommen des Mannes bis ins hohe Alter gewiss ist.



    Später dann eventuell nach Trennung klagend, dass das Geld nicht reicht, aber immer im Haushalt aktiv gewesen und wegen des Kindes....



    Das ist nicht meine Idee sondern der Alltag in D.
  • Anonymer User
    Anonymer User
    @Chris

    "Sobald Männer und Frauen zusammen leben, teilt man Haushalt auf, sodass Frauen Sauberkeit und Nahrung übernehmen und Männer Reparaturen."



    "MAN teilt" soso, hat dir das Mami so beigebracht?

    Hat da deine Partnerin auch ein Wörtchen mitzureden?



    Übrigens, was hat nochmal der Haushalt mit Fussball zu tun?
  • Anonymer User
    Anonymer User
    @Susi



    Du nennst es "Klischee" - Ich nenn es "das, was unseren Alltag in den meisten Fällen abbildet"



    Sobald Männer und Frauen zusammen leben, teilt man Haushalt auf, sodass Frauen Sauberkeit und Nahrung übernehmen und Männer Reparaturen.



    Dass das nicht gerade im Sinne Deiner Idee von Emanzipation entspricht, verstehe ich und würde mir ebenfalls wünschen, dass es anders wäre. Das allerdings liegt nicht an der Werbung für Frauenfussball, Putzmittel oder was auch immer sondern an den Menschen, die ihren Alltag gestalten und der ist in D. das, was Du "Klischee" nennst.



    Somit ist die Werbung stimmig und paßt zu den Zuschauern selbst den jungen, die gerade zusammen gezogen sind, die leben tatsächlich klischeemäßig...
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Was soll einen dazu noch einfallen? Klischee der 3 Ks für die Frau neu aufgewertet. Wer der Meinung ist, dass Emanzipation zu 100% bereits in der deutschen Gesellschaft angekommen, der träumt. Wir haben bereits einiges geschafft, ja das stimmt. Wir haben aber einiges noch vor uns. Wer immer noch erwartet, dass Frau komplett Haushalt macht, hält am alten Rollenmuster fest. Nicht mehr und nicht weniger. Hat schon einer solche Werbung beim Männerfußball gesehen? Na? Keiner. Wenn es volle Emanzipation geben würde, würde es solche Werbung erst gar nicht geben, oder eben bei Frauen- UND Männerfußball. Nebenbei gesagt, ist es immer noch die Erwartung an die Frau, die Wohnung reinlich zu halten und für Mann und Kinder eigene Ansprüche zurück zu schrauben. Wer also glaubt, die Gesellschaft ist voll emanzipiert, der soll mal erklären, warum diese Denkmuster immer noch in der Gesellschaft so fest verankert sind?
Bild Montagsnl

Lieblingsartikel direkt in dein Postfach

Melde dich jetzt kostenlos an!

Unsere Empfehlungen

BrigitteNewsletter
Noch kein Fan?Folge uns jetzt auch auf Facebook
Fan werden
Dein Adblocker ist aktiv!

Wir - die Redaktion von Brigitte.de - wenden uns an dieser
Stelle direkt an dich, unsere Nutzerin!
Danke, dass du Brigitte.de besuchst.

Dein AdBlocker ist jedoch aktiviert.

Da unser Angebot kostenfrei ist, finanziert sich unsere Redaktion über Werbung. Damit wir dir Brigitte.de Inhalte weiterhin in hoher Qualität zur Verfügung stellen können, bitten wir dich, deinen AdBlocker für unser Angebot auszuschalten.

Sobald du deinen AdBlocker ausgeschaltet und die Seite neu geladen hast, erscheint dieses Dialogfeld nicht mehr in unseren Artikeln.

Es ist ganz einfach - und:
So sicherst du die Existenz deines Lieblingsportals.
Vielen Dank!

Diesen Inhalt per E-Mail versenden

  Credit: ZDF
ZDF-Spot zur Frauen-EM: Noch ganz sauber?

Was hat Fußball mit Waschmaschinen zu tun? Einiges – zumindest, wenn es um Frauen-Fußball im ZDF geht. Der Sender zeigt in seinem Clip zur Europameisterschaft, die heute in Schweden angepfiffen wird, wie man sich das vorstellt, wenn die Damen kicken: vor allem sauber.

Du kannst mehrere E-Mail-Adressen mit Komma getrennt eingeben

E-Mail wurde versendet
Deine Mail konnte leider nicht versendet werden