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Hat Ministerin Schröder das verdient?

Ministerin Kristina Schröder hat ein Buch über Emanzipation geschrieben - und erntete nicht nur bei ihrer Präsentation in Berlin Spott und Hohn. Zu Recht, meint BRIGITTE-Redakteurin Silke Baumgarten.

  Genervt: Kristina Schröder während der Präsentation ihres Buches in Berlin

Genervt: Kristina Schröder während der Präsentation ihres Buches in Berlin

Fast kann sie einem Leid tun, die jüngste Ministerin in Merkels Kabinett. Aber nur fast. Noch nie ist eine Veranstaltung einer Bundesministerin derartig entgleist. Da hat Kristina Schröder sich für die Präsentation ihres Buches "Danke, emanzipiert sind wir selbst" extra eine Location im Berliner Szenebezirk Prenzlauer Berg ausgesucht, den grauen Anzug gegen Röhrenjeans und Sakko getauscht - und dann wird ihr Auftritt zu einer kabarettreifen Lachnummer. Ein Frauenchor schmettert ein ironisches Loblied auf das Betreuungsgeld, ein Satiriker überreicht ihr eine goldene Schürze, damit Frauen wieder wissen wo sie hingehören - die Zustimmung im Saal für Schröder und ihre Thesen tendiert gen Null. Sie leidet versteinert - und fühlt sich missverstanden.

Dabei gibt es nichts misszuverstehen. Die Thesen, die die Frauenministerin in ihrem Buch vertritt, sind einfach jenseits der Realität von Frauen und Müttern in unserer Republik. Jede Frau solle selbst entscheiden, wie sie leben will - das ist ihr zentrale Botschaft. Richtig. Nur sie, als Frauenministerin, muss dafür sorgen und kämpfen, dass wir tatsächlich frei entscheiden können. Warum zum Beispiel sollten Frauen, die ihr Kind zu Hause behalten, Geld dafür bekommen - Geld, das für den Ausbau der Kitas fehlt. Solange es an Krippenplätzen mangelt, gibt es eben keine wirkliche Wahl für Mütter. Mit aller Kraft diesen Mangel zu beheben - das wäre die allererste Aufgabe einer Familienministerin der heutigen Zeit.

Wer immer Kristina Schröder geraten hat dieses Buch zu schreiben - er hat ihr einen Bärendienst erwiesen. Ihr Standing als Familien- und Frauenministerin war nie besonders anerkannt, aber zumindest unterstellte man ihr gute Absichten. Damit ist es jetzt vorbei. Kristina Schröder hat bewiesen: Sie ist zwar jung an Jahren, aber uralt im Kopf. Und mit Ideen von gestern, kann man keine Politik für morgen gestalten.

Text: Silke Baumgarten

Wer hier schreibt:

Silke Baumgarten

Kommentare (22)

Kommentare (22)

  • Anonymer User
    Anonymer User
    1. Aha. Eine Frau darf nicht allein entscheiden, ob sie arbeiten möchte? Der Mann darf dann auch nicht allein entscheiden, ob und wie viel er arbeitet? Hoffe ich jetzt mal ganz optimistisch...

    2. Wenn wir als Familie (!) uns entschieden haben, dass beide Elternteile arbeiten, z.B. ein Jahr nach der Geburt und in meiner Stadt auf einen Kitaplatz 50 Antragsteller kommen und ich das nicht zufriedenstellend finde, dann ist das ZICKIG?

    Denn im Moment haben viele Familien keine Freiheit zu WÄHLEN: Arbeit oder nicht für BEIDE Partner, denn wenn es nicht genügend Kitaplätze gibt, für alle die einen MÖCHTEN, dann hat das mit Freiheit nix zu tun. Der Ausbau der Kita-Plätze scheitert zur Zeit u.a. daran, dass Frau Schröder die Gebäudeverordnungen für Kitas nicht überarbeitet und die Kommunen daher nur schwer Gebäude für neue Kitas finden.

    Fazit: Erstmal richtig informieren, bevor man hier zickige Kommentare schreibt, dass andere das rumzicken lassen sollen.
  • Anonymer User
    Anonymer User
    "Der Feminismus, meint Schröder, sei schuld am Ideal der voll berufstätigen Mütter, ein Joch, unter dem viele Frauen in Deutschland litten" ( Claudia Voigt, Spiegel-Redakteurin, im Spiegel

    5 / 9).

    Es ist nicht der Feminismus, sondern Männer sind mit einer Frau ohne Einkommen nicht zusammen. Sie sind wahnsinnig anspruchsvoll. Wenn eine Frau kein Geld hat wird sie von ihnen boykottiert.
  • Anonymer User
    Anonymer User
    was ist schlimm daran, wenn gesagt wird, jede familie (ich finde diese entscheidungen sollen frauen nicht alleine treffen - es betrifft ja noch ein paar leute mehr) soll diese entscheidung alleine treffen. da wird in der brigitte immer darum geworben, dass man sich von den zwängen in bezug auf kindererziehung und berufstätigkeit befreien soll, und wenn sich dann jemand erdreistet das mal auszusprechen wird ein blöder artikel geschrieben. das ist zickig - und wenn frauen es mal schaffen würden ihre zickigkeit abzustellen, würde der rest auch besser und entspannter laufen! und zufriedenheit mit dem eigenen leben resultiert nicht unbedingt daraus ob eine frau berufstätig ist oder nicht.
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Ich finde es unfähr, dass alle auf Frau Schröder rumhacken. Sie gibt mir Hoffnung; endlich mal eine Frau im Amt, die dafür überhaupt nicht qualifiziert ist - das kennt man doch bisher nur von den Männern. Auch die Attitüde über ihre Unfähigkeit auch noch ein Buch zu verfassen zeigt wie weit wir es in Deutschland bzgl Gleichberechtigung schon gebracht haben.
  • Anonymer User
    Anonymer User
    erwähnte Erwartung auf Ihr Tun als Frauenministerin dadurch steigerte, als ich Sie als hochschwangere Ministerin in den Medien sah.

    Doch, anders als bei Ihrer Vorgängerin, war Ihre Rolle im Bundekabinett vom Anfang an eine gänzlich unbedeutende und noch immer bleiben meine Recherchen über Ihr Handeln mehr oder weniger ergebnislos.

    Erst vor einiger Zeit hatten Sie Ihr Outing: Es ging um die Frauenquote und um Ihren Streit mit Ihrer Vorgängerin von der Leyen. Ergebnis dieses Streites war die von Ihnen eingeführte Flexiquote, was nichts anderes heißt, als: „Liebe Unternehmer, machen Sie ruhig so weiter wie bisher, es ist in Ordnung, denn, seien wir ehrlich, ich als Frau zeige doch gerade, dass wer will, der oder die auch kann.“ Doch so einfach, sehr geehrte Frau Ministerin, ist die Sache nicht: Ich weiß, Sie wissen nicht alles, doch eine Ministerin müsste dennoch etwas mehr Informationen zur Hand haben, meinen Sie nicht? Hatten Sie denn tatsächlich noch keine Zeit,

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