Stricken und helfen: Eine Mütze kann ein Kind retten

Vier Millionen Neugeborene sterben jedes Jahr in den Entwicklungs-ländern der Welt, meist an Infektionen oder Lungenentzündung. Viele könnten überleben, wenn sie vor Auskühlung geschützt würden. Also: Helfen Sie mit bei der Aktion von BRIGITTE und Save the Children und stricken Sie eine Babymütze!

Liebe Leserinnen, die Spenden-Aktion ist mittlerweile abgelaufen. Im Frühjahr 2009 wurden die insgesamt 71.000 eingesandten Mützen an Save the Children übergeben, die diese an verschiedene Mutter-Kind-Projekte auf der ganzen Welt verteilt. Bitte schicken Sie keine weiteren Mützen ein. Wir bedanken uns für Ihr überwältigendes Engagement!

Lesen Sie hier, wie die Strickspenden zum Beispiel Kindern in Bangladesch helfen

Was braucht ein Baby für einen gesunden Start ins Leben? Zuwendung, Nahrung, medizinische Grundversorgung - und Wärme. Viele sterben, doch ihr Tod wäre vermeidbar. Diesen Kindern können wir helfen; und das ist viel einfacher, als Sie denken.

"Wir alle müssen ein Zeichen setzen, denn die Welt können wir nur gemeinsam verändern." Joy Denalane, Soulsängerin

"Wir alle müssen ein Zeichen setzen, denn die Welt können wir nur gemeinsam verändern." Joy Denalane, Soulsängerin

Eine warme ist ein wirksamer Schutz vor Auskühlung. Das gilt auf Entbindungsstationen in unseren Krankenhäusern genauso wie in Asien oder Afrika: Auch wenn draußen 30 Grad herrschen, können Babys auskühlen. Gemeinsam mit der Kinderhilfsorganisation Save the Children - und mit Ihrer Hilfe - wollen wir Babymützen an Kinder verteilen, die sie nötig haben. Aber wir wollen noch mehr: Wir fordern Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Bundesregierung auf, mehr für die Bekämpfung der Kindersterblichkeit in den armen Ländern der Welt zu tun und so das Versprechen zu halten, das sie selbst gegeben hat.

Das Versprechen

"Wir glauben fest daran, dass jeder Mensch mit seinem Beitrag dafür sorgen kann, dass die Welt ein kleines bisschen besser wird." Okka Rau und Stephanie Pohl, Deutsches Nationalteam im Beachvolleyball

"Wir glauben fest daran, dass jeder Mensch mit seinem Beitrag dafür sorgen kann, dass die Welt ein kleines bisschen besser wird." Okka Rau und Stephanie Pohl, Deutsches Nationalteam im Beachvolleyball

Am 8. September 2000 beschlossen die UN-Mitgliedsländer, darunter auch die Bundesrepublik, die so genannten Millenniums- Entwicklungsziele, um die Armut auf der Welt zu bekämpfen und eine gleichberechtigte Partnerschaft zwischen armen und reichen Ländern zu fördern. Ziel Nummer vier: Bis zum Jahr 2015 soll die Sterblichkeit von Kindern unter fünf Jahren um zwei Drittel gesenkt werden. Momentan sterben in den Entwicklungsländern jedes Jahr knapp zehn Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag. Die meisten von ihnen in , südlich der Sahara, viele an vermeidbaren oder behandelbaren Krankheiten. Gegen Masern, Durchfall und Infektionskrankheiten existieren zwar längst Medikamente, die sind aber in den betroffenen Ländern oft nicht vorhanden oder für die Menschen viel zu teuer. Es fehlt an professioneller Betreuung während Schwangerschaft und Geburt, und viele Mütter sind so unterernährt, dass ihre Babys schon mit einem zu geringen Geburtsgewicht auf die Welt kommen und deshalb anfälliger sind für Krankheiten.

Die Bundesregierung hat sich verpflichtet, an der Verwirklichung des Millenniumsziels Nummer vier mitzuwirken und Mittel zur Bekämpfung der Kindersterblichkeit bereitzustellen. Dabei geht es nicht nur um Geld - stellte 2008 rund 5,1 Milliarden Euro für Entwicklungshilfe zur Verfügung. Es geht auch darum, die betroffenen Länder beim Ausbau und der Stabilisierung bestehender Gesundheitssysteme zu unterstützen. Damit Hilfsgelder nicht irgendwo versickern, sondern tatsächlich dort ankommen, wo sie gebraucht werden.

Die Hilfe

"Eine Mütze hat mein Leben total verändert. Ich bin 100-prozentig sicher, dass sie auch Leben retten kann, deshalb unterstütze ich die Aktion und stricke mit." Ben, Popsänger und Moderator

"Eine Mütze hat mein Leben total verändert. Ich bin 100-prozentig sicher, dass sie auch Leben retten kann, deshalb unterstütze ich die Aktion und stricke mit." Ben, Popsänger und Moderator

Save the Children, die größte unabhängige Kinderhilfsorganisation der Welt, wurde 1919 von einer englischen Lehrerin gegründet und setzt sich für die Rechte und die Gesundheit von Kindern ein. Nach dem Ersten Weltkrieg waren hungernde Kinder aus Deutschland und Österreich unter den ersten Hilfsempfängern.

Damit weltweit weniger Babys sterben, startete Save the Children die Gesundheitsprogramm "Saving Newborn Lives". Für uns in Deutschland, wo jede Frau während ihrer Schwangerschaft mehrere Arzttermine von der Krankenkasse bezahlt bekommt, Hebammen und saubere Krankenhäuser selbstverständlich sind, scheinen die Hilfsmaßnahmen in den Entwicklungsländern fast schon simpel - aber sie bewirken viel. Die Organisation bildet Großmütter zu Geburtshelferinnen aus und erklärt Müttern die Warnsignale, die eine Lungenentzündung von einem einfachen Schnupfen unterscheiden. Sie lehrt frischgebackene Mütter, dass Stillen das beste Mittel zum Aufbau einer gesunden Immunabwehr ihres Babys darstellt und dass ihr Baby stets warm gehalten werden muss. Save the Children impft außerdem Frauen gegen Tetanus, um Infektionen von Neugeborenen während der Geburt zu verhindern.

Überleben in Sierra Leone: Lucy mit den Zwillingen Sao und Jinna

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In Pakistan sank dadurch die Todesrate von Babys um die Hälfte. In Bangladesch erhalten inzwischen mit Hilfe der Organisation 57 Prozent aller Babys innerhalb der ersten Lebenswoche eine medizinische Grundversorgung, und in Malawi und Bangladesch führte Save the Children erfolgreich das "Känguruh- Programm" ein. Dabei tragen Mütter ihre untergewichtigen Kinder jederzeit dicht am Körper, Haut an Haut. So bleibt das Kind warm und sicher und kann immer an der Brust trinken - eine preiswerte Alternative zum Brutkasten, wie wir ihn kennen. Besonders schwierig ist die Arbeit der Organisation in Afrika südlich der Sahara - also genau dort, wo die meisten Kinder sterben. In Sierra Leone stirbt eines von vier Kindern vor seinem fünften Geburtstag, das ist die höchste Todesrate weltweit. Save the Children hat dort 15 Krankenhäuser eingerichtet, in denen Mütter und ihre Babys behandelt werden.

So wie Lucy, 32, die bereits sieben Kinder geboren hat. Vier davon starben, ihre Zwillinge Sao und Jinna kamen in einem der Save-the-Children-Krankenhäuser zur Welt. Sie sind gesund und robust. Die Regierungssysteme in Ländern wie Sierra Leone sind extrem fragil, manche korrupt. Um hier umfassender helfen zu können, ist die politische Zusammenarbeit sämtlicher UN-Länder nötig.

Die Mützen-Aktion

"Globalisierung bedeutet, dass unser Alltag direkten Einfluss auf das Überleben von Menschen auf anderen Kontinenten hat." Lisa Ortgies, Journalistin

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In den USA, in England und sogar in Korea ist die Aktion "Eine Mütze voll Leben" bereits sehr erfolgreich. In den USA strickten ganze Schulklassen und Betriebe mit, auch Prominente wie Julia Roberts und Jamie Lee Curtis. In England wurden innerhalb der letzten sieben Monate über 350.000 Mützen gestrickt, einige sogar im britischen Parlament. Jeder Mütze lag ein Brief an Premierminister Gordon Brown bei. Das sind 350 000 Stimmen, die die englische Regierung an ihr Millenniumsversprechen erinnern. Den gleichen Erfolg wünschen wir uns für Deutschland. Darum bitten wir Sie: Stricken Sie eine Mütze für ein Kind in Not, und schicken Sie einen Brief an die Bundeskanzlerin. Denn Ihre Mütze kann ein Leben retten, Ihre Stimme vielleicht tausende.

So können Sie helfen: Mütze stricken, Aufruf schreiben - Kinderleben schützen

1. Stricken (oder häkeln) Sie eine Babymütze Die Strickanleitung für die Mütze - und eine Häkelanleitung für alle, die nicht stricken können - können Sie hier herunterladen und ausdrucken.

2. Schreiben Sie einen Brief an die Bundeskanzlerin Wenn Sie links auf das Bild klicken, bekommen Sie den Vordruck des Briefes in Originalgröße zum Ausdrucken . Ergänzen Sie ihn gern mit Ihren eigenen Gedanken.

3. Schicken Sie Brief und Mütze an: Save the Children, Zinnowitzer Straße 1, 10115 Berlin. Ihre Briefe übergeben wir im Frühsommer 2009 an die Bundeskanzlerin, Ihre Mütze wird garantiert innerhalb eines Hilfsprojekts von Save the Children an ein Neugeborenes und seine Familie gegeben. Wir werden darüber in BRIGITTE berichten und unter www.muetze-voll-leben.de.

Liebe Leserinnen, die Spenden-Aktion ist mittlerweile abgelaufen. Im Frühjahr 2009 wurden die insgesamt 71.000 eingesandten Mützen an Save the Children übergeben, die diese an verschiedene Mutter-Kind-Projekte auf der ganzen Welt verteilt. Wir bedanken uns für Ihr überwältigendes Engagement!

Selbstverständlich können Sie auch spenden: Save the Children, Stichwort: Mütze, Konto 929, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 100 205 00

Text: Stefanie Hellge Foto: Anna Kari, Klaus Lange, Enver Hirsch Ein Artikel aus der BRIGITTE 24/08

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