Bewerbungsbild: So machen Sie Eindruck!

Ein Bewerbungsbild kann über den Erfolg einer Bewerbung entscheiden. Hier die wichtigsten Tipps von Stilberaterin und Persönlichkeitstrainerin Regina Först.

Grundsätzliche Empfehlungen

Ein gutes Bewerbungsbild ist sehr wichtig, weil es wie der erste Eindruck bei einer Begegnung wirkt und einen großen Einfluss auf die Entscheidung hat, ob jemand zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird oder nicht.

Beim ersten Eindruck schließen die meisten Menschen unbewusst von äußerer Wertigkeit auf innere Wertigkeit. Ein qualitativ gutes und authentisches Bewerbungsbild – nicht aus dem Automaten – zeigt: "Ich engagiere mich!" Der Eindruck der Wertigkeit gilt auch für Kleidung und Accessoires.

Tipp: Wenn Sie sich bei einem bestimmten Unternehmen bewerben wollen, schauen Sie sich den Internet-Auftritt an und beachten Sie dabei auch die Ausstrahlung und Qualität der Fotos. Menschen suchen unbewusst nach Ähnlichkeiten. Das heißt: Wenn die Fotos unkonventionell oder etwas frecher sind, dürfen auch Sie mit Ihrem Bewerbungsbild etwas mehr wagen.

Menschen brauchen Menschen! Dieser Grundsatz gilt für jedes Unternehmen. Wenn eine Bewerberin auf dem Bewerbungsfoto freundlich, teamfähig und motiviert wirkt, hat sie große Chancen, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.

Der erste Eindruck

Der erste Eindruck entsteht in den ersten 150 Millisekunden bis 90 Sekunden einer Begegnung. Er wird vom Alter, dem Geschlecht, der Attraktivität und der Stimmung bzw. Ausstrahlung des Gegenübers bestimmt. Attraktiv wirken alle Menschen, die authentisch und stimmig sind.

Das menschliche Unterbewusstsein hat ein Bedürfnis nach Harmonie und Stimmigkeit. Deshalb empfehle ich, Farben und Proportionen möglichst in Übereinstimmung mit Haarfarbe und Teint zu gestalten.

Der ideale Bildausschnitt

Ideal ist ein Bild- bzw. Fotosausschnitt bis zum Brustansatz. Auch hier können wir uns wieder an das Prinzip "Ähnlichkeit" halten: Sitzt man sich in einem Gespräch gegenüber, so sieht man meist einen ähnlichen Bildausschnitt (übrigens auch bei Rednern) – diese Perspektive wirkt also natürlich und vertraut.

Farben und Proportionen

Regina Först

Menschen reagieren sehr stark auf Farben! Darum ist es gut, wenn diese harmonisch sind und zur eigenen Haut- und Haarfarbe passen. Ist eine Farbe zu kraftvoll oder dominant, so kann der Eindruck entstehen, da kommt die Farbe vor dem Menschen in den Raum.

Für das Bewerbungsfoto gilt ähnliches: Zuerst sollen das Gesicht und der Blick wirken – und erst danach die Farbe. Sie darf also den Betrachter nicht als erstes "anspringen".

Meine Farbempfehlungen für Bewerberinnen in Führungspositionen: Ein schwarzer, brauner oder dunkelblauer Anzug zu einer hellen Bluse signalisiert Kompetenz und leichte Distanz. Dabei gilt: Je größer der Farbkontrast, desto größer auch diese Wirkung.

Meine Farbempfehlungen für Bewerbungen als Teamplayerin: dezente Farben und mittlere bis helle Töne. Welche Farben und Farbnuancen einem am besten stehen (z.B. ob Weiß, Creme oder Beige), das probiert man am besten aus.

Die Farbwirkung: Farben und Outfits unterstreichen den Typ. Ist man z. B. ein ausgeprägter Typ, etwa mit eher markanten – oder im Gegenteil sehr weichen – Gesichtszügen, dann kann das Styling für das Bewerbungsfoto die eigene Facette ergänzen und bereichern. Wie? Indem man sich als markanter Typ etwas sanfter und weiblicher stylt – und als sehr femininer Typ auf Kontraste setzt.

Gesichtsausdruck und Blick

Auf dem Bewerbungsfoto spielt der Gesichtsausdruck eine große Rolle. Beim zukünftigen Kunden oder Arbeitgeber sollte ankommen: "Hallo, das bin ich. Hier bin ich!" – das Foto soll also Präsenz zeigen! Freundlichkeit und Motivation transportieren sich über den Blick: Jemand wirkt nett, echt, lebendig, motiviert, wenn die Augen leuchten und den Betrachter anstrahlen. Das heißt, man kann ruhig leicht mit der Kamera flirten ... (das allerbreiteste Lächeln ist allerdings nicht gemeint).

Ein guter Tipp kommt von dem Pantomimen Samy Molcho, der weiß: Ganz leicht hochgezogene Augenbrauen signalisieren Interesse und Aufmerksamkeit! Die Brauen kann man gegebenenfalls durch Schminken und Stylen leicht erhöhen, das öffnet den Blick und das Auge!

Wichtig: Das Licht sollte so sein, dass man nicht blinzeln muss.

Die optimale Körperhaltung

... probieren Sie am besten vorher vor dem Spiegel, denn die Haltung darf nicht gestellt aussehen. In diesen Zustand zu kommen, braucht Zeit – nehmen Sie sich diese Zeit beim Fototermin und probieren Sie aus: Wie sitze ich gut und bequem?

Achten Sie darauf, beim Fotografieren nicht nach vorn zu fallen, sondern die Schultern leicht zurücknehmen. Wichtig in Bezug auf Ihr Outfit: Die Schulternaht muss gut sitzen, denn alles, was hängt, transportiert die Botschaft "Eigentlich habe ich wenig Antrieb ... " .

Frauen neigen manchmal dazu, den Kopf sehr schräg zuhalten. Davon möchte ich abraten, denn ein stark schräg gehaltener Kopf wirkt auf das Gegenüber eher unklar und weich. Im Gegensatz dazu wirkt die ganz gerade Haltung streng und zeigt eine Bereitschaft zur Konfrontation. Ideal: Ein leicht geneigter Kopf, denn der wirkt freundlich, offen und kommunikativ.

Haare und Styling

Die optimale Frisur ist abhängig von der Gesichtsform und sollte diese harmonisch und stimmig unterstreichen. Mein Tipp für Frauen mit langen Haaren: Lassen Sie am besten zwei Foto-Versionen anfertigen – eine mit offenen und eine mit zurückgebundenen Haaren – und entscheiden, je nach Unternehmen.

Eine Frage des Geschmacks ist: Bluse oder Top? – Ein Top ist möglich, falls es zur Branche passt – klassisch ist aber eher die Bluse. – Der Ausschnitt sollte nicht zu tief sein. – Ausschnitt und / oder Kragen sollten gegenläufig zur Gesichtsform gewählt werden (siehe auch nächster Tipp).

Wie ist das mit dem Schmuck?

Ich empfehle nicht mehr als zwei Details, z. B. Brille und Uhr, Kette und Ring.

Die Form der Halskette wählen Sie am besten gegenläufig zur Gesichtsform. Das heißt: Bei rundem Gesicht eine Kette in U-oder V-Form, bei schmalem Gesicht eine kurze runde Kette.

Soll das Foto in Farbe oder Schwarz-Weiß aufgenommen werden?

In Farbe wirkt ein Foto immer lebendiger, das gibt sozusagen einen Pluspunkt auf dem "Ähnlichkeitskonto" – und: Sie werden ja auch "in Farbe" zum Vorstellungsgespräch kommen!

Digital-Versionen

Achten Sie beim Verschicken von Fotos und bei Onlinebewerbungen darauf, dass die Fotos eine gute Qualität haben, aber nicht zu lange brauchen, um geladen zu werden.

Der "wache" Zustand

Sehr hilfreich ist, wenn man sich vor dem Fototermin selbst in einen "guten wachen Zustand" bringt, zum Beispiel, indem man vorher spazieren geht, gute Musik hört oder etwas anderes tut, was einem Spaß bringt und gute Laune macht.

Beim Fototermin gilt dann: Seien Sie natürlich, authentisch und glauben Sie an sich und Ihre Ausstrahlung. Stellen Sie sich vor, Sie sind schon dort angekommen, wo Sie gern hinwollen – genau so, wie Sie sind.

Dabei wünsche ich Ihnen viel Glück und Erfolg!

Ideale Ergänzung zum perfekten Bewerbungsfoto

Richtig Profil zeigen

Im Bewerbungsschreiben kommt es darauf an, sich kompetent und selbstbewusst zu präsentieren - wichtige Voraussetzung für die Einladung zum Vorstellungsgespräch. Wenn Sie Ihr persönliches und fachliches Potenzial genau kennen und gut vermitteln, können Sie bei einem zukünftigen Arbeitgeber mit einem passgenauen Leistungsangebot punkten.

Die Hamburger Managementberaterin Doris Hartmann veranstaltet deshalb den eintägigen Workshop "Kompass für mehr Profil". Dabei geht es bei den Themen "Meine berufliche Kompetenz" und "Meine persönlichen Stärken" um eine individuelle Standortbestimmung – als Basis für eine erfolgreiche Berufslaufbahn.

Weitere Infos und Anmeldung zu Workshops unter www.dorishartmann.de

Die Bewerbungsfotos wurden von ISO K° Photography zur Verfügung gestellt.

Bewerbungsfotos: ISO K°-photography

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