Erfolgreiche Frauen geben Tipps für Existenzgründerinnen

Sie haben sich erfolgreich selbstständig gemacht: Vier Frauen geben ihre Karrieretipps an andere Frauen weiter.

Monika van Leyen und ihr "Kids Kochstudio"

Monika van Leyen

Monika van Leyen

2005 gründete Monika van Leyen das Kids Kochstudio in Düsseldorf. Sie zeigt Kindern ab vier Jahren, was gesunde Ernährung bedeutet, und geht mit ihnen auf dem Markt einkaufen. Dabei sollen Kinder nicht nur verstehen, was gutes Essen ausmacht, sondern auch, sich in eine Gruppe einzubringen. "Das gemeinsame Essen schafft Vertrauen und die Kinder fühlen sich wohl. Selbst verschlossene Kinder beginnen dabei von ganz allein, sich zu öffnen und auszutauschen", erzählt Monika van Leyen.

Nach ihrem Psychologie-Studium arbeitete van Leyen zunächst mit Erwachsenen in der Psychosomatik. Doch bald merkte sie, dass sie sich lieber um Kinder kümmern wollte, und wechselte in die Kinder-Onkologie. Dort bekam sie Einblicke in den Alltag und die Esskultur von Kindern. Zu sehen, dass viele Kinder allein vorm Fernseher essen, ließ sie aufhorchen. Die Idee zu "Kids Kochstudio" war geboren.

Monika van Leyens Tipp: Seien Sie erreichbar

"Ich habe festgestellt, dass es wichtig ist, für Kunden telefonisch und virtuell schnell erreichbar zu sein. Sie verzeihen einem kaum, wenn man zu langsam auf ihre Anfragen eingeht.

Außerdem ist die Unterstützung durch den Partner wichtig. Bei mir fehlte sie zu Beginn meiner Geschäftsidee. Die neue Herausforderung und den privaten Balanceakt zu meistern, war kaum möglich. Heute habe ich einen neuen Partner an meiner Seite und einen guten Steuerberater. Das Resultat ist absolut positiv."

Michaela Hansen und ihre Agentur "Granny Aupair"

Existenzgründung: Michaela Hansen

Michaela Hansen

Den Sprung in die Selbstständigkeit kann man immer wagen - auch mit 48 Jahren. Das beweist Michaela Hansen. 2009 hat sie Granny Aupair gegründet. Die Agentur vermittelt Frauen 50 plus als Au pair ins Ausland. In den vergangenen fünf Jahren sind so 500 "Grannys" in 40 Länder gereist.

Die Idee dafür hatte die vierfache Großmutter vorm Fernseher. Sie sah eine Dokumentation über junge Au pairs und fragte sich, warum es dieses Angebot nicht auch für ältere Frauen gibt. Vier Jahre nach der Gründung beschäftigt Michaela Hansen bereits neun Mitarbeiter. Ihre Geschäftsidee ist mehrfach ausgezeichnet worden, unter anderem von der Standortinitiative der Bundesregierung "Deutschland – Land der Ideen" und als Landessieger Hamburg mit dem KfW-Award.

Michaela Hansens Tipp: Verlassen Sie die Komfortzone

"Aller Anfang ist schwer. Mit der Gründung von Granny Aupair habe ich unbekanntes Terrain betreten, da es so eine Agentur weltweit nicht gab. Das war eine echte Herausforderung. Man verlässt seine Komfortzone und dazu braucht man Mut. Mein bewährtes Motto hilft mir dabei: Eins führt zum anderen. Jeder Schritt, jede Begegnung mit neuen Menschen bringt mich weiter. Man muss nur loslaufen, selbst auf die Gefahr hin, dass man zwischendurch auch mal auf die Nase fällt. Dabei sollte man offen und wach sein sowie haben – in sich und andere. Also: Augen auf und durch!"

Eva Vollmer und ihr Weingut

Existenzgründung: Eva Vollmer

Eva Vollmer

Existenzgründung kann auch bedeuten, ein Familienunternehmen zu übernehmen und neu zu gestalten. So hat es die Winzerin Eva Vollmer gemacht. 2007 übernahm sie das Weingut ihres Vaters und modernisierte es. Sie stellt nun Bio-Weine her und ist stolz darauf, eine der ersten Frauen zu sein, die ein deutsches Weingut führen.

Daneben hat sie noch ein zweites Standbein: Als promovierte Oenologin unterrichtet sie an der Hochschule Geisenheim und vertritt die Universität bei Kongressen in Italien, Frankreich und der Schweiz. So wie sie machen es viele Gründerinnen - sie verfolgen parallel mehrere Wege.

Das Motto von Eva Vollmer: "Authentisch bleiben!" Sie hat gelernt, dass Natürlichkeit am besten ankommt. "Wenn ich direkt vom Weinberg zu einer Weinverkostung mit Kunden muss, kann es schon mal passieren, dass ich in Gummistiefeln auftauche", erzählt die Winzerin.

Eva Vollmers Tipp: Die eigene Vision verfolgen

"Wichtig ist, dass man seine Vision vorweg durchdenkt. Je verrückter die Ideen klingen, umso besser wird es am Schluss. Das Bild der Zukunft darf auch gern zu Papier gebracht werden. Es wird immer als Leitbild und Motivationsinstrument dienen. Daraus leiten sich die Ziele der nächsten Jahre für ein Leben mit der Selbstständigkeit ab.

Unbedingt sollten berufliche und private Ziele formuliert werden. Familie und Familienplanung gehören dazu, wenn das gewünscht ist. Auf dem Papier sieht es zunächst so aus, als würde das zeitlich nie funktionieren. Aber es funktioniert! Vielleicht sollte man in der intensiven Gründungszeit, also in den ersten ein, zwei Jahren noch auf Nachwuchs verzichten. Doch Gründerinnen müssen den Familienwunsch nicht ewig aufschieben: Das muss noch erreicht werden, dies will ich schaffen, jenes muss passieren - dann kommt Familie? Falsch! Ich glaube fest daran, dass alles gleichzeitig zu schaffen ist, wenn man nur will. Meine Tochter Klara ist jetzt 4 Monate alt und ist im Weinberg, im Keller, bei Weinproben und bei Exkursionen dabei. Den Rückhalt der Familie benötigen aber selbst die stärksten und mutigsten Powerfrauen. Erst dann ist die Selbstständigkeit erfüllend, Glück bringend und erfolgreich."

Insa Riske und ihre Boutique für ökologische Mode

Existenzgründung: Erfolgreiche Frauen geben Tipps für Existenzgründerinnen

Faire Mode - fairer Konsum. Das ist Insa Riske und ihrer Geschäftspartnerin Mechthild Schilmöller wichtig. Mit ihrer Boutique Maygreen in Hamburg möchten sie für dieses Konzept eine Anlaufstelle bieten. Hier gibt es ausschließlich Mode von Designern, die sich auf faire und ökologische Mode spezialisiert haben.

Die Geschäftspartnerinnen lernten sich über ihre Kinder kennen - im Kindergarten. "Wir beide waren auf der Suche nach fairer und ökologischer Mode, die auch im Job tragbar ist. Aber in Hamburg konnten wir kein Geschäft mit eleganter Öko-Mode finden", erzählt Insa Riske. So kam die Idee zur Boutique. Inzwischen arbeiten sie im fünften Jahr zusammen und haben eine Stammkundschaft.

Insa Riskes Tipp: Unterstützung holen und sich abgrenzen können

"Holt euch Unterstützung von Fachleuten. Nutzt alle Möglichkeiten, um an Informationen zu kommen. Sprecht andere Gründer an. Die meisten sind sehr hilfsbereit. Die Handelskammer steht ebenfalls zur Verfügung, kann auch in Bezug auf Fördermittel beraten. Im Netz findet man auch viel über Gründungen. Also viel recherchieren und Kontakte aufbauen.

Die Kehrseite der Unterstützung ist, dass alle etwas wissen und mitreden wollen. Das ist lieb gemeint, kann aber auch anstrengend werden. Deshalb ist es wichtig, sich nicht irritieren zu lassen und die Nerven zu behalten. Der Hinweis auf einen Fachmenschen, mit dem man alles durchspricht, hilft."

Wer hier schreibt:

Kommentare (2)

Kommentare (2)

  • Anonymer User
    Anonymer User
    Die einzige, die meines Erachtens tatsächlich auch langfristig eine Existenz aus ihrem Unternehmen ziehen kann und Werte schafft, ist die Erbin, die das Weingut von Papa übernahm.



    Tut mir leid, aber eine Vermittlungsagentur, eine Ökoboutique und Kinderbespaßung haben wir schon so oft kommen und gehen sehen und viele der (meist weiblichen) Betreiber können weder auf Einkommen in einer Höhe, dass es die eigene Existenz zurzeit sichert noch dass vernünftig Krankheit, Alter, Ausfall im Falle von Berufsunfähigkeit und anderes mehr abgesichert sind.



    Wie Mimi schon schrieb, stecken hinter vielen solchen Läden Ehemänner mit gutem bis sehr gutem Einkommen.



    Und als Erbin eines Unternehmens hier als "Existenzgründerin" geführt zu werden, nenn ich zynisch, denn viele Risiken und Schwierigkeiten fallen für diese Menschen schlicht weg. Sie ernten meist nur, was bereits auf den von den Eltern bestellten Feldern zu finden war.



    Sorry, Gründerinnen sind andere.
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Ich frage mich bei vielen solcher Gründerinnen-Geschichten immer, ob die Damen es wirklich ganz alleine geschafft haben, oder ob dahinter ein Ehemann mit einem geregelten Einkommen stand, der sie im Fall eines Fehlschlags sanft abgefangen hätte.

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