Clean Eating - Liebe zu gesundem Essen

In der Kolumnen-Reihe "60 Stimmen" schreiben unsere Leserinnen. In diesem Artikel: Hannah Frey, wie man es schaffen kann, sauber zu essen.

60 Stimmen: Hannah Frey ist Gesundheitswissenschaftlerin aus Leidenschaft und bloggt auf Projekt: Gesund leben über Ernährung, Sport und Entspannung - also alles rund ums Thema "Gesund leben".

Hannah Frey ist Gesundheitswissenschaftlerin aus Leidenschaft und bloggt auf Projekt: Gesund leben über Ernährung, Sport und Entspannung - also alles rund ums Thema "Gesund leben".

Obwohl ich leidenschaftlich gerne koche, bleibt neben meiner Arbeit nicht viel Zeit für meine Ernährung. Deshalb stand früher oft Tiefkühlpizza auf dem Tisch oder der Lieferdienst vor der Tür. Oder ich lief mehrmals pro Woche nach der Arbeit abgehetzt zum Supermarkt und entschied vor Ort spontan, was auf meinen Teller kommt. Nicht nur mein Gewissen nagte an mir (als Gesundheitswissenschaftlerin hat man schließlich eine gewisse Vorbildfunktion), auch die Hosen wurden immer enger. Inzwischen habe ich aber "meine Ernährung" gefunden und möchte Ihnen zeigen, wie auch Sie es schaffen, sich trotz eines straffen Zeitplanes gesund zu ernähren.

Seit 2011 ernähre ich mich nach dem Clean-Eating-Konzept. "Clean Eating" ist keine Diät, sondern ein Ernährungskonzept, das langfristig verfolgt werden sollte. Dabei werden keine Kalorien, Punkte oder ähnliches gezählt. Es geht lediglich darum, natürliche, vollwertige und möglichst unverarbeitete Lebensmittel zu essen. Auf stark verarbeitete und industriell hergestellte Lebensmittel hingegen wird verzichtet. Wobei, ein wirklicher Verzicht ist das nicht, denn seit ich mich nach dem Clean-Eating-Konzept ernähre, habe ich eine Vielzahl an Lebensmitteln kennen gelernt, von denen ich zuvor noch nie gehört hatte. Haben Sie Quinoa, Chia-Samen oder Haselnussmilch schon einmal probiert? Diese Lebensmittel schmecken klasse und sind gesund. Wichtig ist, bei verarbeiteten Lebensmitteln immer auf die Zutatenliste zu achten. Lebensmittel mit mehr als fünf Inhaltsstoffen sind meist nicht "clean". Als Faustregel gilt, dass alle Zutaten, die uns unbekannt vorkommen oder die wir nicht aussprechen können, tabu sind. Dazu zählen Geschmacksverstärker, Farb- und Konservierungsstoffe und alle anderen E-Nummern.

Positive Effekte durch Clean Eating? Durch "Clean Eating" habe ich nicht nur ein paar überschüssige Kilos verloren, sondern fühle mich vor allem gesünder, vitaler und fitter. So habe ich nicht nur mehr Energie im Alltag, auch mein Hautbild hat sich durch die gesunde Ernährung verbessert und seit der Ernährungsumstellung bin ich nicht mehr so anfällig für Krankheiten wie vorher.

Kohlrabi-Carpaccio

Kohlrabi-Carpaccio

Wie fange ich an?? Drücken Sie die Reset-Taste und starten Sie neu durch - mit einem Kühlschrank voller frischer und gesunder Lebensmittel. Gehen Sie dazu als erstes in Ihre Küche und schauen in Ihren Kühlschrank und in die Vorratsschränke. Und lesen Sie mal nach, welche Inhaltsstoffe in den Lebensmitteln stecken, die Sie jede Woche einkaufen. Ich bin damals ganz schön erschrocken, als ich zusätzlich noch recherchiert habe, was sich hinter den unaussprechlichen Inhaltsstoffen versteckt. Wenn Sie den Schreck verkraftet haben, sortieren Sie alle Lebensmittel aus, die nicht "clean" sind. Zucker, Weißmehl, Geschmacksverstärker, Farbstoffe und Konservierungsstoffe haben in Ihrer Küche nichts zu suchen - verschenken Sie diese Lebensmittel.

Wochenplanung und Einkaufsliste? Früher bin ich oft jeden Abend nach der Arbeit in den Supermarkt gegangen, habe spontan überlegt, was ich abends essen möchte, und die Zutaten dann eingekauft. Im schlimmsten Fall mit leerem Magen. Mit der Zeit wurde mir bewusst, dass das tägliche Einkaufen nicht nur viel Zeit kostet, sondern auch teurer war als ein großer Einkauf pro Woche, weil so viel mehr Lebensmittel im Einkaufswagen landeten. Auch ungesünder fielen meine Einkäufe aus. Und so begab ich mich daran, meinen Einkauf zu optimieren. Jeden Samstag blättere ich nun durch meine Kochbücher und Zeitschriften und klicke mich durch Food-Blogs - so entsteht mein Wochenplan mit den Gerichten, die ich in der kommenden Woche kochen möchte. Darauf basierend schreibe ich meine Einkaufsliste und mache einmal wöchentlich meinen Großeinkauf. Dadurch spare ich nicht nur Zeit, sondern auch Geld - weniger Lebensmittel verderben und ich kaufe nur das, was ich wirklich brauche.

Gemüse-Tatar mit Bärlauchcreme

Gemüse-Tatar mit Bärlauchcreme

Vorbereitung Aber nicht nur die Wochenplanung hilft Ihnen dabei, sich trotz stressigem Alltag gesund zu ernähren. Auch die Vorbereitung von Mahlzeiten spielt beim "Clean Eating" eine wichtige Rolle. Im Berufsalltag ist es oft noch schwer, gesunde Gerichte abseits von Salat zu bekommen. Wer auf Nummer sicher gehen will, bereitet sein Essen am Vortag vor und nimmt es mit an den Arbeitsplatz. Ich verbinde dies einfach mit dem abendlichen Kochen und mache dabei etwas mehr, sodass ich eine Portion abgepackt in den Kühlschrank stelle und diese morgens mit ins Büro nehme. Außerdem bereite ich abends oft schon mein Frühstück für den nächsten Tag vor. Wenn ich weiß, dass es morgens stressig wird, sind das "Overnight Oats": Ein richtiges Powerfrühstück - schnell zubereitet, gesund, schmackhaft, sättigend. Hinter dem trendigen Begriff verstecken sich langweilige Haferflocken, die über Nacht eingeweicht werden. Das "Grundrezept" ist denkbar einfach und besteht lediglich aus Haferflocken und Flüssigkeit. Ich nehme pro Portion ca. 40g Haferflocken und 120ml an Milchalternativen wie Mandelmilch, Nussmilch, Reismilch oder Hafermilch. Sie können aber natürlich auch normale Milch, (Soja-)Joghurt oder einfach Wasser benutzen. Am Vorabend wird das Frühstück vorbereitet und über Nacht in einer Dose oder einem Glas in den Kühlschrank gestellt. Die Haferflocken saugen die Flüssigkeit auf und eine Art Brei entsteht. Hinzu kommen Früchte, die Sie entweder schon abends oder erst am nächsten Morgen hinzu geben. Die Früchte können Sie einfach klein schneiden, pürieren oder mit einer Gabel zerdrücken.

Vielleicht haben Sie es gemerkt - im Prinzip ist "Clean Eating" kein neues Konzept. Die gute alte Vollwertkost wurde ein wenig aufgemotzt und mit einem modernen Namen versehen, der bereits in den 1980er Jahren in den USA geprägt wurde und in den letzten Jahren dank Tosca Reno Bekanntheitsgrad erlangte. Aber wenn diese Modernisierung dabei hilft, Menschen zu einer gesunden Ernährung zu motivieren, ist dies meiner Meinung nach nur positiv!

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Kommentare (26)

Kommentare (26)

  • Anonymer User
    Anonymer User
    Hallo und danke für den Artikel. Also ich möchte mich gern zu Vollwertkost und clean eating äußern. Ich habe mich in den 80ern vollwertig ernährt und noch viele Bücher aus dieser Zeit. Und ich denke doch, dass sich die Vollwertkost weiterentwickelt hat und sich mittlerweile anders nennen darf. Viele Zubereitungsformen in den 80er Jahren fand ich zu schwer und unverdaulich. Um nur ein Beispiel zu nennen. Das sind Fehler, die heute keiner mehr macht. Die Ernährungswissenschaft ist einfach weiter heute, weiß mehr. In den 80ern war alles sehr ideologisch.Meine Vollwert-Bücher aus den 80ern will keiner mehr haben, vieilleicht noch aus nostalgischen Gründen. So kocht kein Mensch mehr. Heute ist die vollwertige Ernährung, naja, wie soll ich es nennen, klüger, leichter. Den Begriff clean eating finde ich auch, tut mir sehr leid: etwas zu hoch, wer weiß schon, wie sauber unser Essen ist, aber sonst: herzlichen Dank an die Autorin, es innert mich an die Kämpfer der alten Zeiten.
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Hallo Paragu,



    klar ist Kritik erlaubt, dafür ist die Kommentarfunktion ja da. Der Artikel ist mit "Clean Eating" betitelt, weil das von mir vorgestellte Konzept, welches aus dem amerikanischen Raum stammt, dort so genannt wird und auch hierzulande immer populärer wird. Ganz einfach. Leider ist eine Ernährung ohne industriell hergestellte Lebensmittel für die meisten nicht selbstverständlich, ein Blick auf die Kassenbänder im Supermarkt reicht da aus.



    Ich für meinen Teil beschäftige mich nicht übermäßig mit Essen, keine Sorge ;-) Und falls doch, dann nur beruflich, denn das weite Feld der Gesundheitsförderung ist mein Job - daher halte ich auch eine "Vorbildfunktion" für durchaus erforderlich.



    Die Kritik am derzeitigen Gesundheits- und Fitnesstrend kann ich auch nur gutheißen, wenn dadurch Menschen, die sich vorher nicht um ihre Gesundheit gekümmert haben und keinen Sport gemacht haben etc. nun motiviert werden, gesünder zu leben.
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Hallo Marie,

    an dem Konzept ist nichts falsch.

    Nur - wenn es nicht mehr ist als das, was Sie beschreiben, warum nennt man es dann nicht so?

    Weil einen Artikel, der mit der Überschrift "ich esse keine industriell hergestellten Lebensmittel" betitelt ist, keiner liest?

    Warum so ein Etikett?

    Das verstehe ich nicht.

    Warum so ein Aufwand, um etwas zu beschreiben, was ohnehin selbstverständlich ist oder zumindest sein sollte?

    Das beinhaltet für mich durchaus eine übermäßige Beschäftigung mit Essen bzw Nicht-Essen und ich frage mich, was Menschen dazu treibt - ist es vielleicht doch die erwähnte "Vorbildfunktion" als Gesundheitswissenschaftlerin, welche die Autorin erwähnt?

    Es passt alles viel zu gut in den derzeitigen Gesundheits-, Fitness-, Schlankheitswahn, der uns alle umgibt.

    Es muß Kritik daran erlaubt sein - Hype darum gibt es schon genug.
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Hallo Sany und Marie,



    ich stimme euch voll und ganz zu, danke für eure Meinungen :-)
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Ich bin etwas irritiert über die Kritik an dem Artikel über das Clean Eating - was kann denn bitteschön falsch sein an dem Konzept keine industriell hergestellten Lebensmittel zu essen? Man sollte doch darauf hinweisen dürfen, dass Lebensmittel wie all die bunten Fruchtflakespuddingjoghurts und zuckerlastigen Frühstücksflockenmischungen, Dosengemüse, Tütensuppen etc. pp. als tote Kalorien mit echter frischer Nahrung wenig zu tun haben. Ich habe eine junge Tochter, mit der ich leckere Wraps, Salate, Burger, Pizza, Knuspermüsli, Brot, Eis usw frisch zubereite. Damit haben wir weniger Zusatzstoffe in der Nahrung was ich für wesentlich gesünder halte als das industrielle Fertigfutter. So einfach ist das.

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