Mobile Ansicht
Für eine bessere Darstellung
auf die mobile Ansicht wechseln
Weiterlesen Mobile Ansicht

"Ich kann mir nichts Erfüllenderes vorstellen als diese Gestaltungsfreiheit über meinen Körper"

Gegenüber Bodybuilderinnen heißt es schnell: Das sind doch keine echten Frauen! Auch Ulrike Hacker kennt die Vorurteile und sagt: Im Prinzip macht jede Frau, die an ihrer Figur arbeitet, Bodybuilding. Sie gehe dabei eben nur einen Schritt weiter. Warum es für sie nichts Erfüllenderes gibt als den Kraftsport, erklärt sie in der Leserkolumne "Stimmen".

Ulrike Hacker, 24, stammt aus Mecklenburg-Vorpommern und hat an der Hochschule Wismar kürzlich ihr BWL-Studium mit dem Master abgeschlossen. Sie betreibt Fitnesstraining mit dem Schwerpunkt auf CrossFit und war auch im Wettkampf-Bodybuilding aktiv.

Randgruppen müssen ja schon per Definition gegen Vorurteile kämpfen. Auf die der Bodybuilder und speziell der Frauen, die dieser Passion nachgehen, trifft das wohl in besonderer Weise zu. Dabei ist die Ausübung dieser Sportart per se gar nicht mit Flachbrüstigkeit, tiefer Stimme oder gar Bartwuchs verbunden: Das Wort Bodybuilding bedeutet sinngemäß "Körper-Modellierung", und somit ist doch eigentlich jede Frau, die an ihrer Figur arbeitet und ihrer Idealvorstellung nacheifert, irgendwie eine Bodybuilderin.

Dies alles auf Wettkampfniveau zu betreiben ist natürlich noch mal eine andere Hausnummer. Da darf keine Ausrede eine Lücke in den Trainingsplan reißen, kein Stück Geburtstagskuchen die Kalorienbilanz verderben. Apropos Essen: Hier trennt sich die Spreu vom Weizen (Weizenprodukte sind übrigens für uns indiskutabel). Wettkampf-Diät bedeutet, wochen- und monatelang täglich das Gleiche zu essen, Reis, Pute, Gurke, grammgenau abgewogen, nach der Uhr, mit sich stetig verkleinernden Portionen bis weit unterhalb des Seniorenteller-Niveaus. Dazu Trinkwassermengen, wie man sie sonst nur in der Kamelzucht findet.

Wie ich die Disziplin für das alles aufbringe? Gar nicht, denn wer wahre Leidenschaft in sich trägt, der braucht kein eisernes Durchhaltevermögen. Und wer einmal akzeptiert hat, dass jede Ausnahme die Ziellinie ein Stück weiter nach hinten verrückt, der bleibt auch mit Freude konsequent. Nicht nur dieses Gefühl im Rampenlicht da oben auf der Bühne ist all die Strapazen wert, sondern auch und vor allem die innere Stärke, die du schöpfst, wenn du stark geblieben bist und zu dir gestanden hast, auch in harten Zeiten. Und wenn du die nach außen ausstrahlst, dann wirst du nur Zuspruch von deinen Mitmenschen erfahren, egal, wie nonkonform dein Handeln auch sein mag. So zumindest meine persönliche Erfahrung.

Ich habe übrigens auch zu Wettkampf-Zeiten Konfektionsgröße XS/S getragen. Auch die Bodybuilding-Verbände passen ihre Regelwerke dem Zeitgeist an, um möglichst viele Frauen für diesen etwas anderen Sport zu begeistern. Es gibt heute Einsteigerklassen, in denen Athletinnen an den Start gehen, die unserem gesellschaftlichen Schönheitsideal in keinster Weise widersprechen. "Strong is the new skinny", heißt es ja auch.

Aber es muss ja auch nicht immer gleich auf die Bühne gehen. Zumal Bodybuilding kein Hobby für Sparfüchse ist: Allein für einen standesgemäßen Bikini werden hier schnell einige hundert Euro fällig. Ich allerdings kann mir nichts Erfüllenderes vorstellen als diese Gestaltungsfreiheit über meinen Körper. Wo im Leben hat man denn sonst noch so viel Handlungsspielraum, für was trägt man mehr Verantwortung als für sich selbst? Es ist ein bisschen, als könnte man in die Rolle Gottes schlüpfen. Und glaubt mir: Ein Blaubeermuffin kann gar nicht besser schmecken, als nach dieser monatelangen, tristen Schonkost.

Kommentare (1)

Kommentare (1)

  • Anonymer User
    Anonymer User
    Ein eher trister und inhaltsloser Artikel. Schade, hat das Thema doch mehr Potential. Aber leider gelingt es der Autorin nur, sich selbst in den Vordergrund zu spielen.

Unsere Empfehlungen

KlickstarterNewsletter
Bild Montagsnl

Lieblingsartikel direkt in dein Postfach

Melde dich jetzt kostenlos an!

Diesen Inhalt per E-Mail versenden

"Ich kann mir nichts Erfüllenderes vorstellen als diese Gestaltungsfreiheit über meinen Körper"

Gegenüber Bodybuilderinnen heißt es schnell: Das sind doch keine echten Frauen! Auch Ulrike Hacker kennt die Vorurteile und sagt: Im Prinzip macht jede Frau, die an ihrer Figur arbeitet, Bodybuilding. Sie gehe dabei eben nur einen Schritt weiter. Warum es für sie nichts Erfüllenderes gibt als den Kraftsport, erklärt sie in der Leserkolumne "Stimmen".

Du kannst mehrere E-Mail-Adressen mit Komma getrennt eingeben

E-Mail wurde versendet
Deine Mail konnte leider nicht versendet werden