"Ich will reich werden - nur wie?"

Ana Sikh träumt seit jeher vom Haus im Süden, nur leisten konnte sie es sich nie. Damit soll jetzt Schluss sein: Sie will reich werden. Richtig reich. Sie versucht, mit lukrativen Jobs, Ratgebern, Youtube-Videos und einem Schamanen, zu Geld zu kommen. Ob das geklappt hat, erzählt sie in der Leserkolumne "Stimmen."

Ana Sikh, 38, ist verheiratet und hat zwei Töchter. Seit kurzem lebt sie in Spanien und wenn sie nicht gerade surft oder meditiert, unterstützt sie die UNHCR mit Fundraising. Oder arbeitet an ihrem neuesten Projekt zum Thema "Reich-werden", einem Start-Up aus dem Bereich E-Commerce.

Ana Sikh, 38, ist verheiratet und hat zwei Töchter. Seit Kurzem lebt sie in Spanien und wenn sie nicht gerade surft oder meditiert, unterstützt sie die UNHCR mit Fundraising. Oder arbeitet an ihrem neuesten Projekt zum Thema "reich werden", einem Start-Up aus dem Bereich E-Commerce.

Seit ich denken kann, träume ich davon, ein Haus irgendwo im Süden auf einer Insel zu haben. Mit Palmen und Zypressen und nicht zu weit entfernt von einer türkis-blauen Bucht, in die sich nur selten Menschen verirren und in der man abends im Sternenlicht an einem Lagerfeuer sitzen und dem Zirpen der Grillen zuhören kann.

Ich träume von einem Leben mit vegetarischer Kost und wenig Annehmlichkeiten und trotzdem ist die Verwirklichung dieses Traums bisher aus einem simplen Grund nicht in Erfüllung gegangen: Mir fehlt das Kapital, um ein Immobilienobjekt zu kaufen oder auch nur zu mieten, und ich muss mich jeden Monat für einen Arbeitgeber versklaven, damit ich die laufenden Rechnungen bezahlen und einen normalen Lebensstil führen kann.

Dabei ist es gar nicht so, dass ich nicht schon in den richtigen Startlöchern stand, um "reich" zu werden. Ich habe eine solide Ausbildung gemacht und es sogar bis zu zwei erfolgreichen Examina in Jura geschafft, allerdings wusste ich auch schon direkt nach dem Abschluss des Examens, dass ich mit dieser Tätigkeit nicht nur nicht glücklich werden würde, sondern vermutlich auch nicht besonders reich.

Vielleicht würde ich mit einem 16-Stunden Tag irgendwann eine Partner-Position erreichen, nach jahrelangem Abtauchen in unzähligen Aktenbergen, eingemottet in Paragraphen und Normen. Ein Leben im Stand-By-Modus. Aber vielleicht wäre ich bis dahin auch schon längst ausgesiebt aus dem Hamsterrad, ausgebrannt und abgeschrieben.

Ich begann also, nach Alternativen zu suchen und habe verschiedene Tätigkeiten ausprobiert, Verkauf, Beratung - alles Jobs, mit denen man relativ leicht und schnell Geld verdienen kann. Dennoch hat es, vielleicht mangels Talent oder Engagement, bisher noch nicht mit dem großen Reichtum geklappt. Ich kann mich nicht beklagen.

Ich komme gut über die Runden, wahrscheinlich geht es mir besser als vielen anderen. Aber zufrieden bin ich trotzdem nicht, ich will mehr - und zwar mehr Reichtum. In den letzten Monaten ist der Wunsch in mir gereift, reich zu werden, und zwar "richtig reich". Vielleicht nicht wie Bill Gates oder Amancio Ortega, aber doch schon so, dass ich nie mehr irgendwo für irgendjemanden arbeiten muss und mir meine großen und kleinen Wünsche jederzeit erfüllen kann.

Ich beginne also nachzuforschen, was der Unterschied ist zwischen den Reichen und den Nicht- Reichen. Was sind die Kriterien, die dazu führen, dass man reich wird. Was in den meisten Ratgebern und schlauen Büchern zum Thema "Reichwerden" steht, ist eigentlich immer dasselbe. "Es liegt anden Gedanken". "Dein Geist entscheidet ob Du reich oder arm bist." "Es liegt in Deiner Macht, Dein Leben zu ändern." Schön gesagt. Seit Wochen sage ich meinem Geist, dass ich "reich" werden, im Lotto gewinnen, ein regelmäßiges Einkommen ohne Aufwand erhalten will.

Nichts hat bisher funktioniert. Ich lasse mich mit Affirmationen zum Reichtum auf berieseln. 222 Reichtums-Affirmationen in drei Minuten, "Ich bin reich", "Ich bin finanziell unabhängig", im Sekundentakt dringen die Sätze in mein Unterbewusstsein ein und trotzdem trudeln ständig neue Rechnungen ein. Auto kaputt, Versicherung bezahlen, Kindergartengebühren sind gestiegen. Von einem neuen Reichtum ist nichts zu spüren.

Eine gute Freundin sagt, ich solle meine Zeit nicht mit diesem Quatsch verschwenden und mir lieber einen zweiten Job besorgen. Vielleicht hat sie recht und es ist alles Quatsch. Wie oft muss man an einem 50.000-Euro-Klopfrunden-Seminar teilnehmen, bis man die 50.000 Euro erhält? Oder sind die ganzen Reichtums-Berater alles Betrüger und Schlitzohren, die mit ihren Seminaren und Trainings nur für sich selbst eine lukrative neue Einkommensquelle geschaffen haben?

Ich weiß es nicht, aber ich gebe noch nicht auf. Die neuste Technik, die ich entdeckt habe, ist ein schamanisches Vorgehen. Der Schamane konzentriert sich auf die Reichtums-Blockaden und löst diese mit meditativer Konzentration auf. Ich weiß nicht ob es am Schamanen liegt oder an meinen Gedanken, aber ich fühle eine starke Hitze im unteren Rückenbereich. In den Nächten nach der Meditation kommen Bilder in mir hoch, die mir signalisieren, dass ich Reichtum unterbewusst immer abgelehnt habe. "Du sollst bescheiden sein", "Das brauchst Du nicht", "Das kann ich mir nicht leisten" - nur einige der typischen Sprüche, die mich schon ein Leben lang begleiten und mit denen ich mich jahrelang selbst auf "Bescheidenheit und Armut" programmiert habe. Aber eben nicht auf "Reichtum".

Ist es denn überhaupt o.k., sich Reichtum und Überfluss zu wünschen bei der Armut, die in vielen Teilen der Welt herrscht? Wieder so ein selbst eingetrichterter Glaubenssatz, mit dem ich meine Programmierung auf Reichtum bombardiere. Es sei schon in Ordnung, sich Wohlstand und Reichtum zu wünschen, sagt mein Schamane und Coach.

Der Kosmos sei unendlich reich und ich habe ein Anrecht darauf, mir alles zu wünschen, was mir das Leben bieten kann. Es fällt mir schwer, daran zu glauben, aber zum ersten Mal erkenne ich, wie reich ich trotz allem bin: Ich habe zu essen, mehr als genug Kleidung, ein Dach über dem Kopf, Familie und Freunde, die für mich da sind, wir sind gesund und manchmal fahren wir sogar in Urlaub.

An der Ecke steht ein Mann und bittet um Geld für Essen. Ich gebe ihm ein Brot und schäme mich ein bisschen dafür, dass ich bisher so wenig auf die Bettler in der Straße geachtet habe. Wie wäre es, wenn mir das Geld wirklich nicht reichen würde, um mir etwas zu essen zu kaufen, und ich mich an die Straße stellen müsste für einige Münzen?

Auch wenn das Experiment für mich noch nicht vorbei ist und ich noch viele Ideen habe, wie ich schnell und einfach zu Geld und Reichtum kommen kann, ist mir schon vieles klarer geworden. Wenn es wirklich die Gedanken sind, die für meinen Reichtum verantwortlich sind, dann wird es Zeit, dass ich meine Gedanken besser im Griff habe. Dass ich dankbar bin für das, was ich schon habe, und Achtsamkeit für die Menschen, die weniger haben als ich, und ich mit ihnen das teile, was ich schon jetzt habe.

Denn: Der äußere Reichtum reflektiert immer auch den inneren Reichtum. Jetzt muss er nur noch kommen.

Teaserbild: Parque/Corbis

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Kommentare (12)

Kommentare (12)

  • Anonymer User
    Anonymer User
    Nun, ich glaub mittlerweile ist allen klar, dass man nicht mehr mit einem Sparkonto irgendetwas erreichen kann. Bei einem Leitzins um die 0%, ist das auch nicht möglich.



    Ich bin fest überzeugt, dass selbst konservative Anleger mittlerweile einsehen sollten ihr Geld zu investieren. ( http://tradely.de/schnell-reich-werden-ohne-zu-arbeiten/ ) Ich hab auch keine Ahnung warum die Börse in Deutschland so verrufen ist.



    Klar, einfach ne Aktie kaufen und hoffen, dass das schon was wird, wird nicht funktionieren. Man muss sich informieren und einiges lernen, aber dann kann man schon was erreichen.
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Man sollte sich einen "Masterplan" zu recht legen.



    Aber eins vor weg:Reich wird man nicht über Nacht wer was anderes behauptet ist schlichweg nicht seriös.



    Ich suchte ebenfalls wirklich ewig nach dem heiligen Gral des "Online Geld verdienen" und musste wirklich übelst oft auf die Nase fallen bevor ich erkannte dass dies einfach nicht von heute auf morgen funktioniert.



    Heute verdiene ich "Nebenbei" fast doppelt soviel wie in meinem Hauptjob. Letzten Monat waren es 3215.65€.



    ABER es ging halt nicht von heute auf morgen wie bereits erwähnt aber schaffen kann es dennoch JEDER.



    Ich begann zb mit PTC Seiten wie:



    http://www.topstarclick.com/?ref=noshay



    wo man fürs anschauen von Werbung bezahlt wird. weitere Verdienstmöglchkeiten bietet die Seite ebenfalls noch so dass ich innerhalb von einigen Monaten dort bereits knapp 1000$ verdiente.



    Dieses Geld reinvestierte ich weiter



    wenn du weitere Fragen hast stell sie hier oder schreib mir an Noshay@hotmail.de
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Eine Möglichkeit, nicht unbedingt zum "reich" werden, aber zum flexibler arbeiten bietet http://www.edudip.com/r/wufcabfu - online Webinare geben.
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Guter Artikel! Ja, es ist wichtig, sich die Frage zu stellen, was man mit dem Geld Sinnvolles anfangen will bzw. wie wir leben können, dass wir glücklich sind?



    Anbei einige Tipps auch von mir zum Gelderwerb: sorglos-geldverdienen-online.com



    LG Marcus
  • Anonymer User
    Anonymer User
    @Susanne Goy - finde Du hast recht. Wirklich wichtig ist "wie" man leben möchte. Toll finde ich z.B. wenn man Zeit hat, für Dinge die einem Spass machen (und nicht unbedingt viel kosten)... viel Freizeit - unbezahlbar :)



    @Würgo: also ich finde ja schon dass Hugh Hefner viel für die Menschheit getan, zumindest bereitet er tausenden von Männern (Frauen?) jede Woche (Monat?) viel Spass und gewährt Einblicke die Otto Normalo sonst vermutlich nicht hätte. Und was Donald Trump und Co betrifft schaffen diese zumindest Jobs und Einkommen für hunderte von Mitarbeitern. Also warum stehst Du nicht von Deinem Sofa auf, kaufst Dir den Playboy und trinkst eine Flasche von dem Prosecco für den Paris Hilton Werbung macht. Es ist doch nicht schlecht, dass Du genug Zeit und Geld hast, das zu tun :)

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