Vier Fragen an den Experten aus aktuellem Anlass
Wir sprachen mit Dr. med. Gerhard Sattler, Gründer der Rosenpark Klinik für Ästhetische Chirurgie und Präsident der GÄCD (Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland).
BRIGITTE.de: Herr Doktor Sattler, steigt die Nachfrage nach Brustvergrößerungen?
Gerhard Sattler: Ich würde sagen im Vergleich von 2010 zu 2009 ist die Anzahl der Brust-Vergrößerungs-OPs um circa 20 Prozent gestiegen.
Ist die Brust-OP als Geburtstagsgeschenk zur Volljährigkeit in Deutschland also bald üblich?
Ganz und gar nicht. In Deutschland wird mit dem Thema im Gegenteil meistens sehr gewissenhaft umgegangen. Bei deutschen Frauen dauert es im Schnitt vier Jahre von der ersten Überlegung bis zur OP. Die Britinnen brauchen acht Monate. Übrigens würde ich die rechtliche Volljährigkeit und die ästhetische nicht gleichsetzen. Letztere hat man mit circa 25 erreicht. Und je jünger unsere Kunden sind, desto intensiver beraten wir. Wir setzen auf medizinische und psychologische Doppelberatung.
Wie hoch ist generell das Risiko beziehungsweise die Sterberate bei Brustvergrößerunges-OPs?
Die Sterberate ist verschwindend gering bei einer Augmentation (Anmerkung der Redaktion: Augmentation heißt Vergrößerung). Das Risiko einer Verhärtung des Implantats liegt zum Beispiel bei 2 bis 3 Prozent. Eine Einschränkung der Stillfähigkeit ist äußerst selten.
Welche OPs sind am häufigsten bei Frauen? Welche bei Männern?
Fettabsaugen steht bei Frauen hoch im Kurs. Am Rücken und in der Taille. Dann kommen Oberarme und Brustkorb. Die Männer nehmen die Liposuktion an der Brust und am Bauch vor.
Busen: größer, straffer, schöner?
Während vor wenigen Jahren noch B die gefragteste Körbchengröße war, ist inzwischen C das Maß der Dinge. Das entspricht einer Implantatgröße zwischen 200 und 300 ccm (also etwa einem Paket Butter auf jeder Seite).
Gerade sehr junge Frauen fühlen sich oft mit kleinem Busen nicht weiblich genug. Schon 15-Jährige wollen sich unters Messer legen und sich die Brust vergrößern lassen - manchmal sogar mit Einverständnis der Eltern. So ergab auch eine im Auftrag von BRIGITTE durchgeführte Emnid-Umfrage, dass 18 Prozent aller Frauen unter 30 Jahren meinen, dass sie es im Leben leichter hätten, wenn sie sich operieren ließen und 23 Prozent der Frauen zwischen 30 und 39 Jahren würden einen Eingriff machen, wenn er nicht so teuer wäre.
Der jüngste Fall der Erotikdarstellerin Cora, die nach der sechsten Schönheits-OP in einer Hamburger Spezialklinik ins Koma fiel und nach neun Tagen verstarb, zeigt erneut, dass schönheitschirurgische Eingriffe mit erheblichen Risiken verbunden sind. Welche genau das sind, zeigen wir anhand verschiedener Methoden zur Brustvergrößerung auf den nächsten Seiten.


















Eine Frau jedoch, die ihr Leben lang unter einer kaum oder garnicht vorhandenen Brust gelitten hat, und bei der die OP lediglich aus der Motivation heraus auf sich genommen wird, endlich wie eine "normale" Frau auszusehen (die psychosexuelle Bedeutung einer weiblichen Brust darf nämlich nicht unterschätzt werden, hier können wohl nur betroffene Personen mitreden), hat meiner Meinung nach eine gute Wahl getroffen und ich finde dass da die Krankenkassen erheblich öfter bereit sein solllten, die OP zumindest teilweise zu übernehmen, anstatt Jahre lang ergebnislose Psychotherapie zu fin
Oder weil es bei der Brust so "gut" funktioniert hat, mit dem sich besser fühlen, die nächste vermeintliche Baustelle unters Messer muss.
Gerade vor solch tragischen Geschichten wie bei "Cora" wäre eine kritische Betrachtung der Frage, ob OP´s das rechte Mittel für Selbstzufriedenheit sind, dass Selbst-Bewusstsein streng genommen eben kein Körbchen-Bewusstsein ist und dass es recht widersprüchlich ist, über die Veränderung des eigenen Körpers sein Selbst-Bewusstsein zu verbessern, nicht verkehrt gewesen.