16. Mai 2013
mehr1. Ein Tupfer Zahnpasta lässt Pickel verschwinden – stimmt das?
Nein. Zwar wirkt Menthol in der Zahnpasta kühlend. Doch das Fluor in den meisten Pasten kann den Pickel noch mehr entzünden, er wird noch dicker. Zahnpasta ist bei Pickeln also kein geeignetes Hausmittel.
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2. Honig gegen raue Lippen – hilft das?
Ja. Honig enthält unter anderem Vitamine, Mineral-, Eiweiß- und Feuchthaltestoffe, die in die oberen Schichten der Haut gelangen und sie regenerieren. Außerdem wirkt Honig entzündungshemmend. Eine Honig-Lippen-Maske ist allerdings nur was für Disziplinierte in Sachen Beauty, die den Honig nicht gleich wieder ablecken.
3. Karotten wirken wie Sonnencreme von innen – stimmt das?
Nein. Karotten oder das darin enthaltene Beta-Carotin schützen weder vor Sonnenbrand, noch helfen sie braun zu werden. Dieser natürliche UV-Schutz entsteht nämlich erst durch Sonne! Jedoch kann die schädliche Wirkung von freien Radikalen, die beim Sonnen entstehen und das Bindegewebe schlaff machen, gebremst werden - Beta-Carotin ist ein Radikalfänger. Hautärzte empfehlen deshalb, etwa sechs Wochen vor dem Urlaub, Beta-Carotin-Pillen (2 x 25mg/pro Tag) zu schlucken.
4. Viel Wasser trinken macht glatte Haut – stimmt das?
Nein. Es gibt keine direkte Pipeline vom Magen in die Haut. Straff wirkt die nämlich nur, wenn sie gut durchblutet ist und das Bindegewebe fest und prall. Trotzdem: zwei Liter salzarmes (!) Mineralwasser am Tag sind wichtig für den Organismus. Um Wassereinlagerungen im Bindegewebe (Schwellungen, Ödeme) zu vermeiden, nicht zuviel Salziges essen!
5. Ein Ei als Haarkur – hilft das?
Jein. Lecithin (aus dem Eidotter) schützt zwar vor dem Austrocknen, gerinnt aber bei Körpertemperatur. Haarig wird's deshalb, wenn es ans Ausspülen mit warmem Wasser geht - das Ei wird fest und man bekommt es schlecht wieder raus. Also eher kein geeignetes Beauty-Hausmittel.
6. Mit Propolis-Salbe heilen Wunden schneller – stimmt das?
Jein. Das Bienen-Sekret, das die fleißigen Flieger zum Wabenbau benutzen, wurde bereits in der Antike zur Wundpflege eingesetzt. Allerdings reagiert empfindliche Haut auf Propolis - ob pur oder in Cremes - schnell gereizt. Auch Allergien sind nicht selten. Gelangen zum Beispiel Pollenspuren über offene Wunden in den Körper, können sie das Immunsystem sensibilisieren und sogar Heuschnupfen auslösen.
7. Schwarzteebeutel gegen dicke Augen – hilft das?
Ja. Die Gerbsäure (Tannin) im schwarzen Tee wirkt abschwellend und hautberuhigend. Wer aber über einen längeren Zeitraum geschwollene Lider hat, sollte zum Arzt gehen, um eine Krankheit (z. B. Nierenprobleme) auszuschließen.
8. In Milch baden beschert eine Samt-Haut – stimmt das?
Ja. Denn die Milchsäure macht die Haut schön weich, und das Milchfett wirkt rückfettend. Allerdings muss man schon einen oder besser zwei Liter Milch ins Badewasser geben (am Besten ganz zum Schluss, damit sie nicht ausflockt).
9. Zitronensaft plus Sonne macht die Haare blonder – stimmt das?
Jein. Luftsauerstoff in Kombination mit UV-Strahlung oxidiert im Haar - das hellt auf, strapaziert allerdings auf Dauer und bleicht trotzdem nur minimal. Die Fruchtsäure als Haarkur dagegen wirkt adstringierend: die Schuppenschicht schließt sich, die Haare glänzen - und wirken blonder.
10. Kräftiges Bürsten bringt Glanz ins Haar – stimmt das?
Nein. Omas 100 Bürstenstriche sind ein alter Hut, und ständiges Gezerre am Haar macht die Schuppenschicht kaputt, das Haar wird porös und bricht leichter. Morgens und abends einmal mit einer guten Bürste durchkämmen, das bringt's eher. Dabei werden die Haare ausgerichtet, die Schuppenschicht glättet sich, und Licht wird besser reflektiert.
11. Gesichtsgymnastik wirkt wie ein Face-Lifting – stimmt das?
Nein. Wenn die Konturen absacken, liegt das am Bindegewebe. Extremes Grimassenschneiden lässt sogar Mimikfalten entstehen. Beispiele? Bei Pustebacken gibt's Falten auf der Oberlippe, und wer den Mund spitz-breit-spitz-breit verzieht, züchtet sich eine Nasolabialfalte (die Furche von der Nase zum Mund).
12. Nagellack schützt die Nägel – stimmt das?
Jein. Die Oberfläche des Nagels wird geschützt - zum Beispiel, wenn man viel mit Wasser hantiert. Doch wer oft lackiert, benutzt auch regelmäßig Nagellackentferner. Und dann wird es problematisch. Denn auch acetonfreie oder acetonähnliche Lösungen können bei häufiger Anwendung die Nägel austrocknen und brüchig machen.
13. Kieselsäure kräftigt die Nägel – stimmt das?
Nein. Es gibt keine aktuellen, repräsentativen Studien, die das beweisen. Was aber gezielt Nägel und auch Haare schön macht, ist Biotin. Wer täglich etwa 2,5 Milligramm zu sich nimmt (am besten als Kombipräparat aus Vitaminen, Spurenelementen und Aminosäuren), sieht nach circa drei Monaten erste Effekte.
14. Zitronen für zarte Ellenbogen – stimmt das?
Da ist was dran: Einfach nach dem Auspressen die Ellenbogen für zehn Minuten in je eine Zitronenhälfte stützen. Dabei weicht die Fruchtsäure die oberste Hornschicht auf. Anschließend den Zitronensaft abwaschen, abtrocknen und die Haut gut eincremen.
15. Je fetter die Nachtcreme, desto besser – stimmt das?
Jein. Wer eine fette Haut hat, züchtet sich damit nur Pickel. Bei trockener Haut dagegen ist viel Fett wichtig - besonders nach der Reinigung. Und auch tagsüber kann eine reichhaltige Nachtcreme an eiskalten Wintertagen ein guter Schutz sein.
16. Anti-Cellulite-Cremes sind super fürs Dekolleté – stimmt das?
Ja. In den Cremes gegen Cellulite stecken neben hautstraffenden vor allem durchblutungsfördernde Inhaltstoffe wie Koffein, ätherische Öle oder Nikotinsäure. Gute Durchblutung regt für einige Stunden die Regeneration der Haut an. Aber Vorsicht, wer dazu neigt, kann durch die Weitstellung der Gefäße hektische Flecken bekommen.
17. Schokolade macht Pickel – stimmt das?
Nein. Schokolade macht glücklich. Weil sie die Ausschüttung von Glückshormonen (Serotonin) anregt. Wer nach dem Naschen ausschlagartig blüht, sollte abklären, ob zum Beispiel eine Allergie gegen die Nüsse in leckerer Nuss-Schokolade vorliegt. Tipp: Nicht selten stecken aus produktionstechnischen Gründen auch in ganz normaler Milch-Schokolade noch Spuren von Nüssen.
18. Hämorridencreme gegen Tränensäcke – stimmt das?
Nein! In den gängigen Cremes stecken Wirkstoffe, die die empfindliche Haut um die Augen reizen, wie etwa Heparin.
19. Tägliches Peelen macht die Haut klar und rosig – stimmt das?
Nein. Die Haut erneuert sich bis zum Alter von etwa dreißig im 28-Tage-Rhythmus - und mit zunehmendem Alter noch langsamer. Also ist ein Peeling einmal im Monat ausreichend, ein Zuviel reizt die Haut. Eine Massage dagegen trägt ganz sanft tote Hautschüppchen ab und kurbelt die Durchblutung an. Und das macht wirklich einen rosigen Teint.
20. Meersalzbäder heilen die Haut – stimmt das?
Ja. Besonders die Mineralstoffe im Salz aus dem Toten Meer (Magnesiumchlorid, Magnesiumsulfat, Natriumchlorid, Kalziumsulfat) verbessern die Feuchtigkeitsaufnahme der obersten Hautschicht. Vor allem das Magnesium wirkt hautberuhigend. Für den Hausgebrauch schüttet man etwa 500 Gramm davon ins 37 Grad warme Badewasser (gibt's in Drogerien und Apotheken). Vorsicht bei Blutdruckproblemen und Schwangerschaft! Lieber den Arzt fragen, bevor Sie in die Wanne steigen.
21. Backpulver macht die Zähne weiß – stimmt das?
Ja. Backpulver reagiert beim Putzen basisch und trägt so Zahnbeläge ab. Achtung! Bei dieser Low-Budget-Alternative zum Bleichen mit Wasserstoffperoxid verschwindet jedesmal eine kleine Schicht des Zahnschmelzes. Er wird poröser, und Ablagerungen setzen schnell wieder an.
22. Zitronsaft vertreibt Sommersprossen – stimmt das?
Nein. Zitronensäure hat zwar einen leicht bleichenden Effekt, aber gegen Sommersprossen, die Pigmentansammlungen in den oberen Hautschichten sind, wirkt die Säure nicht.
23. Heiße Wickel helfen gegen Cellulite – stimmt das?
Nein. Durch die Hitze verliert der Körper lediglich Wasser. Außerdem neigt Cellulitehaut zu Besenreisern (Zeichen für eine Bindegewebsschwäche), die durch Wärme verschlimmert werden. Und durch die Weitstellung der Gefäße kann noch mehr Gewebewasser im Bindegewebe/Fettgewebe versacken, die Cellulite wird schlimmer!
24. Augentropfen für klare Blicke – stimmt das?
Ja. Der Wirkstoff Tetryzolin zieht die Blutgefäße am Auge zusammen, die Rötung verschwindet. Allerdings werden die Augen mit der Zeit süchtig nach den Tropfen, die Gefäße weiten sich noch mehr als zu Beginn der Tropfen-Therapie. Auch künstliche Tränenflüssigkeit lieber nicht in Eigenregie nehmen. Hinter einem geröteten oder trockenen Auge kann sich eine ernsthafte Krankheit verbergen.
25. Saunen ist gut für die Haut – stimmt das?
Jein. Nach dem Heiß-Kalt-Effekt des Saunens ist die Haut toll durchblutet, schön prall und glatt. Allerdings wird dabei die Oberhaut ziemlich aufgeweicht, so dass die Feuchtigkeit schneller verdunstet und die Haut leicht austrocknet. Also nach dem Saunen gut eincremen und gegen den Mineralstoffverlust (hauptsächlich Kalzium und Kalium) eine große Apfelsaftschorle bestellen. Fettige Haut anschließend gut reinigen: sie produziert beim Schwitzen noch mehr Talg.
26. Gegen Pickel Hefe essen – stimmt das?
Nein. Die Vitamine aus der B-Gruppe können Akne sogar verschlimmern - egal, ob Hefe eingenommen wird oder auf die Haut kommt. Besser ist Zink: Das Mineral wirkt innerlich - gegen Entzündungen - und äußerlich als Paste, weil es die Pickel austrocknet.
27. Anhauchen lässt lackierte Nägel schneller trocknen – stimmt das?
Nein. Damit Nagellack trocken wird, müssen die Lösungsmittel - an der Luft - verdunsten. Die Feuchtigkeit im Atem zögert das eher hinaus.
28. Aspirin lässt Herpes verschwinden – stimmt das?
Nein. Eine angefeuchtete Aspirintablette auf das Bläschchen halten tut's leider nicht. Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure wirkt zwar entzündungshemmend und antibakteriell - bringt aber nichts gegen den Herpes-Virus. Hier hilft wirklich nur ein Spezial-Präparat.
29. Häufiges Schneiden lässt Haare kräftiger werden – stimmt das?
Nein. Wenn aber die dünnen Spliss-Spitzen regelmäßig gekappt werden, wirkt das Haar üppiger. Übrigens: Es wächst durchschnittlich einen Zentimeter im Monat nach.
30. Je dicker der Lidstrich, desto größer die Augen – stimmt das?
Nein. Er wirkt wie ein Rahmen und betont die Augen. Große Augen wirken größer, kleine Augen bleiben klein. Und ein breiter Strich bei Schlupflidern drückt das Auge sogar optisch herunter.
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- Teaserfoto: annebaek/istockphoto.com
Fachliche Beratung: Dr. Jörg Fischer, Dr. Birgit Kunze, Beatrix Isabel Lied, Dr. Gerd Lindauer, Dr. Frank-Matthias Schaart ; Text: Angela Schöneck
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