Strähnchen sind der Trend!

Strähnchen lassen die Haare wie nach dem Sommerurlaub strahlen. Leuchtend rote Akzente oder blonde Kontraste. Hier die angesagtesten Strähnchen-Varianten.

Dreifarbige Ton-in-Ton-Strähnchen

"Nach einem langen Urlaub am Meer oder auf einem Boot hat das Haar niemals nur eine Farbe, sondern besteht aus vielen unterschiedlichen Nuancen - genau diesen Sonnen-Look kann man mit dreifarbigen Strähnchen erzeugen", so Peter Dawson, Creative Director Colour Deutschland von Vidal Sassoon. Um die Akzente ganz präzise platzieren zu können, unterteilt der Friseur die Haare in mehrere Partien, legt jeweils ein Stück Alufolie dazwischen und bestreicht die einzelnen Strähnchen dann mit der jeweiligen Farbe. Zu einem Naturblond passen zum Beispiel helle Honig-, Apricot- und Sandtöne besonders gut, braunem Haar stehen Schokoladen-, Nougat- und Mokkatöne. Damit es schön natürlich aussieht, sollten die Nuancen Ton in Ton ineinander verlaufen. Der Farbtipp von Peter Dawson: "Besonders angesagt ist die Kombination aus Goldblond, Apricot und einem Champagnerton mit zarter Pinknuance - durch den leicht rosafarbenen Unterton wirkt die Farbe nicht so schnell gelblich."

Nur beim Friseur erhältlich. Zweifarbige Ton-in-Ton-Strähnchen gibt's auch für zu Hause zum Selbermachen (z. B. "Poly Blonde Duo-Color Strähnchen" von Schwarzkopf).

Low-Lights - dunkle Strähnchen

Ursprünglich galten Low-Lights, also dunkle Strähnchen, als die Lösung für graues Haar: Bereits vollständig weiße Partien wurden mit Strähnchen im Naturton durchzogen, um sie an die ursprüngliche Farbe anzupassen. Erst später erkannte man, dass dunklere Strähnchen auch auf pigmentiertem Haar prima aussehen: Sie setzen Kontraste, verleihen dem Haar Tiefe und lassen es voller wirken. "Dieser Effekt ist gerade in nordeuropäischen Ländern wie Deutschland hilfreich, in denen viele Menschen eher feines Haar mit einem leichten Aschton haben", so Peter Dawson, Creative Director Colour Deutschland von Vidal Sassoon. Wichtig ist, dass die Strähnchen einen kühlen Unterton haben: "Nach drei bis vier Wochen verwäscht sich die Farbe leicht und wird etwas wärmer - nimmt man ein warmes Braun, kann daraus plötzlich ein leichter Kupferton entstehen, den man überhaupt nicht haben wollte", so Peter Dawson. Blondinen steht daher ein klares Hellbraun, zu Brünetten passt ein kühles Mittel- oder Dunkelbraun. Wichtig: Damit es schön natürlich aussieht, sollten die Strähnchen nicht mehr als zwei Nuancen von der Basisfarbe abweichen.

Nur beim Friseur erhältlich.

Highlights - helle Strähnchen

Wer seine Haare aufhellen möchte, aber nicht blondiert aussehen will, lässt sich vom Friseur Highlights, also helle Strähnchen, setzen: Sie lassen das Haar automatisch heller wirken, ohne es komplett einzufärben - das ist schonender, sieht ganz natürlich aus und ist für jede Haarfarbe geeignet. "Auch einzelne Partien kann man so toll in Szene setzen, zum Beispiel durch gezielte Strähnchen im Ponybereich oder in den Spitzen", sagt Günter Handke, L'Oréal-Professionnel-Farbexperte aus Bad Oldesloe. Mittlerweile gelingt das sogar zu Hause: Früher musste man dazu eine Plastikhaube aufsetzen, die Strähnchen durch die perforierten Löcher ziehen und mit Blondierflüssigkeit bestreichen. Jetzt gibt es spezielle Strähnchen-Sets, bei denen die Farbflüssigkeit angedickt wurde und sich mit einem Mini-Bürstchen vom Ansatz bis zu den Spitzen durchs trockene Haar ziehen lässt - sogar bei bereits gefärbtem Haar ist das möglich. Ist sechs bis acht Wochen nach der Anwendung der Ansatz sichtbar, sollte man die gesamte Haarlänge nachbehandeln. Irgendwann wirkt das Haar durch die vielen Strähnchen allerdings insgesamt blonder, das Farbspiel zwischen den einzelnen Nuancen ist kaum noch sichtbar. In diesem Fall kann man mit dunkleren Strähnen wieder mehr Kontrast ins Haar bringen - die sollten aber besser vom Friseur gemacht werden. Wer seine Strähnchen häufig auffrischen lässt, sollte besonders intensiv pflegen, etwa mit speziellen Kuren für blondiertes Haar (z. B. von Goldwell).

Beim Friseur erhältlich oder zum Selbermachen für zu Hause (z. B. mit "Hi-Light Styliste" von L'Oréal Paris).

Red Lights - rote Strähnchen

Bei Brünetten und Schwarzhaarigen fielen Red Lights, also rote Strähnchen, häufig nicht so stark auf, da die Ausgangsfarbe zu dunkel ist: Um das zu ändern, werden jetzt Aufhellung und dauerhafte Färbung (Coloration) miteinander kombiniert - so können Friseure den Haarton bis zu fünf Nuancen anheben, gleichzeitig rote Pigmente ins Haar schleusen und so leuchtend rote Strähnen zaubern. Mittlerweile gibt es auch Produkte, mit denen das zu Hause geht; der Farbton lässt sich damit zwar nur um maximal drei Nuancen aufhellen, das Ergebnis ist aber fast genauso schön. Da rote Farbpigmente besonders klein sind, lösen sie sich allerdings ziemlich schnell - deshalb kann der Ton bereits nach etwa vier Wochen verblassen, bei strapaziertem Haar sogar noch schneller. Jana Petzold, freie Hairstylistin für Schwarzkopf Professional, rät: "Um möglichst lange etwas von dem Look zu haben, sollte man spezielle Pflegeprodukte für coloriertes Haar benutzen. Sie bewahren die Farbe, versiegeln die Oberfläche, einige von ihnen enthalten sogar zusätzliche Pigmente" (siehe Seite 20). Sollte die Farbe trotzdem früher verblassen, lässt sie sich mit einer Intensiv-Tönung auffrischen. Wichtig dabei ist jedoch, dass die Nuance genau passt - wer unsicher ist, geht deshalb lieber zum Friseur.

Beim Friseur erhältlich oder zum Selbermachen für zu Hause (z. B. mit "Poly Live Wild Lights" von Schwarzkopf).

Freihand-Technik für Strähnchen

Diese Methode, bei der der Friseur die Farbe mit einem Pinsel oder einer speziellen Bürste direkt aufs Haar gibt, wird schon länger angewendet, ist zur Zeit aber wieder richtig angesagt - in New York bieten sie zum Beispiel Star-Coiffeure wie Bumble & Bumble, Sally Hershberger oder Frédéric Fekkai in ihren Salons an. Ganz neu dabei ist die Zubereitung der Farbe: Vor dem Auftragen dickt der Friseur die Colorationsflüssigkeit mit einem Puder an, so dass eine dickflüssige Konsistenz entsteht. Der Vorteil: Als Paste lässt sich die Farbe aufs Haar pinseln, ohne herunterzutropfen. Zudem kann man sie unterschiedlich dick auftragen und so eine Vielzahl von Ton-in-Ton-Schattierungen erzeugen, die sanft ineinander übergehen. "Mit dieser Technik kann der Friseur sein Form- und Farbgefühl direkt umsetzen und viel besser auf den individuellen Schnitt der Kundin eingehen", erklärt Andrea Hecker, Leiterin Qualitäts-Management bei Wella. Um einen richtig schönen Effekt zu erzielen, sollten die Haare bei dieser Methode mindestens zehn Zentimeter lang sein - im Gegensatz zu anderen Methoden muss der Ansatz aber erst nach zwei bis drei Monaten nachgefärbt werden: Weil die Farbmasse so unterschiedlich stark aufgetragen wird, entsteht kein harter Bruch.

Nur beim Friseur erhältlich (z. B. in Wella- oder L'Oréal- Professionnel-Salons).

Video-Anleitung: So kommt Glanz in die Haare

Fotos: Nelson Philip Frisuren und Make-Up: Bobby Bujisic/ Bigoudi BRIGITTE Heft 08/2006

Kommentare (1)

Kommentare (1)

  • Anonymer User
    Anonymer User
    Ein interessanter Artikel. Werde ich bald ausprobieren, vielen Dank für die Anregung!



    LG

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