Colorationen
Haarfarben-Trends 2015 - Hauptsache natürlich!

Zu Besuch bei dem Farb-Profi Andreas Kurkowitz: Ein Gespräch über die Haarfarben-Trends 2015, den Beruf des Coloristen und die neue Natürlichkeit.

Auch diese Modelschöpfe beweisen: Natürlichkeit ist in.

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Foto: CatwalkPictures

Eine Reise zur Fashion Week nach Berlin verbindet man doch gern mit einem Friseur-Termin. Vor allem, wenn er bei Andreas Kurkowitz ist. Der Colorist ist absoluter Profi in Sachen Haarfarben und deshalb auch genau der richtige Ansprechpartner, wenn es um diese Fragen geht: Was sind die Haarfarben-Trends 2015? Welche Techniken sind angesagt? Und was macht überhaupt eine schöne Haarfarbe aus? Unsere Redakteurin Astrid Christians stattete dem hübschen Studio mit Loft-Charakter in Berlin-Mitte einen Besuch ab und begab sich in die Hände des Profis. Sie hat es nicht bereut.

BRIGITTE: Lieber Andreas, du bist Colorist. Das heißt, Du kreierst die schönsten Haarfarben - kannst aber nicht mit der Schere umgehen?

Richtig! Mit einer Haarschneideschere umzugehen, habe ich nie gelernt. Für Haarschnitte haben wir unsere Experten hier bei uns im Studio. Ich bin ausgebildeter Colorist.

Wie wird man Colorist?

Ich habe eine Ausbildung im Aveda Salon am Kurfürstendamm absolviert. Danach ging es für mich zum Arbeiten nach London, wo ich auch Josh Wood kennengelernt habe, einen der bekanntesten Haar-Coloristen weltweit. Mittlerweile pendele ich mehrmals im Monat zwischen Berlin und London - und weiteren Städten. Je nachdem, wo gerade ein Shooting oder eine Fashion-Show stattfindet, bei denen ich Josh unterstütze.

Dann kennst Du Dich ja gut aus mit den aktuellen Haarfarben-Trends. Welche Farben tragen wir 2015 auf dem Kopf?

Ganz klar: Die Haarfarben-Trends gehen zur Natürlichkeit, zu weniger Farbe. Extremes Colorieren ist vorbei. Die natürliche Haarfarbe sollte nur dezent unterstützt werden.

Muss man dann überhaupt noch färben?

Die natürliche Haarfarbe passt in der Regel am besten. Leichte Akzente oder ein Gloss können sie sehr schön betonen und unterstützen. Aber man muss auch immer auf den Typ achten und die Persönlichkeit bei der Farbauswahl miteinbeziehen. Eine extremer Charakter verträgt auch eine krassere Farbe.

Andreas Kurkowitz ist professioneller Colorist und kreiert die schönsten Haarfarben.

Andreas Kurkowitz ist professioneller Colorist und kreiert die schönsten Haarfarben.

Foto: Julia Luka Lila Nitzschke

Hast Du einen Pflege-Tipp für coloriertes Haar?

Man sollte auf Sulfate verzichten. Sie entziehen dem Haar die Farbpigmente. Ich mag die Marken Rahua, Davines und Philipp Kingsley. Deren "Pre-Shampoo" ist eine tolle Intensiv-Pflege, vor allem für blondiertes Haar, die man noch vor Shampoo und Conditioner ins Haar gibt. Was bringt Dir die schönste Haarfarbe, wenn die Haarstruktur kaputt ist?

Kann man sich mit Haarfarbe auch jünger mogeln?

Dunkle Ansätze machen oft älter. Wenn die Konturen um das Gesicht herum heller sind, wirkt man automatisch jünger. So wie die Mädels in L.A., die einen Zopf tragen und deren Haare rund um das Gesicht durch die Sonne ausgeblichen werden.

Und in London? Welche Haarfarben-Trends kann man 2015 beobachten?

Auch natürliche. Aber mit einem Hang zu mehr Farbakzenten. Es darf auch mal eine Strähne knalliger sein oder pastelliger.

Was ist für Dich ein No-Go und echt unmodern?

Strähnen, die direkt und zu akkurat vom Ansatz heruntergezogen werden. Es darf auch mal etwas weiter unten angefangen werden - mit Folien, aber auch mit Balayage, also der Freihandtechnik.

Kommen eigentlich auch Männer zu Dir in den Laden?

Eher nicht. Zumindest nicht zum Färben. Aber zum Schneiden kommen sie gern zu unserer Männerspezialistin Anke Wolfert.

Kommunikativ statt unpersönlich: Der zentrale Tisch im loftigen Studio in Berlin-Mitte lädt die Kunden dazu ein, untereinander zu quatschen

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Foto: Martin Tervoort

Stilsicher: Das Interieur erinnert eher an eine coole Wohnung als an einen funktionalen Friseur-Salon.

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Foto: Martin Tervoort

Happy End! Redakteurin Astrid Christians mag ihre neue Haarfarbe, weil sie so schön natürlich ist - und damit absolut im Trend liegt.

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Foto: Dennis Day

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