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Dürfen Schwangere färben? Wie wirken Naturhaarfarben? Das Wichtigste in Kürze zum Thema Farbe.

Was kann ich selbst, wann sollte ich lieber zum Friseur?

Alles, was wir Ihnen vorgestellt haben, können Sie in Eigenregie versuchen. Sollten Sie unsicher sein oder fällt die neue Farbe anders aus als erhofft, können Sie sich telefonisch an die Expertenteams der Hersteller wenden (steht auf denVerpackungen). Zum Friseur sollten Sie allerdings immer dann gehen, wenn Sie von einer relativ dunklen Ausgangshaarfarbe in Richtung Blond wollen oder von einer sehr hellen Farbe auf Schwarz - bei diesen Färbevorgängen kann es zu Misstönen kommen. Raten Friseure übrigens von bestimmten Farbsprüngen ab, vertrauen Sie darauf!

Was kann ich selbst, wann sollte ich lieber zum Friseur? Wie wirken Pflanzenhaarfarben?

Die Pigmente aus Naturhaarfarben setzen sich in der äußeren Schicht des Haares sehr dauerhaft über Wochen fest (z. B. von Logona, Santé). Je länger die Farbe einwirkt und je öfter Sie sie benutzen, desto intensiver (auch dunkler) wird der Ton. Aufhellen ist damit nicht möglich, es sei denn, auf der Verpackung ist Wasserstoffperoxid deklariert (z. B. bei Annemarie Börlind). Auch Hennafarben wirken wie eine dauerhafte Coloration. Wer sie zum Rot- oder Dunkelbraunfärben benutzt, sollte zu zertifizierten Produkten greifen (z. B. auf das Siegel "Kontrollierte Naturkosmetik" des BDIH achten). Und generell gilt: Hennarot lässt sich nicht oder nur mit schlechtem Ergebnis überfärben - das Haar wird scheckig.

Wie wirken so genannte Re-Nature-Haarfarben?

Diese Produkte wirken wie eine Farbe: Es werden spezielle Farbvorstufen ins Haar geschleust, die dann mit dem Sauerstoff in der Luft reagieren - neue Farbpigmente entstehen (z. B. in "Poly Re-Nature" von Schwarzkopf). Diese Farbe soll der ursprünglichen Haarfarbe entsprechen, manchmal wird sie etwas dunkler, weil in den nicht ergrauten Haaren noch natürliche Farbpigmente stecken. Für ein regelmäßiges Ergebnis sollte das Haar deutlich ergraut sein (mindestens 50 % Grauanteil). Die Palette reicht von Schwarz bis Dunkelbraun über Mittelbraun bis Mittelblond - Töne, die sich von einem Braun ableiten lassen, aber kein Rot oder Rotblond.

Wie finde ich den perfekten Ton?

Bewegen Sie sich in Ihrem natürlichen Spektrum und gehen Sie in zwei Schritten vor. 1.: Betrachten Sie Ihre Haare. Fehlen jegliche Gold-Anteile? Dann bleiben Sie in einer satten, aber relativ kühlen Farbfamilie, das sind Töne wie Mittelblond oder Mittelbraun. 2.: Betrachten Sie Ihre Haut. Bei Frauen mit einem Rosé-Touch im hellen Teint wirken kühle Nuancen harmonischer. Goldige Nuancen (auch in Brauntönen, z. B. "Haselnuss") stehen Frauen mit olivfarbenem, leicht gelblichem Teint. Z. B. die Haarfarben (Gruppe 3) der "Préférence Couleur de Star"-Farbserie von L'Oréal Paris; sie gehen genau auf dieses Zusammenspiel von Haarfarbe und Hautton ein.

Ich bin schwanger - darf ich färben?

Dauerhafte Haarfarben sind immer wieder in der Kritik. Haarexperten wie Dr. Gerhard Nohynek, wissenschaftlicher Direktor der Toxikologie bei L'Oréal International und Lehrbeauftragter der Uni Brüssel, meint, zu Unrecht. Denn alle Haarfarben werden EU-weit auf eine mögliche fruchtschädigende Wirkung geprüft, in Konzentrationen, die tausendfach über denen der Heimanwendung liegen. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, nehmen Sie reine Blondierungen und Intensiv-Aufheller, sie enthalten keine Farbstoffe. Als Schwangere sollten Sie nicht färben, wenn Sie zu (Kontakt-) Allergien neigen oder großflächig tätowiert sind. Im Fall einer Reaktion können Antihistamine und cortisonhaltige Cremes bedenklich sein.

Wie pflege ich mein coloriertes Haar am besten?

Mit milden Shampoos, damit sich nicht zu viele Farbpigmente beim Waschen lösen; mittlerweile gibt es sogar schonende Schuppenshampoos (z. B. "Anti-Schuppen Shampoo Colour Care" von Head & Shoulders). Dazu: leichte Pflegeserien. Die äußere Schicht des Haares ist dann schön glatt, und es glänzt. Serien für coloriertes Haar gehen darauf ein, alle großen Hersteller führen sie (z. B. Douglas, Dove, Elvital, Garnier Fructis, Gliss Kur, Guhl, John Frieda, Lavera, Kérastase, Nivea, Pantene Pro-V, Schwarzkopf Professional, Wella).

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  • Artikel vom 18.04.2008
    BRIGITTE 08/08
    Fotos: Bettina Lewin
    Produktion: Merle Rebentisch
    Text: Angela Schöneck
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