Ist Bio-Botox wirklich der neue Faltenkiller?

Ist das die harmlose Variante von Botox? Statt Spritzen können wir jetzt cremen. Aber funktioniert das wirklich? Wir haben einen Dermatologen gefragt.

Cremen statt Spritzen

Es klingt so gut. Einfach und harmlos. Statt zur Botox-Spritze, deren Langzeitwirkung auf den Körper längst nicht erforscht ist, sollen wir im Kampf gegen die Falten nun zum Cremetiegel greifen. Und knitternde Linien sollen innerhalb von Stunden verschwunden sein. Ein neues Kosmetikwunder? Wir haben nachgeforscht.

Wie wirkt es?

Die Versprechungen sind groß: Der Wirkstoff Spilanthol – genannt Bio-Botox – will Mimikfalten mindern und verhindern, dass sie sich weiter in die Haut eingraben. Außerdem soll das Gel innerhalb einer Stunde wirken. Anti-Aging im Schnellverfahren?

Spilanthol ist ein Lokalanästhetikum aus dem Extrakt der Pflanze Acmella Oleracea (Parakresse). Es wurde in der traditionellen Medizin zur Behandlung von Zahnschmerzen, Kopfschmerzen, Asthma und Rheuma verwendet und hat eine leicht betäubende Wirkung. Cremt man es auf die Haut, soll die Kontraktion der obersten Muskelfasern für kurze Zeit reduziert werden, sodass sich die Gesichtszüge entspannen können.

Dermatologe Dr. Christoph Liebich aus München arbeitet als Dozent für Botulinumtoxin- und Hyaluronsäure-Anwenderkurse für Ärzte und bezweifelt die Wirkung von Spilanthol eher: "Das Bio-Botox kann niemals die Tiefe eines Muskels erreichen und deshalb gar nicht so wirken wie . Lediglich minimale Knitterfältchen kann es kurzzeitig mildern."

Wo steckt der Wunderwirkstoff Spilanthol drin?

In einem Kosmetikprodukt aus Aachen namens "Biotulin". Das verspricht eine etwa zwölfstündige sichtbare Wirkung. 15 ml kosten etwa 50 Euro.

Ist es unbedenklich?

In der EU dürfen eigentlich keine Präparate frei (also außerhalb einer Apotheke) verkauft werden, die die Haut durchdringen und dort eine nachweisbare Wirkung entfalten können. Insofern ist davon auszugehen, dass der Wirkstoff Spilanthol unbedenklich zu verwenden ist. Studien gibt es dazu nicht, außer der dermatologischen Hautverträglichkeit, da es sich ja um ein Kosmetikum und nicht um ein Medikament handelt.

Text: Sabine Rodenbäck

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