Das könnt ihr gegen Dehnungsstreifen tun

Dehnungsstreifen

Wer denkt, Dehnungsstreifen entstehen nur in der Schwangerschaft, irrt gewaltig. Die Risse in der Unterhaut können an Oberschenkel, Po, Bauch und Busen entstehen. Aber kann man sie überhaupt wieder loswerden?

Was sind Dehnungsstreifen? 

Die im ersten Stadium rötlich und später weißlich schimmernden Risse in der Unterhaut entstehen durch eine Überdehnung des Bindegewebes. Da wo das Bindegewebe besonders belastet wird, treten sie meist gehäuft auf: an Bauch, Hüften, Gesäß, Oberarmen und Brüsten. Besonders das weibliche Bindegewebe ist schwächer und neigt zu Dehnungsstreifen – denn für eine Schwangerschaft muss sich die Haut an Bauch und Brust natürlich ausdehnen können. Deshalb werden die Hautrisse auch oft als Schwangerschaftsstreifen bezeichnet. Die Statistik sagt, dass rund 30 % aller Schwangeren von Dehnungsstreifen betroffen sind. Aber auch ohne schwanger zu sein kann die Haut an einigen Stellen reißen. Menschen mit schwachem Bindegewebe (ja, auch Männer können die Streifen bekommen) neigen eher zu einer sichtbaren Überdehnung des Gewebes. Dehnungsstreifen an der Brust können aber auch beim Sport entstehen, wenn die Brust bei ruckartigen Bewegungen nicht genug Halt findet. Deshalb ist es auch so wichtig, auf einen guten Sport-BH zu achten, gerade wenn eine Bindegewebsschwäche vorliegt. Aber auch während einer Kortisontherapie oder in Wachstumsphasen kann das Bindegewebe überdehnen und die Haut reißen. Natürlich kann das auch bei starker Gewichtszunahme passieren, aber auch radikales und schnelles Abnehmen tut dem Gewebe und der Haut nicht gut.

Was kann man gegen Dehnungsstreifen tun?

Dehnungsstreifen sind relativ hartnäckig und nicht einfach loszuwerden. Sie sind wie kleine Narben im Gewebe, die durch Cremen mit Vitamin A-Salbe leicht zurückgehen. In Schwangerschaft und Stillzeit sollte die Salbe allerdings nicht angewendet werden. Dermatologen bieten die Behandlung mit Laser an, um Dehnungsstreifen zu mindern. Die Kosten (ab ca. 350 Euro) muss allerdings der Patient selbst tragen – und die werden nach der Größe der Hautareale berechnet. Drei Sitzungen sind meist nötig, um erste Erfolge zu sehen – meist sind Ergebnisse dann erst nach Monaten erkennbar.

Hausmittel gegen Dehnungsstreifen

Dass die regelmäßige Massage und die damit verbundene gute Durchblutung dem gut tut, ist erwiesen. Die gute alte Zupfmassage gilt als DAS Rezept schlechthin, das meist allen Schwangeren noch vor der 20sten Woche empfohlen wird. Und so funktioniert die Zupfmassage: Zwei kleine Hautrollen zwischen Daumen und Zeigefinger nehmen und zupfen leicht nach oben wegziehen. Es darf aber nicht wehtun! Vom Bauchnabel in Richtung Bauchaußenseite und bis hoch zu den Rippenbogen zupfen. Unbedingt den Bereich über dem Schambein aussparen, dort könnte die Massage die Gebärmutter zu Wehen reizen. Wichtig: Vier Wochen vor dem Geburtstermin sollte der Bauch nicht mehr massiert, sondern nur noch eingeölt werden. Neben der Zupfmassage ist auch eine Bürstenmassage toll, um Hautrissen vorzubeugen. Die Bürste sollte aber ganz weiche Borsten haben und nach dem Bürsten sollte die Haut gut eingecremt oder eingeölt werden.

Gut gegen Hautrisse: Massage mit Öl

Verwendet man zur Massage mit den Händen noch bestimmte Öle, kann man den Effekt noch steigern. Wollt ihr ein Massageöl selber machen, eignen sich Mandel-, Sesam- oder Kokosöl ein paar Tropfen ätherisches Lavendelöl und Orangen- oder Zitronenöl. Kakaobutter und Vitamin E sind ebenfalls perfekt für die Massage des Bindegewebes. Warmes Rizinusöl und Ringelblumensalbe leisten ebenfalls kleine Reparaturarbeiten an der Haut. Fertig angemischt hält das Beautyregal natürlich einiges bereit – meist werden die Öle gegen als Schwangerschafts-Pflegeöle ausgezeichnet, die das Bindegewebe schützen sollen. Natürlich können auch Öle gegen Cellulite das Bindegewebe festigen. Voraussetzung ist aber eine tägliche Massage.

Sport tut dem Bindegewebe gut 

Um das Bindegewebe zu stärken – und Dehnungsstreifen vorzubeugen – sind Wechselduschen eine einfache Methode für zu Hause. Am besten kurbelt natürlich Sport die Durchblutung an und hilft, Fett zu verbrennen und das Bindegewebe langfristig zu stärken. Ausdauersportarten wie Joggen, Walken, Schwimmen, Radfahren oder Skaten sind super für straffe Beine, den Po und die Oberarme.   

Wir sind nicht allein – Dehnungsstreifen lieben lernen

Die Welle der Selbstakzeptanz rollt durchs soziale Netz - und vor allem Plattformen wie Instagram und Facebook sind gefüllt von Bildern, die für Körperakzeptanz werben. Dehnungsstreifen sind hässlich? Gegen diese Behauptung wehren sich zwei Mütter aus den USA derzeit mit einer Social-Media-Kampagne im Netz. Sie waren die ewigen negativen Diskussionen über ihre Körper und deren Veränderung nach der Geburt einfach leid. Also gründeten sie den Instagram-Account "Love your lines" und stellten Fotos von sich und ihren eigenen Schwangerschaftsstreifen ein. Gleichzeitig riefen sie andere Frauen dazu auf, zu ihren Dehnungsstreifen zu stehen und es ihnen gleichzutun. Die Idee hinter "Liebt Eure Linien": "zwei Mütter, die echte Frauen, echte Körper und echte Selbstliebe huldigen". Inzwischen sind unter dem Hashtag hunderte von Fotos gepostet worden.


Es folgten weitere Hashtags, die die Hautrisse in den Fous stellten: #takingbackpostpartum gehört ebenfalls zu den Aufrufen, seine Hautrisse zu akzeptieren und mit Stolz zu tragen. Bloggerin January Harshe hatte genug von absurden Ansprüchen an Frauenkörper. Vor allem störte sie, dass Mütter, die auf ein Bild mit dem Hastag #postpartum versehen hatten, oft ungefragt von Unternehmen angesprochen wurden, die ihnen das passende Gegenmittel für ihr "Problem" andrehen wollten. "Uns braucht keiner zu erzählen, dass wir nicht gut genug sind", schrieb sie auf ihrer Website. "Wir brauchen keine Lotions oder Tinkturen voller Chemikalien (...). Was wir brauchen, ist Liebe, Anmut, Freundschaft und Unterstützung." Der Aufruf an alle Mütter: Zeigt eure Körper, wie sie sind! Dehnungsstreifen, Dellen am Körper, schlaffere Brüste - das alles ist nicht nur normal, sondern ein Ausdruck dessen, wie stark man für eine Geburt wirklich sein muss.

Das Model Robyn Lawley machte Schlagzeilen, weil sie mit einem Statement rund um Schwangerschaftsststreifen falsch zitiert wurde und stellte mit einem Bauch-Post klar: "Es sind verdammt coole Tigerstreifen. Ich habe sie mir verdient!" 

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