Fußpflege
Eine tragende Rolle: Gesunde Füße

Unsere Füße haben viel unsere Zuwendung verdient. Schließlich tragen sie uns durch den Alltag und lassen im Laufe ihres Lebens allerhand Strapazen über sich ergehen. Unsere Tipps für gesunde und gepflegte Füße.

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Foto: istock/Thinkstock

Sie spielen eine tragende Rolle in unserem Leben und sind doch nur zwei kaum beachtete Nebendarsteller. Im Blick haben wir unsere Füße selten, kein anderer Körperteil ist von unseren Augen weiter entfernt. Auch als Gesprächsthema taugen sie nicht, Hühneraugen und Hammerzehen sind eher peinlich. Füße sind nicht gesellschaftsfähig, nur hin und wieder gönnen wir ihnen eine Pediküre. Und vielleicht einen fulminanten Auftritt in atemberaubenden Highheels - was sie nicht selten mit Schmerzen und Blasen ahnden. Doch selbst flache Schuhe mögen sie nicht. Jedenfalls nicht dauerhaft. In Leisten und Fußbett eingezwängt, verkümmert ihre Muskulatur, und das Fußgewölbe macht schlapp. Zahlreiche Muskeln und Bänder verspannen die 26 Knochen unseres Fußes zu einem Längs- und Quergewölbe und verhindern so, dass er durchhängt. Dank dieser Konstruktion stehen wir auf nur drei Belastungspunkten - der Ferse, dem Groß- und dem Kleinzehenballen - und können so selbst harte Landungen abfedern.

Unsere Füße sind ein kleines Kunstwerk

"Unsere Füße sind ein kleines Kunstwerk", sagt Anatomie-Expertin Carena Cristina Common, Körperphysio- und Cranio-Sacral-Therapeutin sowie diplomierte Personal Trainerin aus Berlin. "Wir sollten sorgsam mit ihnen umgehen, wenn sie uns noch eine Weile tragen sollen." Schließlich ruht die gesamte Körperlast auf dieser Basis, die mithilfe der Zehen für Balance sorgt.

Stimmt die Statik nicht, wird der Fuß gehöhlt, gespreizt oder gesenkt, der große Zeh gekrümmt oder das Sprunggelenk geknickt. Mit dem Alter verändert sich zudem die Fußform, wie Dr. Thomas Pauly vom Deutschen Orthopäden-Verband weiß: "Bindegewebe und Fußmuskulatur werden schwächer, das Fußgewölbe sinkt ab, oder die Großzehen verformen sich, zum Beispiel zur X-Fehlstellung. Schuhe passen nicht mehr, weil der Fuß breiter geworden ist." Viele Frauen müssen Pumps dann eine Nummer größer kaufen, und oft haben sie auch auf flachen Absätzen Beschwerden, manchmal sogar mit Auswirkungen auf Knie, Hüftgelenke und Wirbelsäule.

Trotzdem hat der Fuß in der Fitnessbranche kaum eine Bedeutung. Ein Kraftgerät für Füße sucht man in den meisten Studios vergeblich. Am besten trainiert man sie deshalb "nebenbei" im Alltag. Beim Laufen, Springen und Tanzen müssen die Muskeln kräftig arbeiten, besonders effektiv sind Seilhüpfen und Kurse mit Balance-Übungen. Sportschuhe mindern zwar die Verletzungsgefahr, aber auch den Trainingseffekt für die Fußmuskulatur. Deshalb geht der Trend bei Joggingschuhen weg von unnötiger Dämpfung; die Muskeln sollen im gefühlten Barfuß-Modus wieder mehr selbst arbeiten.

Als gutes Stärkungsmittel für schlaffe Füße gilt ohnehin das Ausziehen der Schuhe. Barfüßigkeit ist bei Kneipptherapie und Yoga schon lange Trumpf. Neue Trend-Sportarten wie Deepwork oder Athletic Workout ziehen nach. Wer einmal im einbeinigen Baum stand, weiß, wie anstrengend Gleichgewicht sich von den Zehen bis zur Ferse anfühlen kann. Und wie wohltuend gedankliche Verwurzelung und direkter Kontakt mit dem Boden sind. Den spüren wir besonders intensiv, wenn wir nicht nur zu Hause auf Socken laufen, sondern auch draußen hin und wieder unbeschuht umherwandern. Auf Wiesen, Waldwegen oder im Sand werden die Fußmuskeln intensiv trainiert, und die Sohlen bekommen eine stimulierende Massage.

Auch kleine Übungen haben eine große Wirkung: auf einem Bein stehen, mit dem freien Bein Kreise in die Luft zeichnen oder auf den Zehenspitzen balancieren. Gegenstände, etwa einen Schlüssel, mit den Zehen vom Boden aufheben oder eine Zeitungsseite nur mit den Füßen in kleine Schnipsel zerreißen. Hört sich einfach an, wird aber zur kniffligen Konzentrationsübung. Die Zehen wollen oft nicht machen, was unser Gehirn will! Die Ursache dafür ist in unserer Großhirnrinde zu finden. Von dort werden all unsere Körperteile motorisch gesteuert - und in dieser "Fernsteuerung" haben unsere Füße leider nur ein kleines Hirnareal abbekommen. Doch auch unser Gehirn kann hinzulernen, und mittels gezielter Kräftigungs- und Wahrnehmungsübungen können wir unsere Füße Schritt für Schritt ganz neu kennen lernen. Und sie so für ihren großen Auftritt rüsten.

Auch eine regelmäßig Fußpflege ist nicht zu unterschätzen. Das Basisprogram für zu Hause beginnt in der Regel mit einem Fußbad. Jetzt ist die Haut weich genug, um überschüssige Hornhaut mit einem Peeling, einem Bimsstein oder einer Feile abzutragen. Dabei nicht zu stark rubbeln, denn eine gewisse Hornhautschicht dient auch zum Schutz der Füße. Nach dem Bad kommt die Pflege: Urea hilft bei extrem trockenen Füßen, Aloe Vera und Menthol beruhigen und kühlen gestresste Füße. Beim Nagelschneiden bitte darauf achten, dass sie nicht zu kurz geschnitten werden und die Ecken nicht zu rund werden. Sonst kann es (besonders in Kombination mit zu engen Schuhen) zu eingewachsenen Zehennägeln kommen. Wer zu problematischen Füßen mit Hühneraugen, aufgesprungenen Sohlen oder Nagelpilz tendiert, sollte eine zertifizierte Fußpflegerin oder einen Podologen aufsuchen. Einen Experten in Ihrer Nähe finden Sie auch beim Fachverband der Podologen und Fußpfleger Deustchlands e.V..

  • Text: Michaela Rose, Astrid Christians
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