Aluminium im Deo: Muss das sein?

Bis zu 96 Stunden schweißfrei: Viele Deos versprechen schier Unglaubliches. Was steckt eigentlich in diesen Wunderwaffen drin? Sehr viel Aluminium - obwohl sich die Hälfte der Deutschen Deo ohne die umstrittenen Chloride wünscht.

Die Inhaltsstoffe der vielversprechenden Schweißhemmer sind zumindest bedenklich, denn sie enthalten problematische Konservierungsstoffe, Duftstoffe und Aluminiumsalze. Letztere sollen die Schweißdrüsenausgänge verengen und den Schweißaustritt verringern.

Seit Jahren stehen Deos mit Aluminiumsalz in der Kritik: Behauptungen, sie könnten Brustkrebs oder Alzheimer auslösen, wurden nicht bewiesen, doch Krebsexperten sind sich über den Verdacht uneinig. Zwar zeigte ein Laborversuch der Universität Genf, dass Aluminiumsalze im Reagenzglas Brustzellen schädigen können – aber aus dieser Studie lässt sich eine krebserzeugende Wirkung auf den lebenden Organismus nicht ableiten. Außerdem fehlen Langzeitstudien.

Inzwischen wünscht sich fast die Hälfte aller Deutschen ein Deo ohne Aluminiumsalze - und wundert sich über die Versprechen der Hersteller in Sachen Wirkdauer. 72-Stunden-Deos (für Männer gibt es sogar 96-Stunden-Deos) bekämpfen den Schweiß mit einer hohen Konzentration von Aluminiumsalz (20 bis 30 Prozent). Schlimm?

Was bewiesen ist: Aluminiumchlorid (kurz AICI3) kann aufgrund seiner adstringierenden Wirkung die Haut reizen. Rötungen, Jucken und Brennen sind die Folge. Die Bildung eines Ekzems – das so genannte Deo-Ekzem – und die Entwicklung einer dauerhaft allergischen Reaktion sind möglich. Das Bundes­instituts für Risiko­be­wertung (BfR) sieht zwar bisher keinen Zusammenhang zwischen Krebserkrankungen und der Verwendung von aluminiumhaltigen Deos, warnt aber dennoch vor dem täglichen Gebrauch von Antitranspirantien. Aluminium lagert sich im Körper an und wird (wenn überhaupt) erst nach Jahrzehnten wieder abgebaut. Aluminium ist übrigens auch in Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Arzneimitteln enthalten, deshalb kann die empfohlene Höchstgrenze schnell erreicht sein. Bei einer zusätzlichen Zufuhr aus Deos, Lippenstiften und Zahnpasta sollte man also vorsichtig sein. Bloß wie, wenn nicht auf der Packung stehen muss, wie viel drin ist?

Gut, dass die meisten Naturkosmetikhersteller Deos ohne Aluminiumsalze herstellen. Eine Auswahl:

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Wohlduftend ohne Aluminiumgefahr!

Text: Sabine Rodenbäck, Astrid Christians

Kommentare (15)

Kommentare (15)

  • Anonymer User
    Anonymer User
    ..es gibt auch ein sehr gutes Deo-Roll-On von Balea med, ohne Alu-Salze, sehr günstig und wirkungsvoll.
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Hier gibts eine Liste mit Naturkosmetik Deos völlig ohne Aluminium:



    http://www.mithautundhaaren.net/allgemein/deo-ohne-aluminium
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Mir ist es auch noch wichtig darauf hinzuweisen, daß es auch die vielen Duftstoffe sind, worauf viele problematisch reagieren Die Sache mit dem Geraniol steht ja schon unten, aber es gibt zBs auch das Fasenol, wo es Reaktionen drauf gibt. Die Parabene, die anstatt Alkohol zugesetzt werden, haben anscheinend ja Hormonelle Wirkungen und werden von den naturkosmetikherstellern deshalb abgelehnt. Wieso wird eigentlich der Alkohol, ein guter sicherer Konservierer abgelehnt? Er verdunstet von der Haut und ist dann fort. Die ganzen anderen Sachen in den Zubereitungen für Haut und Achseln aber nicht! Im Grunde ist es gut, wenn Cremes, Deos gekauft werden, deren Inci möglichst kurz ist. Wenn dann doch eine Allergie auftritt, kann der Hautarzt leichter den Stoff finden.
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Also, ich habe mein Problem mit Deos ohne Aluminiumsalze. Ich reagiere nämlich auch auf meinen Schweiß allergisch und kann ja nicht jede Stunde waschen gehen. Habs trotzdem probiert und promt hatte ich Theater unter den Achsel. Ich möchte auch noch was zu den (angeblichen) Verstopfungen vom Drüsengewebe sagen. Da ich eine Brustverkleinerung hatte, haben logischerweise nicht alle Drüsen einen Ausgang. Da hats aber noch nie, eine entzündete Zyste gegeben. Ich bin diese radikalen Positionen hier gegen die Aluminiumsalze leid. Ich kann zbs die Mittel mit der "Mischung ätherischen Öle" die in vielen Naturkosmetikas statt normaler, die nennen es synthetische Konservierungsmittel, nicht vertragebn, da ich nachgewiesen darauf allergisch reagiere. Endlich muß Geraniol ja auf den Verpackungen stehen. Glaubt denn hier wirklich noch einer daß der Rosenduft von den Rosen kommt? Bei den günstigen Preisen? Der wird aus Geranien gewonnen und heisst Geraniol.
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Mit Natron die Achseln einpudern, das wirkt Wunder!!

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