Polymilchsäure

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Milchsäure kommt natürlicherweise auch im menschlichen Körper vor, etwa im Darm oder den Muskeln. Die Polymilchsäure, die in der Chirurgie seit über 25 Jahren verwendet und jetzt auch in der Ästhetik eingesetzt wird, ist ein synthetisch hergestelltes Polymer auf der Basis von Milchsäure. Die Milchsäure-Teilchen werden vom Körper über einen längeren Zeitraum komplett abgebaut und resorbiert. Das Produkt, das unter dem Namen Sculptra™ bekannt ist, muss immer in die Tiefe des Unterhautgewebes gespritzt werden. Als typische Einsatzgebiete gelten stark ausgeprägte Falten in der unteren Gesichtshälfte sowie tiefe Nasolabial- und Mundwinkelfalten. Darüber hinaus können auch Volumen- bzw. Konturdefekte wie Hohlwangen oder schlaffe, runzelige Partien in diesen Arealen korrigiert werden. Ärzte bezeichnen Polymilchsäure deshalb auch als "Liquid Facelift".

Wirkung

Das eingespritzte Implantat regt in der Haut eine Neubildung von Bindegewebe an. Sofort nach der Behandlung ist eine Auffüllung der Falten und Volumendefekte sichtbar. Allerdings können einige Tage später die Falten kurzfristig wieder wie vor der Behandlung aussehen, nachdem das in der Polymilchsäure enthaltene Wasser vom Körper resorbiert wurde.

Effekt

Erst nach sechs bis acht Wochen tritt der endgültige Effekt ein. Dann entscheiden Arzt und Patient gemeinsam, ob weitere Behandlungen mit Polymilchsäure erforderlich sind. In der Regel sind zwei Sitzungen in zwei- bis fünfwöchigem Abstand sinnvoll. Das Ergebnis kann zwei bis drei Jahre anhalten.

Risiken und Nebenwirkungen

Im Allgemeinen ist die Injektion schmerzlos, eventuell tritt an der Einstichstelle ein kurzes Brennen auf. Die Nebenwirkungen, die bei allen Injektionen auftreten können, sind vorübergehende kleine Blutergüsse, lokale Rötungen oder leichte Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe. Kleine Knötchen oder verhärtete Bereiche an den Injektionspunkten können bei Überkorrekturen auftreten und müssen vom Arzt nachbehandelt werden. Nicht anwenden sollte man das Produkt im Falle einer Entzündung oder Infektion in der Nähe des Areals, das behandelt werden soll.

Verhalten nach der Behandlung

Der Patient muss den behandelten Bereich nach Anweisung des Arztes massieren. Das trägt dazu bei, das Produkt gleichmäßig zu verteilen und minimiert das Risiko von Knötchen.

Kosten

350 bis 800 Euro pro Behandlung

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