Problemhaut
Rosazea: Hilfe für Rotbäckchen

Hektikflecken, sichtbare Äderchen, rote Stellen im Gesicht: Gegen Rosazea ließ sich bislang wenig tun. Mit einer neuen Wirkstoffkombination soll man Rosazea jetzt aber in den Griff kriegen.

Manche sagen auch Couperose oder "Fluch der Kelten" dazu

Mitunter ist es ja sogar ganz charmant: die glühenden Wangen nach dem ersten Gläschen Wein, die aufsteigende Hitze, wenn man vor Kollegen spricht. Doch die Grenze zwischen dem Erröten in peinlichen Situationen und den immer wiederkehrenden Stress- oder Hektikflecken ist schmal. Viele kennen dieses plötzliche Rotwerden, das mulmige Gefühl, wenn die unschönen Flecken plötzlich auf dem Gesicht auftauchen. Das, worüber Kollegen und Freunde am Anfang schmunzeln oder gar mit einem "Och, ist doch total süß" kommentieren, wird irgendwann zur seelischen Belastung. Dann nämlich, wenn die Flecken immer heftiger werden oder am Ende sogar gar nicht mehr weggehen und man ständig mit einer Art Glühbirne durch die Gegend läuft.

Das Problem, mit dem sich so viele plagen, heißt Rosazea und ist eine Hautkrankheit, von der schätzungsweise vier Millionen Deutsche, meistens übrigens Frauen, betroffen sind. Der Name lässt sich in etwa mit "rosenfarben" übersetzen, man spricht auch von Couperose oder dem "Fluch der Kelten" - denn es trifft vor allem Menschen mit zart-heller, sommersprossiger Haut und rötlich-blonden Haaren, den so genannten "keltischen Hauttypen". Die Betroffenen neigen zu sichtbaren Äderchen, geröteter Haut auf Wangen, Nase und der Stirn, die mit dem Fortschreiten der Rosazea sogar einen leicht violetten Schimmer annehmen kann.

Nur gut durchblutet oder schon erste Rosazea-Signale?

Doch möglicherweise lässt sich Rosazea jetzt durch eine neue Formel verhindern: eine Creme, die nachweislich Rötungen reduziert, die Gefäße weniger sichtbar macht und zudem vorbeugend wirkt. "Es lassen sich nicht nur die Symptome reduzieren, sondern auch Krankheitsschübe hinauszögern oder verhindern", sagt Privatdozent Dr. Thomas Jansen vom Uni-Klinikum Essen. Der renommierte Dermatologe und Rosazea- Experte forscht seit Jahren nach Ursachen und Therapien der Hautkrankheit und hat für La Roche- Posay die Einführung der neuen Creme "Rosaliac AR Intense" begleitet (siehe auch Kasten). "Dies ist das erste Produkt auf dem Markt, das gleichzeitig sowohl die Rötung und die Entzündung als auch die extreme Hautempfindlichkeit bekämpft", sagt Jansen. Ein echter Fortschritt, denn gegen das andauernde Wangenrot half bisher nur eine kaschierende, grüne Make-up-Grundlage (siehe Kasten). Vom Hausarzt verschriebene Medikamente, antibiotische oder anti-entzündliche Cremes, bekämpfen zwar gut die bei Rosazea häufig auftretenden Pusteln und Schwellungen, aber Rötungen und sichtbare Äderchen blieben bestehen, ebenso bei vielen ein lästiges Brennen und Stechen der Haut. Wie aber unterscheidet man "normales" gelegentliches Rotwerden von einer beginnenden Rosazea? Woran erkennt man, ob es sich nicht bloß um einen besonders frischen Teint handelt?

Pflege ist bei Rosazea das A und O

Wem bloß der Winterspaziergang oder der Sprint zum Bus rosige Wangen gezaubert hat, der braucht sich bestimmt keine Sorgen zu machen. "Wenn das immer wiederkehrende Erröten aber durch Alkohol, Stress, Hitze oder durch scharfes Essen ausgelöst wird und etwa 15 Minuten anhält, handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine beginnende Rosazea", erklärt Dermatologe Jansen. Die Haut benötigt dann besonders behutsame Pflege: Auf Peelings, allzu fettige Cremes und Inhaltsstoffe wie Alkohol in Kosmetika sollte man unbedingt verzichten; weil die Haut extrem empfindlich auf Sonne reagiert, empfiehlt sich ein hoher Lichtschutzfaktor; und kreisende Gesichtsmassagen über Nase, Wangen und Stirn einige Minuten morgens und abends können die Schwellungen lindern. Und natürlich gilt es, die persönlichen Auslöser möglichst zu vermeiden. Das geht aber nicht immer: Wer mag schon dauerhaft aufs lecker-scharfe Curry oder den geliebten Rotwein verzichten? Die einfachste Soforthilfe im Fall der Fälle sind dann ein Coolpack fürs Gesicht oder etwas kaltes Wasser - so kühlen die erhitzten Wangen schnell wieder ab.

Dauerröte: Woher sie kommt, was dagegen hilft

Trotz jahrzehntelanger Forschung sind die Ursachen der Rosazea noch nicht klar. Die wahrscheinlichste Theorie: Es gibt eine genetische Veranlagung. Das Immunsystem reagiert auf Reize besonders stark und schüttet viele Botenstoffe aus. Diese führen zu einer entzündlichen Reaktion im Bindegewebe und an den Gefäßen der Gesichtshaut. Die Folge: Die Gesichtsrötung nimmt zu, die Äderchen werden weit und sichtbar. Schreitet die Rosazea voran, entstehen Pickel, und die Haut wirkt grobporig wie die einer Orange. Und was tut man dagegen? Bei schlimmen Fällen können eine so genannte Blitzlampe (IPL) oder ein Laser helfen. Eine Creme gegen die Rötungen ist "Rosaliac AR Intense" von La Roche- Posay, ein Intensiv-Serum, u. a. mit Ambophenol, einem natürlichen Extrakt, der die Sichtbarkeit roter Äderchen verringert und Gefäßwände stärkt, sowie den hautberuhigenden Wirkstoffen Neurosensine und Thermalwasser. Die Tagespflege "Anti-Rötungen" von Eucerin kaschiert mit grünen Pigmenten, schützt vor UV-Strahlen und ist eine gute Make-up-Basis (Rot neutralisiert Grün, da es die Komplementärfarbe ist). Auch das Kompakt-Make-up "Couverance correcteur fluide" von Avène deckt mit grünen Pigmenten ab. (Mehr Infos auf der Website der Deutschen Rosazea Hilfe e.V.: www.rosazeahilfe.de)

Schminkschule: Wangen hervorheben

  • Artikel vom 07.02.2012
    Illustration: Joanna Broda
    Text: Christina Schneider

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