Sonnenpflege
Sonnenschutz-Tipps: Gut geschützt und hübsch gebräunt

Welche Braun-Stufe finden Frauen am schönsten und was haben rote Weintrauben mit der Urlaubsvorbereitung zu tun? Interessante Fakten zum Thema Sonnenschutz plus Tipps, wie Sie sich optimal schützen.

Foto: Keith Schofield

Toasten - immer noch beliebt, aber nicht smart

Getoastet auf Stufe 3 finden sich Frauen in Deutschland - statistisch gesehen - noch immer am schönsten. Das ergab die Studie von Diplom-Psychologin Dr. Natalie Schuez. Sie bat ihre Berliner Studenten, die für sie attraktivste Sonnenbräune anhand von vier unterschiedlich stark getoasteten Broten zu bestimmen. Weißbrot wollte keiner sein, auch nicht nur zart gebräunt, sondern eben erschreckend dunkel. "Menschen assoziieren mit Bräune immer noch Attraktivität. Deshalb wird Sonnenschutz zu wenig angenommen", sagt auch Dr. Helger Stege vom Klinikum Lippe in Detmold. In Australien dagegen gilt ein deutlich hellerer Hautton als Ideal. Warum? Weil bei der Aufklärung positiv motivierend auf Routine gesetzt wird - schon bei Kindern: So erklärt etwa die Möwe Sid in einem Zeichentrickfilm die wichtigsten Sonnenschutzregeln: Shirt, Hut, Sonnenmilch und Schatten. Bei uns lehrte die Deutsche Krebshilfe noch 2012 mit einem Werbespot über ein geröstetes Schwein das Fürchten. Abschreckend ist das, aber offensichtlich nicht sehr wirkungsvoll.

Tipps: Ultraleichte Sonnencreme (z. B. La Roche-Posay) verwenden - "man cremt sich häufiger ein, wenn die Textur leicht ist und schnell einzieht", so Dr. Katja Warnke, Lichtschutzexpertin bei Nivea; und für alle, die ohne Risiko zu mehr Farbe kommen wollen, gibt's Sonnencremes mit Bräunungsverstärker (z. B. Ladival).

Die Sonnenmilch geht baden

Der Verlust des LSF im Wasser ist bekannt und wird sogar ganz genau vorausberechnet: Damit ein Produkt den Zusatz "wasserresistent" erhält, müssen nach einem 20-minütigen Bad noch 50 Prozent des Sonnenschutzes auf der Haut vorhanden sein, bei "wasserfest" sogar noch nach 40 Minuten. Der Rest verschwindet in den Fluten.

Tipp: Nicht zu lange ins Wasser und nur mit wasserfester (!) Sonnencreme. Ideal für nasse Haut: Wet Sprays (z. B. Piz Buin), die man nach dem baden auf die noch nasse Haut sprühen kann.

Zu viel Creme? Gibt's nicht

Foto: Keith Schofield

Haben Sie schon mal versucht, einen ganzen Teelöffel Sonnencreme nur auf der Nase zu verteilen? Genau das ist die Menge, die erforderlich ist, um den aufgedruckten Sonnenschutzfaktor zu erreichen. Man rechnet 2 mg Sonnencreme pro Quadratzentimeter Haut bzw. 11 Esslöffel für den ganzen Körper. 250 ml Sonnencreme reichen bei zweimal eincremen am Tag also ungefähr viereinhalb Tage.

Tipp: "Da wir uns selten so viel eincremen, wie wir müssten, sollten wir immer einen hohen Schutzfaktor wählen", sagt Dr. Katja Warnke. "Nimmt man bei LSF 50 die Hälfte der empfohlenen Menge, beträgt der Schutz auch nur LSF 25." Die meisten Deutschen benutzen LSF 20 bis 30.

Das beste Anti-Age? LSF!

Sonne ist für über 80 Prozent Ihrer Falten verantwortlich. Einige Tagescremes sollen deshalb mit einem UV-B-Schutz von ca. LSF 15 auch gegen Hautalterung wirken. Das klappt noch besser, wenn auch ein UV-A-Schutz vorhanden ist - wie ihn viele Sonnencremes haben.

Tipp: Die beste Pflege am Strand sind Sonnencremes mit Anti-Aging-Wirkstoffen, aber auch getönte Sonnencremes, und neuerdings sogar BB-Sonnencremes die decken Hautunreinheiten oder Pigmentflecken ab, schützen mit LSF 30-50 vor Sonne und sind oft sogar wasserfest (z. B. La Roche-Posay, Vichy, Shiseido).

Sieben Sonnenbrände verdoppeln das Hautkrebsrisiko

Früher dachten wir, ein Sonnenbrand pro Jahr sei normal. Nein! Jeder einzelne erhöht das Hautkrebsrisiko. Und das ist laut Robert-Koch-Institut bei uns auch in den letzten 20 Jahren weiter angestiegen. Die meisten Sonnenbrände holen wir uns dabei schon in jungen Jahren. "Untersuchungen haben ergeben, dass man 80 Prozent der Gesamt-UV-Dosis, die man im Leben erhält, in den ersten 20 Jahren bekommt", so Prof. Jürgen Lademann von der Berliner Charite.

Tipp: Der Industrieverband Körperpflegeund Waschmittel e. V. (IKW) empfiehlt besonders für Kinder einen Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung sowie schützende Kleidung und Sonnenschutzmittel mit einem LSF ab 30 aufwärts.

UV-A - mit "A" wie Allergie

Früher hielt man nur UV-B-Strahlen für schädlich, weil sie Sonnenbrand und Hautkrebs verursachen können. Inzwischen belegt eine Studie des Leibniz-Instituts in Jena, dass auch UV-A-Strahlen Krebs auslösen können und zudem verantwortlich sind für Falten, Pigmentflecken und Sonnenallergien. Immer mehr Tages- und vor allem Sonnencremes beinhalten deshalb heute auch einen UV-A-Filter (am Logo zu erkennen).

Tipp: Wer sensible Haut hat, wovon etwa die Hälfte aller Frauen in Deutschland ausgeht, oder zu den 20 Prozent Sonnenallergikerinnen gehört, sollte unbedingt speziellen Sonnenschutz verwenden (z. B. La Roche-Posay, Eucerin, Lancaster).

Schutz geht auch von innen

"Sie können die Eigenschutzzeit um LSF 2 bis 4 erhöhen, indem Sie gezielt Nahrung mit Polyphenol wie in grünem Tee oder Resveratrol wie in roten Weintrauben oder Rotwein zu sich nehmen", so Hautarzt Dr. Helger Stege. "Ein Liter grüner Tee am Tag über sechs Wochen bereitet die Haut entsprechend vor." Überlegungen, den Effekt auch mit Rotwein zu erzielen, führen wir jetzt nicht weiter aus.

Tipp: Probieren Sie mal sonnenvorbereitende Nahrungsergänzung (z. B. Inneov).

  • Text: Nicole Lötters
    Fotos: Keith Schofield
    Produktion: Birgit Potzkai
    BRIGITTE 10/2014
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