Wie sehen Sie denn aus, Stephanie zu Guttenberg?

Auf den Bayreuther Festspielen war Stephanie zu Guttenberg der leuchtende Blickfang in ihrer mangofarbenen Seidenrobe. Ein Auftritt, der eine kleine Stilkritik wert ist.

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Der Stil der heimlichen neuen First Lady

Nicht die Wagner-Töchter Katharina und Eva waren es, auch nicht unsere Kanzlerin nebst Joachim-Sauer-Gatten, nein, es war unser neuer Super-Minister Karl-Theodor zu Guttenberg (37), der mit Frau Stephanie (32) das begehrteste Motiv auf dem Bayreuther Hügel war. Was durchaus an der knalligen Kleiderwahl der Guttenbergschen Gattin gelegen haben könnte. Ein guter Grund, den Stil der Freifrau zu Guttenberg mal unter die Lupe zu nehmen, finden wir:

Stephanie zu Guttenberg in einer mangofarbenen Seidenrobe vom Münchener Modelabel Talbot Runhof

Ein eindeutiges Lob vorweg: Stephanie zu Guttenberg schaffte es, mit ihrem ersten Walk über den Roten Teppich den Glamourfaktor in Bayreuth immens in die Höhe zu treiben. Allerdings wäre weniger doch mehr gewesen. Die Freifrau konnte sich offensichtlich nicht entscheiden, ob sie die Aufmerksamkeit der Fotografenschar und somit die unserer boulevardverliebten Republik, mittels Leuchtfarbe, durch ein hochgepushtes Dekolleté, mit offener, aschblonder Haarpracht oder durch Rüschentaille und jede Menge Schmuckaccessoires einfangen wollte. Verstehen Sie uns nicht falsch, jedes Detail an sich beweist wohl überlegten Modegeschmack, aber die Melange zeigt, dass die Aufregung, das freifrauliche Gespür für Stil beeinträchtigt haben muss:

1. Das Kleid: Die Farbe "Mango" ist durchaus eine gute Wahl und hebt sich ab vom mausgrauen Kostüm der Kanzlerin und dem schwarzen Kleidereinerlei vieler weiblicher Hügelbesucherinnen. Aber gerade angesichts der waghalsigen Signalfarbe hätten die Herren Designer Talbot und Runhof aus München auf die Rüschennaht unterhalb der Brust getrost verzichten können.

2. Das Dekolleté: Es wirkt eine Idee gequetscht, so als würde die silberfarbene Empiretaille die Brust der Guttenberg-Gattin korsettieren. Und seitlich reichte wiederum der Seidenstoff nicht.

3. Die Frisur: Zur schulterfreien Robe passen hochgesteckte Haare meistens besser. Das gilt auch für das aschblondierte Haar der Freifrau. Die Schultern hätten haarfrei den besseren Auftritt bekommen.

4. Die Accessoires: Ohrringe, Halskette, Armbanduhr und Armband - das ist zuviel des Glanzes. Ein Blick auf die Oscar-Kleider prominenter Hollywooddamen hätte gerreicht, um zu wissen, dass entweder funkelnde Ohrgehänge ODER eine Kette obenrum schimmern und dass güldene Uhr UND Armband zu schweres Schmuckwerk für einen Arm sind. Plus: Gold matcht nicht mit der silbrigen Empiretaille des Kleides. Hätte Stephanie zu Guttenberg das Gold geschmeidig weggelassen, hätte sie mindestens zwei Stilnoten mehr bekommen. Schlicht die graue Clutch zur silbrigen Taille - das wäre der Mut zu modischen Lücke gewesen.

Freizeit in Jeans

Wenn gerade kein Lauf über den Teppich modische Aufregung von Stephanie zu Guttenberg fordert, setzt die 32-jährige Mutter von zwei Kindern auf konservativen Lässigchic. Dicke Goldklunker im Ohr, goldige Knöpfe am Mantel, das hat schon was leicht Madamiges, trotz Blue Jeans. Und eins fällt wirklich schwer: Sich vorzustellen, dass die einstige Gräfin von Bismarck-Schönhausen, Ururenkelin Otto von Bismarcks, mit 18 Jahren als wild wippendes Techno-Girl auf der Loveparade ihren Karl-Theodor kennenlernte. Aber so war es. Ein großer stilistischer Sprung vom Disco-Girl zum begehrten Fotomotiv auf dem grünen Hügel in Bayreuth. Vielleicht auch der Sprung zur zukünftigen First Lady? Es ist doch nicht ganz unwahrscheinlich, dass Guttenberg Kanzler goes, oder?

  • Artikel vom 27.07.2009
  • Bilder: imago(1), dpa(1)
    Text: Stefanie Höfle
Letzte Kommentare
  • R. Krause
    am 02.04.11 um 17:04
    Ich hoffe, das Guttenbergsche Paar bleibt uns auf der politischen Ebene erspart. Die Medienwirksamkeit ist nicht zu bestreiten, "the american way of life" ebenso nicht. Doch die lockere und damit auch oberflächliche Art, bei der man es in vielen Dingen nicht so genau nimmt, gehört meines Erachtens nicht in die Politik. Vielleicht in 20 Jahren, wenn dann der "Lebenslauf" stimmt und nicht auf "wünschenswert" getrimmt ist. Ehrlichkeit und Vertrauen sind mir wichtiger als bloße oberlächliche Nettigkeit. Ich würde bei einer ernsthaften Krankheit auch lieber einen fachkompetenten Arzt wählen, von dessen Fähigkeiten ich überzeugt bin, als einen, der populär, modern und medienwirksam ist.
  • Heiko B
    am 24.02.11 um 23:21
    ja ja, zur Zeit regen sich darüber alle auf schön, habt ihr keine anderen Sorgen? In den Sendungen wird leider genau das gesagt, was der TomTom21 hier gepostet hat naja laßt mal diese Posterei mit der ewigen Kritik bringt eh nix pProminente haben anscheinend andere Maßstäbe aber das klärt sich von selbst. Gruss Heiko
  • Gunar
    am 24.02.11 um 09:32
    Mn man man, was regen sich alle über zu Guttenbergs auf? Ja, der Mann hat wie seine Frau auch Fehler gemacht aber welcher Prominente hat keine gemacht? Was ist mit Kohl, mit Schröder usw? Auch hierüber wächst Gras und es wird sich wie früher alles klären also lasst die doch in Ruh. Gruss Gunar
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