Make-up
Streetstyle Tokio
Ungeschminkt? Ist unhöflich! Aber nicht nur beim Make-up geben sich die Japanerinnen besonders viel Mühe - auch bei der Kleiderwahl können wir uns in Sachen Einfallsreichtum eine Menge abgucken. Streetstyles aus Tokio!
"Sein nacktes Gesicht zu zeigen, gilt in Japan als unhöflich." - sagt Yoshiko Kamon, Leiterin der Schönheitsakademie des japanischen Kosmetikkonzerns Kanebo. Entweder man wagt sich mit einer übergroßen Sonnenbrille aus dem Haus, oder eben so sorgfältig zurecht gemacht wie dieses trendige Pärchen hier.
Ganz hoch im Kurs bei jungen Japanerinnen stehen aufwendig designte Nägel. In speziellen Studios werden die Miniaturmalereien auf unechte Nägel aufgetragen. Zum Beispiel in schönstem Knallrot...
...oder ganz viel Glitzer und Blümchen auf transparentem Untergrund. Hauptsache verspielt!
Die Auswahl an künstlichen Fingernägeln ist schier endlos, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
Diese beiden Modestudentinnen in Harajuku haben einen komplett eigenen Look kreiert, ein wilder Mustermix zu lila und gelb gefärbten Haaren. Dazu gesellen sich künstliche Wimpern und vor allem viel Lidschatten.
Auch dieses Pärchen hat sich morgens vorm Spiegel deutlich Mühe gegeben. Tattoos und Piercings sind übrigens tabu, da sie als Zugehörigkeit zur japanischen Mafia gedeutet werden könnten.
Die richtigen Beauty-Produkte rund ums Styling kann man schlauerweise ganz einfach an Automaten kaufen, die vor allem in Harajuku oft zu finden sind.
Ein wildes Outfit ist lediglich der Jugend vorbehalten, mit zunehmendem Alter wollen Japanerinnen vor allem eins: einen "guten Eindruck" machen. Sie schminken sich zwar aufwendig, der Look ist aber dezent bis zur Unsichtbarkeit.
Wie man sich richtig schminkt, lernen Japanerinnen schon zu Schulzeiten. Repräsentantinnen von großen Kosmetik-Konzernen kommen in die Schulklassen und zeigen an Schminkpuppen, wie's geht.
Veränderungen am Äußeren, die nicht oder nur sehr schwer rückgängig gemacht werden können, sind verpönt - das gilt vor allem für Schönheitsoperationen. Stattdessen tobt man sich an den Haaren und eben vorm Kleiderschrank aus...
Moderne Kurzhaarfrisuren zu Retro-Outfits, dieses Paar hat die Outfits perfekt aufeinander abgestimmt.
Kosmetik ist Teil des sozialen Lebens, Frauen in Japan können im übertragenen Sinne ihr Gesicht wahren. So zeigte eine Studio des Kosmetik-Herstellers Kanebo, dass nirgends auf der Welt mehr, intensiver und häufiger Make-up verwendet wird, als in Tokio.
Wichtig ist die perfekte Grundierung für einen ebenmäßigen Teint, gefolgt vom Augen-Make-up. Sich auf dem langen Weg zur Arbeit oder gar nach dem Essen am Tisch zu schminken, gilt als vulgär. In den japanischen Bahnen hängen sogar Schilder, die darauf aufmerksam machen, dass sich Schminken (neben Essen und Telefonieren) hier nicht gehört!
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BRIGITTE
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Das man angeblich ungeschminkt, sprich mit 'nacktem' Gesicht, in Japan als unhöflich gilt höre ich ehrlich gestanden zum ersten Mal. Es stimmt, daß die Japanerinnen - und dies ist mein persönlicher Eindruck - mehr Wert aur ein gepflegtes, und auch oft sehr weibliches, Aussehen legen, was ein Make-Up natürlich mit einschließt. Genauso jedoch wie überall sonst auf der Welt kann man hier ungeschminkte Frauen sehen ... !
Es gibt hier noch viel mehr, als nur 'dieses Panoptikum', wie Sentenza so gut schrieb. ;-)