So werden Geschäfte gemacht. In einer großen Messehalle am Stadtrand von Tokio, Japan, in einem Kleid wie diesem. Chie Yumihari zupft an ihrem Dirndl. Sie ist eine kleine Frau, Japanerin, vielleicht Anfang 40. Wie sie so in ihrem roten Rock dasteht, mit der grünen Schürze und der weißen Rüschenbluse, wirkt sie deplatziert: eine Asiatin in bayerischer Tracht auf einer Messe in Japan zwischen Heerscharen japanischer Besucher. Doch Chie Yumihari stört das anscheinend nicht - sie will verkaufen. "Schließlich geben japanische Frauen mehr als 100 Euro im Monat für Kosmetik aus", erklärt sie in akzentfreiem Englisch (zum Vergleich: 150 Euro im Jahr sind es pro Kopf für Körperpflege in Deutschland). Über den gläsernen Regalen von Chie Yumiharis Messestand prangen die Namen der Öko-Marken Logona, Speick Naturkosmetik, Aqua Bio - allesamt deutsche Kosmetikfirmen, Firmen also aus Dirndlland. Chie Yumihari ist Großhändlerin dieser Marken für Japan, und Japan hat hinter den USA die zweitgrößte Kaufkraft der Welt. Und darum ist sie hier.
"Hier" - das ist die BioFach Japan, die kleine Schwester der größten Plattform für Bio-Podukte der Welt, der BioFach Nürnberg. Die ist ins Ausland gewandert - und damit macht sich "Öko made in Germany" auf einen Siegeszug um die Welt auf. Klar gibt es die BioFach weiterhin einmal im Jahr in Nürnberg: Vom 19. bis 22. Februar werden schätzungsweise 46 000 Besucher aus mehr als 100 Nationen rund 2900 Aussteller begutachten und dabei den 20. Geburtstag der Veranstaltung feiern.
Zusätzlich ist die Messe aber auch zum neunten Mal in Tokio zu sehen, außerdem in Shanghai (China), Boston (USA), São Paulo (Brasilien) und in diesem Jahr zum ersten Mal in Mumbai (Indien).





















