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Naturkosmetik: Das sind die Vorteile und Nachteile

Naturkosmetik-Produkte können bereits eine ganze Menge. Aber sind sie wirklich schon so effektiv wie die Konventionellen? Wir haben die Vorteile und Nachteile verglichen.

Duschgele

Ob Granatapfel-Blutorange, Mango-Vanille oder auch duftneutrale Produkte (z. B. von Weleda): Naturkosmetik-Duschgele werden in allen Varianten angeboten. Die schäumenden Substanzen (Tenside) darin werden nicht aus Mineralöl, sondern aus Kokosöl oder mithilfe von Zucker hergestellt.

Pro: Zuckertenside entfetten die Haut nicht so stark - ein großer Pluspunkt bei empfindlicher oder trockener Haut. Contra: Bio-Duschgele schäumen nicht so intensiv wie konventionelle Produkte. Sauber waschen sie aber trotzdem.

Deodorants + Anti-Transpiranten

Sorgen Bio-Wirkstoffe verlässlich für Frische? Ja, mit Einschränkungen . . .

Pro Bio-Deodorants können mithilfe von Zinkoxid, Salbei, Limette und Melisse sehr wirksam und hautschonend den Geruch unterbinden, der auf der Hautoberfläche entsteht (z. B. von Weleda). Bambus- und Baumwollextrakte halten die Achselhöhle trocken (z. B. von Lavera). Wer nicht zu stärkerem Schwitzen neigt, kommt mit diesen Deos gut zurecht. Was auch hilft: Körperpuder.

Contra Bio-Wirkstoffe (auch Deo-Kristalle) können nicht die Schweißproduktion hemmen, wie das Aluminiumsalze in so genannten Anti-Transpirantien tun.

Selbstbräuner

Selbstbräuner Natur-Bräuner enthalten dieselben Wirkstoffe wie konventionelle, etwa Erythrulose - aber eben in Bio-Qualität.

ProBio-Selbstbräuner sind besonders hautfreundlich, werden auch von empfindlicher Haut gut vertragen - und das Bräunungsergebnis kann sich sehen lassen.

Contra Bio-Selbstbräuner sind in der Produktion sehr aufwändig und teuer, was sich bei manchen Produkten auch beim Ladenpreis bemerkbar macht.

Haarfarben

Mittlerweile reicht das Farbspektrum von schwarzbraun bis kupferblond. Viele Töne muss man auch nicht mehr selbst anrühren - sie stecken fertig gemixt in der Tube (z. B. von Logona).

Pro Naturhaarfarben legen sich wie ein Mantel ums Haar und verleihen ihm tollen Glanz. Auch Friseure wenden mittlerweile Naturhaarfarben in ihren Salons an (z. B. bei Marc Booten; weitere Friseure finden Sie auf www.culumnatura-naturkosmetik.com).

Contra Wer extreme Farben wie tiefes Blauschwarz, Knallrot oder Weißblond möchte, kommt mit Naturhaarfarben nicht weiter, denn die Ursprungshaarfarbe bestimmt, wie hell oder dunkel das Ergebnis wird. Auch graue Haare komplett verschwinden zu lassen ist eher schwierig: Weiße Haare bleiben immer einen Tick heller als die Partien, die vorher dunkel waren. Und Vorsicht bei Rottönen, die viel Henna enthalten: Damit werden Haare mit hohem Grau- oder Weißanteil knallorange - und Überfärben mit konventionellen Farben wird nicht empfohlen. Am besten vorher an einer unauffälligen Strähne ausprobieren.

Sonnencremes

Naturkosmetik-Sonnencremes enthalten nur mineralische Lichtschutzfilter, die die Sonne wie ein Spiegel reflektieren.

ProHautärzte empfehlen Kleinkindern und Frauen mit sehr empfindlicher Haut gern mineralische Schutzfilter, weil sie nach bisherigem Kenntnisstand oben auf der Haut liegen bleiben (z. B. von Lavera). Contra Mehr als LSF 20 ist mit den in Naturkosmetik erlaubten mineralischen Filtern Zinkoxid und Titandioxid zur Zeit nicht zu schaffen. Das ist zwar im gesamten Markt der meistverkaufte Faktor, in extremen Situationen, z. B. in den Bergen oder Tropen, reicht der aber nicht. Also: Hut und entsprechende Kleidung tragen - und im Schatten bleiben.

Haarstyling-Produkte

Haargel und -spray in Natur-Qualität: Die Zeiten, in denen die Öko-Szene darüber noch die Nase rümpfte, sind zum Glück längst vorbei! Pro Haargels auf Natur-Basis (z. B. von Lavera) lassen sich genauso gut anwenden wie konventionelle Produkte. Halt gibt Schellack, das Sekret der Lackschildlaus, aus dem früher Schallplatten gepresst wurden. Naturkosmetik-Pumpsprays kommen ohne Metalldosen, Treibgase, Silikone und künstliche Duftstoffe aus und sind damit eine gute Option für Menschen mit empfindlicher Kopfhaut - und natürlich Umweltschützer.

Contra Haarsprays mit Öko-Siegel enthalten keine Treibgase wie z. B. Butan, da das aus Mineralöl gewonnen wird. Statt dessen stecken sie in Pumpzerstäubern. Damit lassen sich allerdings nicht so feine Tröpfchen erzeugen - und das merkt man besonders bei feinem Haar, das mit Pumpsprays schnell verklebt. Darum setzt etwa die Friseurmarke Aveda, die sonst gern natürliche Inhaltsstoffe verwendet, in ihren Salonsprays nach wie vor Treibgase ein. Auch feine Schäume gibt es bislang nicht in Bio-Qualität.

Anti-Age-Pflege

Auch in diesem Bereich mischt die Naturkosmetik mit - fast alle Hersteller haben eine Serie für reife Haut im Programm. Viele Pflanzen enthalten Wirkstoffe, die freie Radikale einfangen und diesen Effekt auch in der Haut erzielen: Granatapfelsaft, der Extrakt aus den Früchten der Açaipalme, aber auch Klassiker wie Wildrosen- oder Sanddornöl.

Pro Das ätherische Öl der Rosengeranie soll genauso wirksam sein wie reines Vitamin A (z. B. bei Sanoflore). Der Feuchtigkeitsbinder Hyaluronsäure wird bio-technologisch von speziell gezüchteten Bakterien hergestellt und lässt die Haut im Nu praller und jünger aussehen. Einige Bio-Labore entwickeln sogar eigene Wirkstoffgemische, die verschiedene Pflanzenstoffe und mineralisches Magnesium oder Edelmetalle kombinieren (z. B. von Lavera). Außerdem führen die Hersteller von Bio-Kosmetik mittlerweile auch aufwändige Testreihen durch, um die Wirksamkeit ihrer Produkte zu beweisen. Contra Auf einige der bekannten, sehr wirksamen Anti-Aging-Wirkstoffe (z. B. Peptide oder reines Vitamin A) müssen Naturkosmetik- Anhängerinnen leider verzichten, denn sie kommen aus dem Labor. Auch das Gefühl beim Auftragen ist anders: Öko-Kosmetik zieht zwar genauso schnell ein wie andere Cremes, aber da Naturpflege ohne Silikone auskommt, fühlt sich die Haut nicht immer sofort weich und glatt an. Dieser Effekt stellt sich erst nach längerem Benutzen ein.

Puder, Lidschatten, Kajal & Co

Wer beim Make-up auf Bio setzen möchte, hat mittlerweile eine große Auswahl an Produkten, Farben und Konsistenzen - es gibt sogar spezielle Visagisten-Linien für Profis (z. B. von Nvey Eco).

Pro Die in der Naturkosmetik üblichen mineralischen Puderpigmente werden wegen ihrer guten Verträglichkeit auch von empfindlichen Hauttypen sehr geschätzt. Oft stecken auch noch hautberuhigende und pflegende Inhaltsstoffe darin, wie etwa Zaubernuss und Schwarztee in Kajalstiften (z. B. von Dr. Hauschka). Auch auf Glanz- und Glittereffekte müssen Naturkosmetik-Fans nicht verzichten: Glimmer, Mineralpuder und manchmal sogar echtes Silber bringen den Teint oder die Lider glamourös zum Schimmern.

Contra Lidschatten und Puder ohne Silikone wirken beim Auftragen nicht so samtig-glatt und haften auch nicht so gut. Die Farben sind auf Naturtöne begrenzt: Grelle Leuchtfarben sind auf Naturkosmetik-Schminkpaletten nicht zu finden.

Lippenstifte

Neben farblosen Pflegestiften hat Naturkosmetik auch verführerisches Rot im Programm (z. B. von Dr. Hauschka). Pro Naturkosmetik für den Mund zu verwenden, gibt ein gutes Gefühl - vor allem, wenn man weiß, dass eine Frau, die täglich Lippenstift benutzt, im Laufe ihres Lebens ca. 3,5 Kilo davon verschluckt. Bio- Lippenfarben enthalten weder Konservierungsstoffe, noch Mineralöle, Silikone oder künstliche Aromen, dafür pflegende BioÖle, -Wachse und befeuchtende Blütenauszüge. Und mit schimmernden, beschichteten Mineralien kriegen Bio-Lippenstifte bereits viele tolle Effekte hin. Contra Die Auswahl an knalligen Lippenstiften ist geringer, da der leuchtend rote Farbstoff Karmin aus getrockneten Cochenilleläusen hergestellt wird, was manche Hersteller ablehnen. Veganerinnen sollten dennoch immer auf die Zutatenliste (INCI) auf der Packung schauen. Und einen kussechten Stift wird man ohne Silikone nicht hinbekommen.

Mascara

Der Trend geht zu längeren und voluminöseren Wimpern - und auch mit Natur-Mascaras kriegt man diesen effektvollen Look durchaus hin. Der Trick: Moderne Bürstchen sorgen für ordentlich Schwung und schöne Fülle. Pro Geschickt eingesetzte Natur-Zutaten wie z. B. Leindotteröl, das an der Luft schnell fest wird, helfen, dass die Wimpernfarbe nicht bröselt oder verwischt. Volumen-Tipp: Vorher die Wimpern mit losem Gesichtspuder bestäuben.

Contra Wasserfeste Wimperntusche gibt es nicht in Bio-Qualität - dafür müsste man so viel Schellack hineinmischen, dass sich die Wimpern kaum noch abschminken ließen. Auch besonders lang haftende Mascara kann Naturkosmetik nicht bieten, denn dafür müsste man Silikone einsetzen.

Nagellacke und -entferner

Weg kriegt man ihn auch natürlich, aber bei Lacken ist das Angebot bisher mager. ProEinzig ein farbloser Topcoat (Überlack) auf Schellackbasis (von Provida) erfüllt die Kriterien für Naturkosmetik.

Contra Die Nägel müssen vor dem Lackieren mit Alkohol oder Spülmittel entfettet werden, und man muss ca. 10 Minuten warten, bis sie ganz trocken sind. Manche Hersteller bieten bunte Nagellacke an, die zwar kein Formaldehyd oder aggressive Lösungsmittel enthalten (die ohnehin selten eingesetzt werden), aber nicht ohne synthetische Stoffe auskommen (z. B. Benecos). Darum gelten sie im strengen Sinn nicht als Naturkosmetik und tragen auch keine Naturkosmetik-Siegel. Bei Nagellackentfernern in Naturkosmetik-Qualität muss man etwas länger rubbeln, sie funktionieren mit Bio-Alkohol und Orangenöl auch bei normalem Lack (z. B. von Sante).

Ein Artikel aus der BRIGITTE 22/11 Text: Betti Koch, Martina Behm

Wer hier schreibt:

Martina Behm

Kommentare (6)

Kommentare (6)

  • Anonymer User
    Anonymer User
    Orangenöl, geraniol sind häufig enthalten, Geraniol zBs als Naturkonservierer sogar in hoher konzenteration. Das riecht dann so schön nach Rose... Es gibt aber inzwischen etliche mit Allergien gegen die beiden Stoffe und sie werden, habe ich das Gefühl, nicht ernst genug genommen. Geraniol ist auch ein häufig eingesetzter Stoff in Parfümen, da er den Duft fixieren kann. Selbst mein liebster Duft enthält den jetzt und ist für mich somit nicht mehr benuzbar. Geraniol ist billig und hat für die Industrie wohl zu tolle Eigenschaften. Leider!
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Naturkosmetik - alles schön und gut.

    Verwende ich auch gerne, allerdings sind in den Tagescremes nie Lichtschutzfaktoren vorhanden. Ich habe eine sehr lichtempfindliche Haut und außerdem bietet so ein Lichtschutzfaktor ja auch einen guten Schutz gegen Alterungserscheinungen (Pigmentflecke, Falten).

    Soll ich mir ständig noch Sonnencreme drübergeben? Habe ich versucht, aber dann habe ich eine zu große Matscheschicht auf der Haut. Gibt es Naturkosmetik, die einen Lichtschutzfaktor enthält (LSF 8 reicht ja schon für den täglichen Gebrauch im Herbst und Winter).
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Hallo Cocolu, würde gerne wissen, welche Produkte Sie empfehlen würden. Wäre dankbar dafür
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Das die Verwenderinnen von Cremes aus dem Naturkosmetikbereich keine so wirksamen Anti-Aging-Cremes zur Verfügung haben, ist auch Schnee von gestern! Auch da gibt es Produkte, die schlagen konventionelle Cremes um Längen! Auch im Preis. Ich selbst bin überzeugte Benutzerin von Bio-Anti-Aging-Cremes und das Ergenis spricht für sich. Und das ohne chemische Vitaminzusätze oder bedenklichen Inhaltsstoffen. Aber irgendwie hat sich da jemand nicht die Mühe gemacht, ausreichend zu recherchieren und zu testen. Wie gut das ich in der Branche tätig bin und mir selbst ein Bild von den Produkten machen kann.
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Leider sind mache Hinweise und Contra-Punke zu Bio-Kosmetik von gestern. Inzwischen gibt es Haarstylingprodukte, die stehen in der Anwendung gegenüber den konventionellen Produkten in nichts mehr nach. Im Gegenteil: es gibt da auch feine Schäume und tolle Gele und sie sind nicht so übermaßig parfümiert. Ein großer Minuspunkt bei den Konventionellen. Auch gibt es im Naturkosmetikbereich Haarfarben, die graue Haare abdecken und auch blondieren können und die nur auf Wasserstoffperoxid-Basis arbeiten. Sie sind mit Pflanzenfarben gemischt und aufgrund der verträglichen Formulierung z.T. auch für Allergikerinnen verwendbar. Es gibt nicht nur die Henna-Farben, die Ergebnisse erzielen, wie sie beschreiben haben. Auch bei den Lippenstiften gibt es kräftige oder sogar "knallige" Farben. Das die Konsistenz ein wenig anders ist als bei konventionellen Lippenstiften, ist klar, denn sie sind auf Wachsbasis aufgebaut.

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