Naturkosmetik
Tomaten und Oliven: Pflege aus der Natur

Gesunder Glanz für die Haare

Schon in der Antike wurde Olivenöl als Kur und Glanzgeber für die Haare verwendet. Besonders bei kräftigen oder naturkrausen Haaren kann man es einfach pur in die Spitzen kneten. Es legt sich wie ein Film auf die Oberfläche, bindet Feuchtigkeit und glättet strapazierte Stellen. Da das Öl jedoch sehr reichhaltig ist, eignet es sich nicht für jeden Haartyp. Feine und normale Haare macht das pure Öl strähnig, und es lässt sich nur schwer wieder rauswaschen. Verarbeitet in Shampoos, Spülungen und Haarkuren ist das zwar anders. Die Produkte sind aber trotzdem in erster Linie für stumpfe, trockene Haare gedacht, die eine Portion Glanz gut vertragen können.

Schön rot werden

Tomaten enthalten viel Wasser, wenig Kalorien, dafür aber Vitamine, Mineralstoffe und Fruchtsäuren. Das klingt alles in allem ja schon äußerst gesund, neuere Studien bescheinigen den "Goldäpfeln" (so nennen sie liebevoll die Italiener: "pomo d’oro") aber noch mehr Wirkung. Neun Testpersonen aßen zehn Wochen lang täglich 40 Gramm Tomatenmark mit etwas Olivenöl. Danach stellten Forscher fest, dass sich das hauteigene Schutzsystem gegenüber schädlichen UV-Strahlen deutlich erhöht hatte. Verantwortlich fürs gute Abwehrverhalten ist der Stoff, der den Tomaten die schöne rote Farbe gibt: Lycopin (auch Lycopen genannt), ein starker Radikalfänger. Er schützt die Zellen vor Radikal-Attacken durch Sonnenlicht, Zigarettenrauch, Stress oder Umweltverschmutzung. So widerstandsfähig, wie Lycopin die Zellen macht, ist es zum Glück auch selber. Erhitzen kann ihm nichts anhaben. Deshalb steckt es nicht nur in frischen Früchten, sondern auch hoch konzentriert in Ketchup, Tomatensoße und Saft. Inzwischen gehen viele Wissenschaftler davon aus, dass ein hoher Lycopinspiegel im Blut sogar vor Krebs schützen kann. Angetan vom großen Potenzial der Tomate haben amerikanische Forscher der Oregon State Universität (USA) gerade begonnen, Tomaten mit noch mehr gesundheitsfördernden Zusätzen zu züchten. Sie reicherten sie mit Flavonoiden an, die eigentlich nur in roten Weintrauben, Brombeeren, Rotkohl und Kirschen zu finden sind. Diese dunklen Farbstoffe (Anthocyanine) sollen Herzkrankheiten vorbeugen.

Tomaten zum Schlucken und Cremen

Natürlich haben auch Kosmetikforscher den großen Nutzwert von Lycopin erkannt. Um die Schutz- und Reparaturmechanismen der Haut anzukurbeln, wird es in Seren und Tagespflege verarbeitet. Ebenso in Nahrungsergänzungsmitteln mit Anti-Aging-Effekt, die unter anderem an 90 Frauen in der Menopause getestet wurden. Sie schluckten ein halbes Jahr lang drei Kapseln täglich, anschließend wurden winzige Hautproben entnommen und untersucht. Das Bindegewebe war tatsächlich praller und dichter geworden, die Haut sichtbar glatter. Über die Frage, was der Haut am meisten bringt (Nahrungsergänzung oder Creme mit dem gleichen Wirkstoff), streiten sich die Experten. Eine Studie aus Kanada konnte nun belegen, dass eine Kombination aus beidem am besten wirkt.

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  • Text: Christina Gath
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