Parfüm
Neue Düfte - welcher ist der richtige?

Rund 170 Düfte werden in diesem Jahr auf den Markt kommen - wie findet man den richtigen?

Neue Düfte testen

Etwa drei bis fünf schafft man hintereinander, dann ermüdet die Nase und verliert die Feinheit für Gerüche. Um sich auf der Haut zu entwickeln, brauchen Düfte ein paar Minuten. Lassen Sie sich einige Proben geben, dann können Sie sie in Ruhe zu Hause testen. Zwischendurch an der Kaffeedose schnuppern, das klärt den Geruchssinn. Auf der Haut verreiben verkürzt die Entwicklungszeit: Dabei nimmt man zwar die leichten, schnell flüchtigen Moleküle (die Kopfnote) nicht mehr wahr, gelangt aber schneller an die intensiveren und länger haftenden Nuancen (Herz- und Basisnote). Auch die Uhrzeit spielt eine Rolle - morgens mögen wir frische grüne Düfte lieber, abends und am Wochenende sinnlich-warme.

Die Konzentration

Body-Splash hat einen Duftanteil von ein bis drei Prozent, Eau de Cologne bis zu fünf und Eau de Toilette bis zu zehn Prozent. Bei Eau de Parfum geht die Konzentration bis zu 15 Prozent hoch, Extraits oder Parfüms enthalten sogar bis zu 30 Prozent - und deshalb sind sie auch am teuersten.

Perfekt dosieren

Die meisten Frauen sprühen zweimal, der Duft wird je nach Konzentration mehrere Stunden wahrgenommen: Eau de Toilette bis zu fünf Stunden, schwere Düfte zwei- bis dreimal so lang. Wer auf keinen Fall zu stark auftragen will, sollte schwere Düfte nicht zu nah am Kopf, sondern lieber vor dem Anziehen auf den Körper sprühen. Orientalische Düfte in die Kniekehlen geben, dann steigt der Geruch immer wieder zur Nase hoch. Wenn ein Duft nicht lange hält, könnte es an zu trockener Haut liegen. Manchmal stecken auch Medikamente (z. B. Beruhigungsmittel) oder bestimmtes Essen (z. B. Spargel und Knoblauch) dahinter, da sie den Eigengeruch der Haut verändern können.

Haltbarkeit

Gesetzlich müssen Parfüms drei Jahre haltbar sein. Am besten an einem kühlen, dunklen Ort aufbewahren. Grüne Noten sind flüchtiger, orientalische können sogar Jahrzehnte überleben. Auch der Flakon spielt eine Rolle: Ist er glasklar oder eingefärbt? In hochwertigen Düften sorgen Lichtfilter für gute Haltbarkeit.

Lieber nicht!

Einige Duschbäder, Bodylotions und Shampoos haben einen intensiven Eigengeruch - wer keinen Mix verströmen möchte, sollte duftfreie Produkte nehmen oder die Pflegeserie mit dem Lieblingsduft.

Experten-Interview

Drei Fragen an Dr. Joachim Mensing, Duft-Psychologe und Produktentwickler für Parfüms bei Moodform in Miami Beach:

BRIGITTE: Kann man an manchen Tagen besser riechen?

Dr. Joachim Mensing: Düfte gelangen direkt ins limbische System, der Teil des Gehirns ist für Instinkt und Gefühle zuständig. Gestresste Menschen riechen weniger. Auch Zyklus und Hormone spielen eine Rolle, Schwangere zum Beispiel haben ein unglaubliches Geruchsvermögen.

BRIGITTE: Wieso mag man plötzlich den Lieblingsduft nicht mehr?

Dr. Joachim Mensing: Parfüms verbinden wir meistens mit Emotionen. Bekommt man einen Duft etwa von seinem Mann geschenkt, kann man ihn nach einer Trennung nicht mehr leiden. Manchmal ändern Dufthersteller auch ihre Rezepturen, weil ein Inhaltsstoff unter Allergieverdacht geraten ist.

BRIGITTE: Können Frauen besser riechen als Männer?

Dr. Joachim Mensing: Zu 90 Prozent ja. Wenn es um Parfüm geht. Instinktiv sind Männer aber durchaus starke Schnüffler, wenn zum Beispiel etwas mit dem Auto oder dem Wein nicht stimmt, können auch sie das erschnuppern.

  • Text: Bettina Koch
    Illustration: Arnim Metzger
    Stills: Alan Ginsburg
    BRIGITTE Heft 03/2008
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