Mutiges Selfie
Nacktfoto mit Anklage: "Dies ist mein Körper, für den ich mich entschuldigen soll?"

Die australische Autorin Rosie Waterland hat die Nase voll: Auf Facebook zeigt sie ein Nacktfoto und fragt, warum immer noch so viel auf Äußerlichkeiten gelegt wird.

Rosie Waterland ist eine erfolgreiche Autorin aus Australien, die aber immer wieder für ihre Figur kritisiert wird. Nun zeigt sie sich so, wie sie ist: Als eine Frau, die mit funkelnden Augen charmant in die Kamera lächelt. Nach jeden erdenklichen Maßstäben ist sie eine sehr attraktive Person. Sie versteckt nicht, wie es vom Hals abwärts weitergeht: Dehnungsstreifen, etwas Bauch, Rundungen, Falten - eben kein Model-Körper, der hinterher noch mit Photoshop zu einer kompletten Fantasie-Frau gemacht wurde.

In einem Beitrag, der inzwischen von Facebook und Instagram gelöscht wurde, rechnet sie gnadenlos mit Menschen ab, die Frauen nur für voll nehmen, wenn sie äußerlich einem künstlichen Standard entsprechen.

"Das ist mein Körper"

"Hier ist er. Der Körper, der mich zurückhalten soll. Der Körper, für den ich mich entschuldigen soll. Der Körper, den ich von euren Bildschirmen und euren Köpfen fernhalten soll. Aber meine Intelligenz und mein Talent sind wichtiger als meine Erscheinung. Und diese Qualitäten sind es, die mich auf Bildschirme und Köpfe zwingen werden. Da habt ihr's!"

Waterland hat es satt, dass übergewichtige Frauen für ihren "Mut" gelobt werden, wenn sie es wagen, in der Öffentlichkeit zu erscheinen: "Wenn du wahnsinnig intelligent und talentiert bist, sollte dein Aussehen und dein Gewicht überhaupt kein Thema sein. Ich weiß, dass es als Frau nicht leicht ist, das zu sagen. Als Frau, selbst wenn dir selbst dein Aussehen egal ist, ist es für alle anderen ein Thema. Das ist mir klar. Aber Scheiß auf alle anderen! (...) Dein Körper ist deine Geschichte. Dein Schlachtfeld. Er macht dich zu dem Menschen, der du bist, und du wärst ohne ihn nicht so klug, oder erfolgreich oder lustig, wie du bist."

Bevor der Beitrag gelöscht wurde, wurde er tausendfach geteilt und bekam Zuspruch aus aller Welt. Das große Interesse brachte ihr aber auch Kritik ein. Ist es nicht widersprüchlich, so der Vorwurf, sich ausgerechnet nackt zu zeigen, um gegen Oberflächlichkeiten zu protestieren?

Darum musste es ein Nacktfoto sein

Für die Autorin ist das kein Widerspruch - in einem neuen Posting bezog sie Stellung:

"Ich habe lange darüber nachgedacht, bevor ich das Foto gepostet habe. (...) Nun, ich hatte etwas zu sagen, und als etwas "größere" Frau, hatte ich das Gefühl, dass ich das auch visuell besonders gut verdeutlichen konnte. (...) Ich habe meine "Schwächen" betont, um zu zeigen, wie sehr es mich frustriert, dass wir überhaupt noch von diesen "Schwächen" so besessen sind. (...) Ich bin nicht dünn und habe einen Köfper, den viele Frauen als schlimmsten Alptraum betrachten würden. (...) Also, guckt mich an. Werft einen Blick auf das Foto. Werft einen Blick auf meinen "minderwertigen", molligen Körper. Und versteht, dass wenn ich im Leben prima klarkomme, ohne mir ständig Gedanken über mein Aussehen zu machen, ihr das auch könnt."

Starke Worte, denen niemand wiedersprechen kann - denn die einzige Meinung zum Körper, die zählt, ist klar - die eigene!

  • Artikel vom 22.01.2016
    heh

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