Ausstellungstipp: Anselm Reyles “Mystic Silver”

Zugegeben, dieser Ausstellungstipp ist etwas witzlos: schließlich haben Interessierte nur noch 72 Stunden Zeit, sich die Einzelausstellung “Mystic Silver” von Anselm Reyle in der Halle für aktuelle Kunst anzuschauen. Dann ist finito. Und dennoch: Ich bereute vergangenen Sonntag zutiefst, dass ich es erst so spät in die Deichtorhallen geschafft habe, die wohlgemerkt nur ca. 100 Meter Luftlinie von meiner Wohnung entfernt liegen. Ihr, liebe Hamburger, sollt jetzt nicht noch bereuen, dass ihr überhaupt gar nicht in den Genuss gekommen seid. Deswegen: Schnellstens Hingehen!
“Das war ja klar, dass dir das gefällt”, sagte mein Mann und hatte natürlich völlig Recht. Dies ist eine Ausstellung für Mädchen. Selbstverständlich nicht nur für Mädchen, aber für Leuchststoff-Herzen, Neon-Farben, Delfine und Silberfolie in pfirsichfarbenem Acrylglas können wir uns nun mal besonders gut begeistern. Voll funky, voll fancy, voll Pop – entschuldigt bitte meine Oberflächlichkeit.
“Fehlt nur noch Goa-Musik” – sagte mein Mann als nächstes und sprach mir erneut aus dem Herzen. In der “Mystic Silver”-Welt von Anselm Reyle fühlt man sich ein bisschen wie auf einer After Hour. Das liegt vor allem an dem Silbervorhang, der die Halle in zwei große Räume teilt, von dem der eine taghell, der andere stockdunkel ist. Die Arbeiten, die im Dunkeln gezeigt werden, vom neongelben Heukarren über eine Neon-Installation bis zum goldenen Kirchenkreuz, wirken mystisch, sehr erhaben und trippy. Im Hellen wiederum spiegelt sich alles, reflektiert und verzerrt die Optik. Ein großer Spass ist das, seht selbst:










Fotos: Pelle Buys
Schlagwörter: Anselm Reyle, Mystic Silver
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Und auch wenn man hier schon einiges auf Fotos sieht – so viele Exponate hat die Ausstellung nämlich gar nicht – das Fantastische ist, alles live zu erleben und die echten Dimensionen zu sehen. Das macht einfach Spaß und gute Laune. Eine kleine Reise ins Wunderland – hin und wieder hab ich mich gefühlt wie Alice… Besonders gut haben mir die Hemden der “Museumswärter” gefallen. Eine nette Idee, die mit Karostoffen abgesetzten Hemdskragen und Ärmelbündchen. Wir haben uns gefragt, ob der Dresscode zur Ausstellung gehört oder in den Deichtorhallen immer so ist…