Bangkok: Im Siebten Massage-Himmel

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Dieselschwaden wabern schwarz durch die Straßen, Staus überall, Fußgängerampeln Fehlanzeige: Bangkok ist laut und anstrengend. Bis man durch ein Tor tritt: in buddhistischen Klöstern scheint die Zeit einfach stehenzubleiben. Wie im Wat Pho, in dem man nicht nur den 45 Meter langen ruhenden Buddha sehen kann, sondern das auch als Zentrum traditioneller thailändischer Medizin und Massage gilt. Hierher kamen vor 150 Jahren die ersten Studenten, heute ist es die Top-Adresse, um Thaimassage zu lernen -  und man kann sich von den besten Therapeuten behandeln lassen!

Allerdings etwas anders, als man es von deutschen Spas kennt: keine weißen Frotteetücher, keine wispernden Kosmetikerinnen, die nach dem Wohlbefinden fragen, keine plätschernde Relaxmusik! Hier wird im Großraum massiert, etwa 20 Männer und Frauen gleichzeitig, dicht an dicht. Die Liegen sind frisch bezogen, man bekommt eine dunkelgrüne weite Leinen-Thaihose, die wie ein Sarong um den Bauch gewickelt wird. Meine Masseurin verbeugt sich im Sitzen mit einem tiefen Wai, dem Thaigruß, fragt nach Schmerzen - naja, die üblichen Verspanungen im Nacken - und fängt an: klappt ganz langsam das linke Bein nach außen. Drückt mit dem Handballen, sanft, aber stetig auf den Oberschenkel, zieht und hält mit ihrem Fuß dagegen, presst die Daumen in den Muskel. Sie scheint jede Verspannung zu sehen, zu spüren, drückt genau dort, wo es sein muss, setzt die Ellbogen ein, massiert den Kopf, den Rücken, dehnt den Nacken, alles immer ganz vorsichtig, aber bestimmt, man fühlt bei jeder Bewegung, sie weiß genau, was sie tut.

Am Empfang, nur durch einen Sichtschutz getrennt, wird gerufen, Fußmassage Nr. 1, Thaimassage, Nr. 3, jeder bekommt eine Nummer, wo bleibt Nr. 3? Es wird  gelacht, draußen reden alle  gleichzeitig - nur die Massierten genießen schweigend, hoffen, dass es nie aufhört, der Lärm verschwimmt mit dem Rauschen des Ventilators und der Klimaanlage, wird zu einem angenehmen Klang-Brei, alles fühlt sich gut an, es könnte ewig so weiter gehen. Im Sitzen eine letzte Nackenmasage, dann ist Schluss, finish, der Nächste wartet schon auf den Platz. Es gibt noch einen Tee, der nach nichts schmeckt, aber wohltuend kühl ist. Leicht und beschwingt geh ich nach draußen, Füße, Beine, Nacken, Schultern , fühlt sich alles befreit und gut an, Bangkok kann kommen!

Tipp: am Nachmittag hingehen, wenn es im Kloster leerer wird - mit etwas Glück kann man um 17 Uhr die Mönche im Wat singen hören.

Wat Pho, Thai Wang Road, 8 bis 18 Uhr täglich, www.watpomassage.com, Eintritt 100 Bath, 1 Stunde Thaimassage 420 Bath (ca. 10 Euro).
Man kann auch selber Massagekurse belegen, ein Basic-Kurs in Thaimassage dauert 5 Tage und kostet 9500 Bath (ca. 250 Euro).

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4 Kommentare
Christa
6. Februar 2013

Liebe Daniela, das ist ein super Tipp, die Spas werde ich gern besuchen. Im Moment bin ich gerade in Vietnam und freu mich schon auf die Treatments in Saigon!

Daniela
5. Februar 2013

Aus zahlreichen Bangkokbesuchen kenne ich die Massageschule sehr gut, da sie immer mein erster Ort der Entspannung ist. Allein die Atmosphäre des Tempels ist beeindruckend, wenn die Touristenstürme weg sind. Nach der Massage gibt es auf der Rückseite des Tempels (Richtung Pier) die besten Currys in den Straßenküchen. Wer neben einer Massage weitere Spa Anwendungen sucht, wird im Oasis Spa fündig. Dies ist eine Kette, die in den Thailändischen Großstädten Filialen hat: es gibt Arrangements, die Dampfbad, Peeling, Packung, Massage und Gesichtspfleg beinhalten - sehr empfehlenswert! Die Angebote sind überall gleich, jedoch ist die Architektur in Chiang Mai herausragend.

Angela Paquin
2. Februar 2013

Hallo Christa + Armin,
das klingt alles nach 1001 Nacht! So eine Massage könnte ich auch gebrauchen. Erinnert mich an unsere Massageaktionen in Dänemark, war auch angenehm!
Mein Spa sieht so aus: Ich gehe ins Dachgeschoss, leg eine schöne CD ein, male und tauch ab in meine Welt.
Alles Gute und weiterhin Genuss pur
Angela + Günter

Sabine
1. Februar 2013

...endlich erfahre ich mal etwas von dem Ort, in dem mein Sohn seit rund 10 Monaten lebt. Ich freue mich schon auf neue Berichte. Noch eine schöne Zeit - liebe Grüße Sabine

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