Go Green: Sneakers aus Lederhosen

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Letzte Woche bin ich nach Berlin gereist, um mir die Graduate Show des internationalen Masterstudiengangs “Sustainability in Fashion” der ESMOD anzuschauen. Vielleicht erinnert ihr euch, dafür habe ich schon vor einiger Zeit mal Werbung gemacht. Zwölf Absolventinnen haben in den Containern der Platoon Kunsthalle ihre Abschlussarbeiten präsentiert, eine beeindruckende Jury (unter anderem Francine Pairon, früher beim Institut Français de la Mode für die Master-Studiengänge zuständig, Dr. Michael Braungart, Cradle-to-Cradle-Experte, und Dilys Williams, Chefin des “Centre for Sustainable Fashion” in London) hat die besten nachhaltigen Mode-Ideen prämiert und ein bisschen gefeiert wurde natürlich auch noch. Hier die spannendsten Abschlussprojekte im Kurzporträt:


Stefanie Stolitzka aus Österreich macht Lederhosen-Sneakers
Nachhaltige Schuhproduktion trifft österreichisches Tradtionshandwerk: Stefanie Stolitzka hat für ihre Abschlussarbeit eine biologisch abbaubare Sneaker-Kollektion namens Vios entworfen und sich dabei auf traditionelle Handwerkstechniken aus ihrer Heimat Österreich berufen, nämlich die Lederhosen-Herstellung. Das Ergebnis finde ich ziemlich cool und absolut tragbar. Fand die Jury übrigens auch, Stefanie hat gleich zwei Preise gewonnen.


Daniela Franceschini aus Spanien will Luxusmode in Nepal herstellen lassen
Die optisch überzeugendste Kollektion stammt von Daniela Franceschini. Ihre Idee: Nachhaltige Luxusmode, produziert in Zusammenarbeit mit einer NGO in Nepal. Im Rahmen ihrer Abschlussarbeit ist sie nach Nepal gereist und hat sich die Produktionsbedingungen vor Ort genau angesehen. Statt ständig neue Kollektionen auf den Markt zu werfen, sieht sie gerade im Luxusbereich eine Chance für qualitativ hochwertige, unter sozialen Bedingungen hergestellte und gleichzeitig innovative “Slow Fashion”. Die Ketten würde ich ihr jedenfalls sofort abkaufen.


Beatrice Melo aus Brasilien belebt alte Handarbeitstraditionen
Resgate“, Portugiesisch für “retten”, heißt das Abschlussprojekt von Beatrice Melo. Sie hat in ihre Kollektion alte Handarbeitstraditionen aus der nordbrasilianischen Region Ceará einfließen lassen, etwa Lochspitzenarbeiten und Stickereien. Ihre Mode ist nachhaltig produziert, will “die Kultur, Erinnerung und Tradition einer Region” bewahren – und sieht dabei noch richtig gut aus.

Vida Ipektchi aus Hamburg will, dass wir unsere Klamotten lieben
Für ihr Master-Projekt “Love.Able” hat sich Vida Ipektchi mit Konsumverhalten und Nachhaltigkeit auseinandergesetzt und eine fiktive Capsule-Kollektion für einen Moderiesen wie H&M entwickelt. Sie schreibt: “If we can make consumers love their clothes through knowledge and therefore informed choices, they will maybe recover their emotional relationships to the pieces they own and buy. A person who loves a product handles it carefully.” Liebhaben statt wegwerfen lautet also die Devise. Mehr zum diesem Thema findet ihr übrigens hier und hier.

Elodie Tripet aus Frankreich hilft kleinen Designern, grüner zu werden

Mit einer klugen Business-Idee hat sich die Französin Elodie Tripet für ihre Master-Arbeit beschäftigt: Sie will auf der Plattform “A Greener Shade” kleinen Designern dabei helfen, ihre Produktion grüner zu gestalten. Etwa, indem sich mehrere Designer beim Biobaumwoll-Kauf zusammenschließen und dadurch günstigere Konditionen bekommen oder, indem per Crowdfunding innovative Projekte gefördert werden können.

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