Kaviar Gauche for Zalando: Interview & Preview

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Lisa, Johanna Kühl und Alexandra Fischer-Röhler

Kaviar Gauche für alle! So in etwa lautet die frohe Botschaft, die seit Mai durch die hiesige Modewelt hallt. Und tatsächlich ist die Kooperation mit Onlineshop-Gigant Zalando ein wahrer Segen für Fans herrlich couturiger Mode, die bis dato noch vor einer Investition zurückschreckten. Vergangenen Freitag traf ich die Designerinnen Alexandra Fischer-Roehler und Johanna Kühl in Berlin zum Interview und bekam eine charmante Präsentation ihrer Capsule Collection. Und diese nun ist wie gesagt absolut verlockend. In gewohnt Kaviar Gauche'scher Manier bezirzen ultra-feminine Kleider mit Plissees genauso wie rockige Leder-Blousons oder unschlagbar erstklassig designte weiße Blusen. Die Kollektion umfasst rund zwanzig Teile und ist ab dem 20. September in begrenzter Stückzahl bei Zalando erhältlich - es empfiehlt sich also, schnell zuzugreifen.

Natürlich habe ich den Damen ein paar Fragen rund um die Kollektion gestellt. Here we go:

Wie unterscheidet sich die Kollektion für Zalando von der Kaviar Gauche Hauptlinie?
Alexandra: Zum einen natürlich preislich, die Kollektion für Zalando ist deutlich günstiger. Sie ist aber auch stilistisch ein Tick jünger angesetzt. Die Kleider sind zum Beispiel kürzer als es sonst bei uns der Fall ist. Dann unterscheidet sie sich im Material, welches etwas günstiger aber immer noch sehr hochwertig ist und mit vielen Couture-Details ausgestattet wurde. Natürlich möchten wir unserer Hauptlinie keine Konkurrenz machen, sondern eine neue Zielgruppe ansprechen. Zalando erreicht täglich neue Märkte - Großbritannien, Skandinavien, Polen, Holland und Deutschland sind da nur einige Beispiele. Das ist für uns natürlich eine super Chance, mit unseren Designs "neue" Frauen zu erreichen. Vor allem die, die Lust auf Shopping rund um die Uhr haben.

Und wie genau ist die Zusammenarbeit mit Zalando entstanden?
Johanna: Wir merken, dass Online-Shopping immer wichtiger wird – auch durch unseren eigenen Online-Shop der immer frequentierter besucht wird. Den Leuten fällt es mittlerweile überhaupt nicht mehr schwer, auch hochpreisige Mode online zu kaufen. Frauen wollen heute einfach rund um die Uhr auf Mode zugreifen und sie kaufen können. Das ist der Markt der Zukunft und deswegen haben wir uns für die Zusammenarbeit mit Zalando entschieden. Außerdem sind wir beide Berliner Unternehmen, insofern stimmte die Chemie von Beginn an.

Für Zalando habt ihr erneut Schuhe entworfen. Wann gibt es denn Schuhe auch in der Kaviar Gauche Hauptlinie?
Johanna: Speziell das Schuh-Design ist schon eine eigene Welt für sich, es macht daher absolut Sinn, das jemandem zu überlassen, der dieses Gebiet sehr gut beherrscht und unseren Input optimal umsetzen kann. Die Zusammenarbeit mit Zalando ist gerade in Hinblick auf das Designen von Schuhen optimal.

Taschen oder Schuhe: Was macht euch mehr Spaß im Design-Prozess?
Alexandra: Beides! Es ist wahnsinnig toll, ein schönes Kleid zu entwickeln und dann natürlich noch das passende Schuhwerk dazu zu designen. Es macht einfach Spass, jeden Bereich mal auszuprobieren, vielseitig kreativ zu sein, sich mit neuen Themen auseinander zu setzen und mit neuen Menschen zu tun zu haben.

Sind Designer-Kooperation eurer Meinung nach das Model der Zukunft?
Johanna: Wir befinden uns definitiv gerade im richtigen Zeitalter dafür, allein schon durch die schnelle Kommunikation, ermöglicht durch das Internet. Man merkt, dass die Labels entdeckt haben, dass es sinnvoll ist, bestimmte Projekte gemeinsam zu realisieren und Kapazitäten gemeinsam zu nutzen.

Immer mehr Frauen stehen mittlerweile endlich an der Spitze großer Modeunternehmen, beispielsweise Sarah Burton für Alexander McQueen oder Phoebe Philo für Céline. Aber warum gibt es eurer Meinung nach immer noch verhältnismäßig wenige Frauen in der Rolle des Chef-Designers oder Kreativ-Directors?
Alexandra: Es gibt doch immer mehr! Wir interessieren uns in erster Linie für Mode, die speziell von Frauen für Frauen gemacht wird. Privat tragen wir auch gerne französische Labels, zum Beispiel Isabel Marant oder Chloé. Stella McCartney mögen wir auch sehr gern. Man spürt einfach, wenn die Mode von einer Frau entworfen wurde.

Johanna: Vielleicht waren die Männer bisher einfach lauter? Frauen lassen vielleicht eher die Kollektion sprechen, anders als einige Männer, die eventuell eher extrovertiert sind.

Zum Schluss eine Kaviar Gauche'sche Zukunftsaussicht: Was sind die nächsten Pläne?
Alexandra: Wir sind gerade in der Kollektionsvorbereitung für die nächste Zalando-Kollektion, die im Sommer erscheinen wird!

Bilder: Zalando

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4 Kommentare
Lisa
30. Juli 2012

@Rike: Ehrlich gesagt weiß ich teilweise gar nicht mehr, wo ich überhaupt noch ruhigen Gewissens kaufen kann - ich geh dann meistens zum Second-Hand-Laden bzw. kaufe einfach sehr wenig. Aber für meine Hochzeit beispielsweise habe ich so gut wie alles (vom Kleid über Süßigkeiten bis Strohhalme) im Internet bestellt - ich hätte gar nicht gewusst, wie ich's sonst gemacht hätte!? Also den richtigen Mittelweg habe ich auch noch nicht 100% gefunden...

rike
30. Juli 2012

ich habe mich selbst bisher auch viel zu oft zu den vergesslichen, bequemen kunden gezaehlt ... der wohnort in der pampa macht es obenauf noch schwieriger die finger vom e-shopping bei amazon&co zu lassen ... aber ich werde mal das experiment wagen, den rest des jahres 'anders' zu shoppen ... das muss doch auch gehen ;)

Lisa
28. Juli 2012

@Rike: Selbigen Gedanken hatte ich natürlich auch, nachdem ich den Bericht am Donnerstag gesehen habe. Tatsächlich habe ich mit den beiden über den hohen Service generell beim Online- Shopping gesprochen, der diese Art des Einkaufens so attraktiv macht. Auf wessen Kosten dieser Standard geht, war mir zu dem Zeitpunkt nicht ganz klar bzw bekannt. Angesichts bekannter, ähnlicher Fälle wie z. B. Amazon, hätte ich allerdings drauf kommen können/müssen.

rike
28. Juli 2012

nun wuerde es mich ja doch interessieren was die damen zu dem konzept zalando sagen, nachdem zdf&co die arbeitsbedingungen der dort angestellten deutlich aufgezeigt haben ... ist das der preis den wir fuer 'geiz ist geil' zahlen?

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