Virtuelle Models = Zukunft des eCommerce?

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Wenn es nach dem schwedischen Start-up Looklet geht, treffen wir bald in unseren Lieblings-Onlineshops auf virtuelle Models, die für uns die Klamotte anprobieren. Die Idee klingt auf Anhieb zugegeben ganz funky, erinnert an Second Life und beschwört natürlich als allererstes eine Kritik herauf, dass die virtuellen Mannequins (insgesamt 36 unterschiedliche Damen stehen zur Auswahl) viel zu dürr sind. Natürlich.

Aber jetzt mal abgesehen von dem heiß diskutierten BMI der digitalen Jungs & Mädels, bei mir will diese Idee nicht recht fruchten. Dabei ärgere ich mich immer wieder über Onlineshops, die nur Freisteller zeigen. Die Klamotte an einer Anziehpuppe ist ja wohl das Mindeste, damit ich mir einen guten Eindruck von dem jeweiligen Kleidungsstück machen kann. Noch besser, und dafür liebe ich übrigens Asos.de, sind echte Models, die in kleinen Mini-Sequenzen das Teil auf einem Catwalk präsentieren. So ein Video, in dem ich genau sehen kann, wie das Teil geschnitten ist und vorne, hinten bzw. an den Seiten beim Laufen(!) fällt, hat schon so manch eine Kaufentscheidung begünstigt – oder verhindert. Ob die Digi-Models (so nenne ich sie jetzt einfach mal) das wett machen können, mag ich zu bezweifeln.

Natürlich habe ich bei Looklet so ein Püppchen mal nach meinen Wünschen gestylt. Das ist tatsächlich recht amüsant, man sucht sich ein Gesicht aus (mein Lieblingsbefehl “change face”*), zieht der Dame den hotten Acne-Sweater und den coolen Rock von Diane Orving an, guckt sich das von vorne und von hinten an und fügt (und das finde ich eigentlich am besten an dem Ding) einen megageilen “Background” und einen Effekt hinzu. Sehr realitätsnah, schließlich fotografieren wir uns ja auch nur noch mit crazy iPhone-Filtern, nicht wahr? Das Resultat sieht dann aus wie hier. Verrückt.

Ziehen wir also ein Resümee: Klar, für die Shop-Betreiber lässt sich damit viel Kohle sparen und ja, dass man mit den Digi-Models so auch mehrere verschiedene Teile kombinieren kann, ist ganz nett. Trotzdem, mich überzeugt das nicht. Ich bekomme einfach keinen ultimativ realistischen Eindruck der Kleidung, wie in Videos oder eben in der guten, alten Umzugskabine. Und hochwertig ist das ganz auch nicht. Oder könnt ihr euch die Digi’s bei mytheresa oder Net-A-Porter vorstellen?

* Zweitlieblingsbefehl ist “Clear”, bitte mal ausprobieren.

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