Louis de Bernières "Corellis Mandoline"
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Leseprobe "Corellis Mandoline"
Der Soldat
Schlank und groß über kaltes Feld schreiten die jungen Männer durch eine Nirgendwelt. Selbst mit ihrem Lachen können sie keinen Ton verbreiten, wie klar sie auch rufen, das Schweigen hält.
Sie erzählen sich von vergeblicher Liebe im Herzen, doch von dem, was sie sagen, bleibt nichts in der Luft. Einst jung und golden, kamen sie hierher voll Schmerzen, ihr Gold ist nun fahl, ihre Jugend verpufft.
Sie rufen sich zu, im Herzen ganz unverändert: "Was, lieber Bruder, haben sie unsren verlorenen Leben angetan? Sind sie mit unserer Jugend gegürtet, unserem Gold bebändert und lächeln, weil wir gefallen sind, den Tod frech an?"
Suchenden Blickes über kaltes Feld wagen die Jungmänner sich ins Land, in das niemand sie wies. Die Jungen voll Gold im Herzen stellen sich Fragen nach der Welt, die ihnen geraubt in ihrem Paradies.
Humbert Wolfe
Dr. Iannis beginnt seine Geschichte
Dr. Iannis blickte zufrieden auf einen Tag zurück,
an dem keiner seiner Patienten gestorben oder kränker
geworden war. Er hatte bei der überraschend leichten
Geburt eines Kalbes geholfen, einen Abszeß aufgestochen,
einen Backenzahn gezogen, eine Dame von lokkerem
Lebenswandel mit Salvarsan versorgt, ein unerfreuliches,
aber sensationell ergiebiges Klistier verabreicht
und durch einen medizinischen Taschenspielertrick ein
Wunder vollbracht.
Er lachte in sich hinein, denn zweifellos wurde dieses Wunder bereits als eines St. Gerasimos würdig hingestellt. Er war ins Haus des alten Stamatis gegangen, zu dem er gerufen worden war, um Ohrenschmerzen zu behandeln, und hatte in einen Gehörgang geblickt, der feuchter, flechtenbehangener und stalagmitischer war als selbst die Drogarati-Grotte.
Zunächst hatte er die Flechten mit Hilfe eines alkoholgetränkten und um ein langes Streichholz gewickelten Wattebäuschchens entfernt. Ihm war bekannt, daß der alte Stamatis seit seiner Kindheit auf diesem Ohr taub war und ständig unter Schmerzen litt.










