Liebe Mutter am Pool: Bitte verstecke deinen Körper nicht!

Mutter im Pool

Viele Mütter hassen die Badesaison. Weil sie ihre Körper hassen. So ging's auch Bloggerin Sarah, doch ein Erlebnis am Pool ließ sie ihre Scham überwinden. Und das sollten alle Mütter tun!

Ich stehe vor dem Spiegel und betrachte mich. Ich ziehe die Schultern nach hinten, um gerade zu stehen. Der schwere Stillbusen macht es mir den ganzen Tag schwer, keinen runden Rücken zu machen.

Ich schaue meinen Hintern an. Seit der letzten Schwangerschaft ist er irgendwie platt geworden. Kein Wunder, dass die Hosen so komisch sitzen. Mit geradem Rücken versuche ich den Hintern irgendwie ein bisschen herauszustrecken. Schon besser.

Unser Blog-Liebling: Sarah kommt eigentlich aus dem Ruhrpott, lebt mit ihren beiden Kindern und dem Mann aber in den Niederlanden. Auf ihrem Blog Lotte & Lieke schreibt sie, was sie dort so als Mom erlebt, außerdem hat sie ein Faible für schönes Design, DIY und schicke Mode.

Unser Blog-Liebling: Sarah kommt eigentlich aus dem Ruhrpott, lebt mit ihren beiden Kindern und dem Mann aber in den Niederlanden. Auf ihrem Blog Lotte & Lieke schreibt sie, was sie dort so als Mom erlebt, außerdem hat sie ein Faible für schönes Design, DIY und schicke Mode.

Dann fällt der Blick auf den Bauch. Sechs Wochen ist es jetzt her, dass mein zweites Baby zur Welt kam. Ich betrachte die Linea Negra und frage mich, wann sie wohl verschwindet. Der Bauch ist immer noch weich und wabbelig. Auch wenn die Haut straff ist, hängt er ein bisschen runter. Ich halte die Luft an und ziehe meinen Bauch ein.

Und dann stehe ich vor dem Spiegel, kerzengerade, mit Entenhintern und traue mich nicht auszuatmen.

Dann bemerke ich mein Doppelkinn und muss mir zwangsläufig eingestehen: das sind nicht nur die Schwangerschaftspfunde.

"Mamaaaaa!"

Ich lasse die Luft wieder aus mir heraus und werfe mich deprimiert in meinen Bikini. Ich hätte mir wirklich einen Badeanzug kaufen sollen. Am besten in schwarz.

"Mamaaaa!" höre ich Lotti ein weiteres Mal rufen. Ich schmeiße mein über und nehme die Strandtasche. Als ich aus dem Wohnmobil heraus komme, drückt mir meine Mama mein 6 Wochen altes Baby in die Hand und wir machen uns auf zum Pool des Campingplatzes.

Mama schwitzt auf der Sonnenliege

Ich liege den halben Tag auf der Sonnenliege, auf mir das schlafende Baby. Immer im Blick mein quirliges Kleinkind, das mit sich selbst spielt. 

Liebe Mutter am Pool: Bitte verstecke deinen Körper nicht!

Obwohl ich im Schatten liege, ist mir warm. Das Kleid ist mir an den Schenkeln etwas hochgerutscht, sodass man die Dellen beim Liegen etwas sehen kann. Ich schiebe das Kleid wieder herunter und rücke mich noch einmal zurecht.

Nach einer Weile fällt mein Blick auf eine Mutter mit ihrer Tochter. Sie sitzen beide am Rand des Kinderschwimmbeckens. Die wohlgerundete Mama ebenfalls in einem langen Strandkleid.

Liebevoll streicht sie ihrer Tochter das Haar zur Seite und sie schauen sich das Treiben im Kinderbecken an. Lotte spielt mit ihrem aufblasbaren Tier nur ein paar Meter neben ihnen.

Das Kleid ausziehen? Auf keinen Fall!

Die Tochter rutscht von dem Schoß ihrer Mama und gleitet wie ein Aal ins blaue Wasser. Sie hüpft lachend im Pool herum und hat sichtlich Spaß. Sie dreht sich zu ihrer Mama um und sagt etwas zu ihr. Ich spreche kein Spanisch und so verstehe ich nicht, was sie sagt. Ihre Geste aber zeigt, dass sie die Mama auffordert, zu ihr ins Becken zu kommen. Die Mutter schüttelt den Kopf und zeigt auf ihr Kleid.

Die Tochter versucht, ihre Mama zu überreden. Immer wieder wedelt sie mit ihrer Hand zu sich und setzt einen flehenden Blick auf. Aber die Mama bleibt vehement und verweist immer wieder darauf, dass sie ja ein Kleid trägt. Enttäuscht dreht sich die Tochter um.

Nach einiger Zeit ruft Lotte meinen Namen. Ich stehe mit Baby auf dem Arm auf und frage sie, was sie möchte.
"Du kommst auch Wasser, Mami?" Ich sehe an mir herab. Ich trage immer noch das Kleid. Das Baby nimmt meine Mama sicher gern.

Aber ich fühle mich so unwohl ohne das Kleid. Hätte ich doch einen Badeanzug gekauft, sage ich mir wieder.

Lotte bemerkt mein Zögern und wirft ein "Bitte, bitte!" hinterher. Ich seufze.

Ich will nicht die Mama mit dem Kleid am Pool sein, die sich so unwohl fühlt. So unwohl, dass sie lieber ihren Schutzpanzer anbehält und somit auf spaßige Wasserspielchen mit ihrer Tochter, Qualitytime, verzichtet.

Ich will nicht die Mama sein, die jedes Foto von sich löscht, weil sie es grauenhaft findet.

Ich will nicht die Mama sein, die stocksteif vor dem Spiegel steht und sich 6 Wochen nach der Geburt nicht ansehen mag.

Ich will nicht die Mama sein, die abfällige Bemerkungen über sich macht, ihrer Tochter aber Selbstbewusstsein und Selbstwert vermitteln will.

Ich will aber auch nicht die Mama sein, die immer nur Salate isst und sich bei jeder Kalorie zu viel, schlecht fühlt.

Und will auch nicht die Mama sein, deren Schenkel beim Laufen in einem Kleid aneinander reiben, so dass es weh tut.

Kann ich mich akzeptieren, aber zeitgleich etwas an mir ändern wollen?

"Komm jetzt, Mama! Das Wasser ist so schön!". Ich muss laut lachen, weil mir wieder einmal auffällt, wie gut sie sich ausdrücken kann, wenn sie etwas haben will.

Ich drücke meiner Mama das schlafende Baby in die Hand, streife mein Kleid ab und watschle mit quietschenden Badeschlappen Richtung Lotte. Sie freut sich so sehr, dass sie gluckst vor Lachen.

Ich setze den Fuß ins Wasser und halte die Luft an. Mein Bauch zieht sich nach innen und ich sehe an ihm vorbei, weiter hinunter zu meinen Füßen. "Das Wasser ist kalt, Mama?" Ich atme wieder aus und lache. "Ja, Lotti das Wasser ist echt kalt. Wir müssen uns bewegen." Ich packe sie und werfe sie in die Luft. Das Wasser spritzt und wir lachen.

Nach einiger Zeit schaue ich sie an: "Sollen wir zur Oma gehen und einen Keks essen?" Natürlich. Wir werfen uns die Handtücher um, jeder mit einem Keks in der Hand. Sie kuschelt sich an mich und legt ihren nassen Kopf auf meinen Bauch. Huh ist das kalt. Ich ziehe den Bauch ein. "Mama, du machst den Bauch wieder groß? Das ist so weich!"

Liebe Mutter am Pool: Bitte verstecke deinen Körper nicht!

Ja, denke ich missmutig, der ist total weich. Sie schmiegt sich an mich und macht die Augen zu. Während ich ihr den Kopf streichle, schläft sie ein. Auf meinem weichen Bauch. In dem vor ein paar Wochen noch ihre kleine Schwester wohnte.

Text (leicht gekürzt) von Sarah Lojewski, ursprünglich erschienen auf lotte-lieke.com


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