Und täglich grüßt das Muttertier

Aufstehen, Anziehen, Essen, Zähneputzen und immer diese Trödelei: Ein Morgen mit Kindern ist eine harte Probe für unsere Geduld. MOM-Mitarbeiterin Alena Schröder hat ihren typischen Morgen-Monolog protokolliert - der zeigt: Nachgeben ist auch eine Lösung.

Oh ... was ... ihr seid schon wach? Okay, wartet, ich steh auf. Aua, bitte nicht auf mich draufspringen, ich komm ja schon. Lasst den Papa mal schlafen. Kommt in die Küche. Was wollt ihr frühstücken? Hallo? Was wollt ihr frühstücken? Müsli oder Brot? Müsli? Brot? Kommt, Kinder, entscheidet euch. Gut, wenn ihr nichts sagt, dann mach ich euch Brot. Mit Marmelade oder Honig? Hallo? Doch Müsli. Okay, dann eben Müsli.

Die sind genau gleich groß, die Schalen, ihr müsst euch nicht streiten. Doch, die sind genau gleich groß. Ihr habt beide genau gleich viel Müsli drin, versprochen. Das reicht, das esst ihr doch im Leben nicht auf. Gestern durftest du zuerst die Milch eingießen, heute ist dein Bruder dran. Hör auf zu schreien. So, vorsichtig mit der Milch, Schatz. Das reicht. Das reicht! Das ist genug Milch! Stopp! Warte, ich hole einen Lappen. Wollt ihr Kakao? Okay, aber ich mach das Pulver rein. ICH mach das Pulver rein. Okay, dann eben ihr. Einen Löffel Kakao. EINEN! Okay, dann eben zwei. Esst bitte euer Müsli. Setzt euch mal richtig hin. Wie habt ihr geschlafen? Habt ihr was Schönes geträumt? Nein? Wie, ihr seid schon satt? Nix da, ihr wolltet doch die ganze Schüssel voll Müsli. Hey, kommt, jeder noch drei Löffel. Jeden Morgen das Gleiche, das ist doch Verschwendung. Doch. Die Kinder in haben ... Ach, vergesst es.

Ja, steht auf, geht spielen, ich trink noch eben meinen Kaffee. Hey, nicht streiten, bitte! Hört auf zu schreien! Ist mir egal, wer angefangen hat. Vertragt euch. Okay, dann eben nicht, spielt einfach getrennt. Ich will nur eben schnell in Ruhe meinen Kaffee ...

Kacki machen? Jetzt? Okay, komm schnell. Bist du fertig? Bist du jetzt fertig? Schatz? Bist du fertig? Kommt noch mehr? Fertig? Gut, toll gemacht. Jetzt Hände waschen. Doch, Hände waschen. Hol mal deinen Bruder und dann putzen wir Zähne. Jungs, Zähne putzen. Kommt ihr bitte? Hallo? Doch, Zähne putzen, jetzt. Ich mach euch die Zahnpasta drauf. ICH mach das. Okay, ihr macht das. Das reicht. Das reicht! Das ist genug Zahnpasta. Stopp! Richtig putzen, nicht nur die Zahnpasta ablutschen. Oben und unten. Mund auf, ich putze nach. Mund auf! Weit auf! Komm Schatz, mach den Mund auf. Mund auf jetzt, sonst gibt es später kein Eis! Ausspülen, bitte. Doch, ausspülen! Lass das stehen, Schatz, das ist mein Make-up. Lass es stehen. Nicht aufmachen. Nicht da draufdrücken. Finger weg, verdammt noch mal!

So, ich zieh mich mal eben an, bitte streitet nicht in der Zwischenzeit. Kinder, bitte, nicht so laut. Nicht streiten. Wie, ihr habt Hunger? Wir haben doch gerade gefrühstückt. Und Zähne geputzt. Nein, es gibt jetzt nichts mehr. Es ist schon spät, wir müssen los. Bitte zieht euch an. Hallo? Habt ihr gehört? Wir müssen los. Anziehen. Bitte. Kommt ihr jetzt und zieht euch an? Kinder! Hier, ich hab euch alles bereitgelegt. Los, Schlafanzüge aus. Los jetzt, bitte, wir kommen zu spät. Und jetzt die Socken. Doch, frische Socken! Darum. Das Fußballtrikot hast du jetzt seit fünf Tagen an, das muss in die Wäsche. Doch. Komm, jetzt den Pulli, das kannst du allein. Dann such dir eben einen anderen Pulli aus, aber mach schnell. Hey, wo willst du hin? Anziehen! Jetzt! Hallo, habt ihr gehört? Wir müssen wirklich los. Und jetzt die Schuhe. Wo sind eure Schuhe? Schuhe anziehen. Doch! Dann geht ihr eben barfuß in die Kita. Nein, das war nur ein Scherz, ihr dürft nicht barfuß in die Kita. Zieht jetzt bitte die Schuhe an. Mach doch die Schnallen vorher auf, dann geht es leichter. Nicht den Sand auf den Boden kippen, Schatz. Hey, Schuhe anziehen, bitte. Nein, das kannst du schon super allein. Zieh sie jetzt an. Jetzt! Dann eben die Gummistiefel. Wo sind die? Suchst du sie bitte selbst?

Und jetzt Jacken anziehen. Hallo! Kinder! Jacken anziehen. Doch, es ist zu kalt ohne Jacke. Zieh sie bitte an. Jetzt. Hey, hiergeblieben! Das kannst du später fertigmalen, wir müssen los, zieh dir jetzt die Jacke an. Machst du sie bitte zu? Doch, es ist zu kalt sonst. Mach die Jacke zu. Mach! Die! Jacke! Zu! Darum.

Kommt ihr jetzt? Wir müssen los. Dann gehe ich jetzt eben allein. Tschüs, Kinder! Ich gehe! Wirklich. Ich bin schon aus der Tür. Nein, ihr dürft nicht allein zu Hause bleiben. Nein, ich gehe nicht wirklich ohne euch. Das war nur ein Scherz. Los jetzt! Kommt endlich! Darum! Weil ich es sage! Weil ich eure Mutter bin, verdammt noch mal!

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BRIGITTE MOM 03/2014 Text: Alena Schröder

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Kommentare (23)

Kommentare (23)

  • Anonymer User
    Anonymer User
    Oh je... hat die Autorin bei uns an der Tür gelauscht....?

    Ist es herrlich zu wissen, dass es auch noch andere Mütter gibt, die nicht perfekt sind, nicht immer konsequent sind, nicht ständig alles so richtig machen, wie "man" es in der Theorie macht, und deren Kinder dasselbe tun wie meine: nerven, quengeln, trödeln...alles nur nicht zuhören (außer, man flüstert, dass man irgendwo Schokolade versteckt hat, die die Kinder nicht finden sollen!)
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Ich versteh die heiße Diskussion um die 19. Jhd Mütter und die Chaos Mütter nicht. Gibt ja auch Väter, die morgens nicht liegen bleiben dürfen ;-) es besteht übrigens die Möglichkeit, die Kinder abends mitbestimmen zu lassen. Unsere Kinder legen sich abends ihre Klamotten mit oder ohne uns raus und zwar seit sie zwei jahre alt sind. Sie werden auch abends gefragt, ob Müsli oder brot. Mein Mann richtet dann abends bereits für das Frühstück alles vor (natürlich schmiert er noch nicht die Brote;-) wir stehen unter der Woche grundsätzlich vor den Kindern auf und während einer duscht und die Kinder weckt, läuft der Kaffee und die Brotzeit werden gefüllt. Klingt schrecklich spießig und nach Trott und ich hab anfangs sehr über meinen Mann gelacht, wenn er abends die Kaffeetassen rausholt. Aber seit 7 Jahren hab ich manchmal das Gefühl unsere Kinder wären die einzigen die gemeinsam am Tisch sitzend frühstücken also wochentags!UND klar auch bei uns gibt es Tage das ist de
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Wenn ich morgens so mit meinen 4 Kindern (8-12 J) kommunizieren würde, hätte ich nach 15 Minuten einen Infarkt. Für einen reibungslosen Ablauf stehen schon im ersten Absatz 2 Kardinalfehler. Ich frage meine Kinder nicht, was sie essen wollen, das ist schon seit Jahren ritualisiert. Und zum 2. frage ich nicht mehrmals, Kinder sollten verstanden haben, dass sie einem Gesprächspartner ihre Aufmerksamkeit zuwenden, bzw. als Erwachsener sichere ich mir diese bevor ich die Frage an sie richte.

    Sry, aber ich sehe in diesem Aufsatz typisches erzieherisches Fehlverhalten, das ich leider viel zu oft in der Realität sehe, als dass ich ihn lustig finden könnte.
  • Anonymer User
    Anonymer User


    Das bin doch ICH

    Sehr schön, ich lach mich schlapp!
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Sehr gut. :) Grüße, Nic aka Nico auf www.papamithut.de

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