Endlich Schulkind? Warum ich mir Sorgen um mein sensibles Kind mache

Bloggerin Barbara freut sich, dass ihr Sohn nun ein Schulkind ist. Aber sie macht sich auch Sorgen. Denn ihrer Ansicht nach geht die Schule zu wenig auf sensible Kinder wie ihren Jungen ein.

Unser Blog-Liebling: Hinter HAMMAmama steckt Barbara, eine Frau mit zwei Kindern, einem Mann und ganz viel Liebe, die in ihren Texten in jedem Wort zu stecken scheint. Wer sich auf ihrem Blog festliest, fühlt sich danach gleich viel wärmer und aufgeladen - wirklich eine Hamma Mama! 

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Seit gestern haben wir ein Schulkind. Unser Sohn hat die Einschulungsfeier und den ersten richtigen Schultag gut gemeistert und ich habe es geschafft, keine Tränen zu vergießen und ihn ziehen zu lassen. Aufrecht und sehr sehr stolz. Darauf, dass er sich bei der Feier zu den anderen Kindern gesetzt hat und am ersten Schultag mit seiner Lehrerin in die Klasse gegangen ist, ohne sich an mir festzuklammern.

Mein Sohn ist ein sehr sensibles Kind, eines das auf Gefühle achtgibt, das gerne für sich ist, sich in seine wunderbaren Fantasiewelten zurückzieht. Wettbewerb und Raufen gehören zu einem Jungenleben irgendwie wohl immer dazu, aber allzu oft hält er sich nicht in dieser Welt auf.

Eine Welt voller Phantasie und Kreativität

Lieber geht er den Dingen auf den Grund, vertieft sich in Gedanken und Experimente, erforscht die Welt und wie sie funktioniert. Oder er verbringt einen halben Nachmittag damit, sich ganze Parallelwelten auszudenken. Bis ins kleinste Detail wird alles festgelegt. Alle Mitglieder seiner imaginären Familie haben einen Namen, ein Alter und einen Beruf.

Er ist ein phantasievoller, sanfter Junge, der ungern im Mittelpunkt steht. Er braucht viel Nähe zu uns, kann aber auch viel Zeit mit sich selbst verbringen. Er spielt gerne mit seinen Freunden und sucht Kontakt zu ihnen, er hat aber auch nie ein Problem damit, mit sich selbst zufrieden zu sein. Seine Phantasie und Kreativität scheint schier grenzenlos.

"Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt." Albert Einstein

Nun ist er ein Schulkind und ich sehe der Sache mit gemischten Gefühlen entgegen. Ich denke, es wird ihm guttun, im Klassenverband zu lernen und all die Dinge, die ihn schon lange sehr interessieren, mit anderen Kindern im Austausch zu erfahren. Andererseits stehe ich unserem Schulsystem etwas skeptisch gegenüber. Denn unsere Schulen funktionieren bekanntlich immer noch nach dem alten preußischen Prinzip und dieses sieht eine Uniformierung aller Schüler vor.

Warum zählen nur Mathe und Naturwissenschaften?

Die vermeintlich (ge)wichtigen Fächer sind vor allem Mathe und Naturwissenschaften, alle anderen eher "weicher Kokolores". In der Berufswelt zählt ein Banker mehr als ein Bäcker, ein Kaufmann mehr als ein Künstler, ein Elektroingenieur mehr als ein Erzieher. Mir gefällt das nicht.

"Jeder ist ein Genie. Aber wenn du einen Fisch danach beurteilst, ob er auf einen Baum klettern kann, wird er sein ganzes Leben lang denken, er sei dumm." Albert Einstein 

Ich denke, jeder Einzelne von uns hat seine individuellen Gaben und Talente, und keines dieser Talente sollte mehr oder weniger wert sein als eines der anderen. Besonders Kinder wie mein Sohn, die sehr autonom und kreativ sind, fallen da schnell aus dem Raster.

Mir geht es gar nicht darum, meinen Sohn auf eine Negativschiene zu beweinen, auf der er noch gar nicht gelandet ist. Denn vielleicht wird er ja ein Mathe-Ass oder – was bei seinen jetzigen Interessen wahrscheinlich ist – ein guter Schüler in den Naturwissenschaften. Und ist damit auf der "sicheren Seite" in unserer Gesellschaft und ihrer Berufswelt.

Ich wünsche mir, dass sich alle Kinder frei entfalten können

Aber ich wünsche mir für meine und alle Kinder, dass sie sie selbst sein können, ohne fürchten zu müssen, dadurch weniger wert zu sein, ganz egal was sie gut können oder eben nicht. Dass sie ihre Vorlieben und Talente pflegen und hegen können und sich frei entfalten können. Dass sie nicht gezwungen werden, sich unnötig Dingen widmen zu müssen, die von der Gesellschaft und vom Schulsystem als wertvoller als ihre ureigenen Interessen angesehen werden. Und dass sie letztlich Respekt lernen gegenüber Anderen, die anders sind als sie.

"Versuche nicht, ein erfolgreicher, sondern ein wertvoller Mensch zu werden" Albert Einstein

Mir behagt es nicht, dass unsere Kinder mit dem Eintritt in die Schule eine Welt des Leistungsdrucks betreten. Es mag klein anfangen, aber es spielt von Anfang an eine Rolle. Sie werden benotet dafür, wie gut sie Informationen abspeichern und ohne jegliche Kreativität wiederkäuen können. Und diese Noten entscheiden dann über ihren weiteren Weg und über ihre Stellung in der Rangordnung unserer Gesellschaft.

Ich wünsche mir, dass meine Kinder lernen, dass jeder Mensch wertvoll ist, völlig unabhängig von seinen Talenten, seinen Noten, seinem Beruf und seinem Einkommen. Insofern widerspreche ich dem klugen Herrn Einstein, aber ich denke im Kern meinen wir das Gleiche. Respekt, Mitgefühl und Toleranz sollten unser Kompass sein.

Ich hoffe sehr, dass mein Sohn hauptsächlich das aus der Schule mitnimmt.
Barbara

Text von Barbara Mazurek, ursprünglich erschienen auf ihrem Blog Hammamama.blog

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