"Du warst kein Wunschkind": Was dieser Satz mit einem Kind macht

trauriges Mädchen

Was macht es mit einem Kind, wenn es erfährt, dass es nicht gewollt war? Bloggerin Tina weiß es aus eigener Erfahrung - und warnt andere Eltern.

Unser Blog-Liebling: Vorsicht, dieses Blog von Tina (zwei Kinder, die beim Vater leben) geht in die Tiefe. Oberflächliches Geplänkel über den Lifestyle mit Baby findet ihr auf WerdenundSein nicht - dafür viel echtes Gefühl, kluge Gedanken und einen Menschen, der wirklich reflektiert - über sich und das Leben. Lesenswert!

Unser Blog-Liebling: Vorsicht, dieses Blog von Tina (zwei Kinder, die beim Vater leben) geht in die Tiefe. Oberflächliches Geplänkel über den Lifestyle mit Baby findet ihr auf WerdenundSein nicht - dafür viel echtes Gefühl, kluge Gedanken und einen Menschen, der wirklich reflektiert - über sich und das Leben. Lesenswert!

Ich bin kein Wunschkind – meine Mutter wollte mich nicht. Sie erzählte mir, dass sie mich abtreiben lassen wollte, da war ich irgendwas zwischen 12 und 15. Sie meinte das nicht böse, wir verstanden uns gut und sie dachte wohl, dass man "sowas" doch erzählen kann. Meine Geschwister hätten sie überzeugt, mich zu bekommen und mein Eindruck ist es heute noch, dass sie dafür verantwortlich sind, dass es mich schlussendlich gibt.

Mein Vater, zu dem ich mit 30 Jahren ersten tieferen Kontakt hatte, fragte mich einmal:

"Weißt du, dass deine Mutter dich abtreiben lassen wollte?"

"Ja," sagte ich, "sie hat es mir erzählt, aber ich denke nicht, dass man dies tun sollte!"

Er seufzte und klagte an: "Tss, das erzählt man ja auch keinem Kind!"

Das vergiftende Gefühl, kein Wunsch-Mensch zu sein

Als ich 6 Jahre alt war, wurde meiner Mutter vom Jugendamt das Sorgerecht für mich für immer entzogen. Ich wechselte übergangslos in eine Pflegefamilie und hatte damit sehr großes Glück.

Mir geht es heute gut. Dennoch: Das Gefühl, kein Wunschkind, kein Wunsch-Mensch, nicht ge- und erwünscht zu sein, schleicht sich in schlechten Momenten immer wieder in mein Herz und als Gedanken in meinen Kopf. Das vergiftet und man kann darin wunderbar ertrinken. Deshalb verlangt es mir immer wieder viel Kraft ab, das nicht zuzulassen.

In dem Buch "Hallo, Mister Gott, hier spricht Anna" von Fynn erklärt die fünfjährige Anna ihre Sicht auf Gott:

"Fynn, du hast mich lieber als irgendwer sonst, und ich hab dich auch lieber als irgendwer sonst. Aber mit Mister Gott ist das anders. Siehst du, Fynn. Leute lieben von außen rein, und sie können von außen küssen, aber Mister Gott liebt dich innen drin und kann dich von innen küssen, darum isses anders."

Jeder von uns will gewünscht sein

Ob man nun an Gott glaubt oder nicht: In jedem von uns, ganz tief drin, will jeder gewünscht und erwünscht sein und geliebt werden – das ist existenziell. "Die Leute lieben nur von außen rein", das ist schön – für den Moment – aber es reicht nicht. Es muss von innen kommen, nur dann verankert es.

Die Kinder kommen mit dieser Grundausstattung bereits auf die Welt. Sie haben noch dieses Urvertrauen zu sich und uns. Ich bin mir sicher, wenn wir es schaffen, in unseren Kindern diese innere und vor allem eigene Liebe zu erhalten, dann ist das die beste Seelen-Lebensversicherung, die wir für unsere Kinder abschließen können.

Erzählt es euren Kindern nicht - egal, wie alt sie sind

Deshalb bitte ich euch: Erzählt es euren Kindern nicht, wenn ihr überlegt habt, sie nicht zu bekommen. Nicht, wenn sie 12 sind, auch nicht, wenn sie 30 sind. Es sind immer eure Kinder. Auch mit 30. Erzählt ihnen, wie froh ihr seid, dass sie da sind. Und den restlichen Teil erzählt einer Freundin, der eigenen Mutter, dem Lebensgefährten oder irgendwem. Aber niemals euren Kindern.

Text von Tina, ursprünglich erschienen auf ihrem Blog WerdenundSein.

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