10 Fehler, die Teenager-Eltern immer wieder machen

Erziehung Pubertät

Bewerten, bevormunden, bestrafen? Nein, besser nicht, liebe Eltern.

Die Erziehung von Teenagern fühlt sich manchmal an wie ein Minenfeld. Ein unbedachtes Wort und schon explodiert das pubertierende Kind, das eben noch so ein süßer Fratz war. Besonders anschaulich beschreibt das Jan Weiler in seinem Bestseller "Das Pubertier", der am 6. Juli als Verfilmung ins Kino kommt.

Aber wie vermeiden wir, dass die Lage zu Hause eskaliert und wie bleiben wir mit dem Teenager im Gespräch? Felicitas Römer, Systemische Paar- und Familientherapeutin, Familiencoach und Autorin ("Mama, chill mal – und trotzdem gut drauf", Patmos Verlag 2014) hat ein paar gute Tipps für euch:

10 No-Gos im Umgang mit Teenagern

  1. Halte deinem Kind keine verklärten "In meiner Jugend war alles besser"-Reden. Stimmt erstens nicht. Und zweitens bringt das deinen Teenager höchstens auf die Palme oder zum Gähnen.
  2. Mäkele nicht am Outfit deines Teenagers herum. Okay, durchsichtiges Top und Netzstrumpfhose in der Schule müssen nicht unbedingt sein. Ansonsten gilt aber: neue Jugend, neue Styles. Das muss so!
  3. Ein Teenager hasst es, wenn er wie ein Kleinkind behandelt wird. "Pass auf, wenn du über die Straße gehst!" oder "Iss bitte dein Butterbrot auf, Liebes." - Der genervte Blick des Pubertierenden ist dir garantiert!
  4. Jugendliche legen sich mit ihren Eltern an, um sich von ihnen zu emanzipieren. Mum und Dad sind jetzt einfach nicht mehr die Coolsten. Teenager kapieren, dass wir auch nur ganz normale Menschen sind. Dass wir zwar Macken haben, leider aber nicht immer Recht. Damit konfrontiert zu werden, macht nicht wirklich Spaß. Aber hey: Nimm es lieber mit Humor, statt dich beleidigt zurückzuziehen. Kommt a) cooler rüber und ist b) besser für die Beziehung zu deinem Kind.
  5. Dein Teenager ist launisch, zickig, unordentlich? Normal. Das Gehirn gleicht einer Großbaustelle, die Hormone sorgen für emotionale Achterbahnfahrten, Eltern und Schule nerven. Wer könnte da schon gelassen bleiben? Unterstelle dem Teenager also bitte keine bösen Absichten. Er macht das nicht, um dich zu ärgern. Sondern weil er da jetzt einfach durch muss. Und du musst da mit.
  6. Nein: Du und dein Teenager, ihr keine "best friends" - und ihr solltet es auch nicht sein. Es geht jetzt darum, sich auf liebevolle Weise voneinander abzugrenzen. Peer groups und Homies sind deinem Teenager jetzt wichtiger. Dein Job ist es, präsent zu sein. Und bitte auch mal peinlich.
  7. Im Tagebuch des Teenies blättern, seinen Chatverlauf durchscrollen oder ohne anzuklopfen ins Jugendzimmer stapfen? Geht gar nicht! Der Teenager hat ein Recht auf seine Intim- und Privatsphäre. Und seine Geheimnisse sind bei der Freundin oder dem Freund jetzt auch viel besser aufgehoben.
  8. Schimpfen, drohen und bestrafen? Ist in der Erziehung ohnehin meistens wenig hilfreich, in der Pubertät jedoch absolut kontraproduktiv. Deine Dominanz schrumpft nun sowieso. Und das ist gut so. Viel besser als Macht über den Teenager zu haben, ist in Beziehung mit ihm zu sein.
  9. Auch Bevormundung ist jetzt tabu. Ein Vater, der über seinen Teenager hinweg entscheidet, und eine Mutter, die immer weiß, was für den Kleinen das Richtige ist, machen es der Familie unnötig schwer. Jugendliche müssen lernen, Verantwortung für sich zu übernehmen und eigene Entscheidungen zu treffen. Dafür brauchen sie viel, sehr viel Übung. Und immer mehr Freiraum.
  10. Du magst es gerne harmonisch und gehst Streit oft aus dem Weg? Schade. Denn dein Teenager reibt sich gerne und braucht dich dafür als Sparringpartner. Auch wenn es manchmal Kraft kostet: Gehe Konflikte an und lasse ab und zu die Fetzen fliegen. Wer immer lieb ist, ist nur zu faul zum Streiten.

Filmtipp: "Das Pubertier" (ab 6. Juli 2017 im Kino)

Was man sonst noch über die Teenager-Erziehung (und ihr Scheitern) wissen sollte, erfahrt ihr auch in dem sehr unterhaltsamen Film "Das Pubertier" - u.a. mit Jan Josef Liefers, Heike Makatsch, Detlef Buck, nach dem Bestseller von Jan Weiler. 

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