So solltest du mit deinem Kind über Übergewicht reden

Waage Kind

Fat-shaming gibt es nur auf Instagram? Falsch. Auch in Familien kann das Thema Übergewicht zu Dauerdruck und lebenslangen Essstörungen führen. 

Alle Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder ein entspanntes Verhältnis zu ihrem Körper haben - und gleichzeitig gesund leben.

Aber wie erreicht man das? In einer Welt, in der an jeder Ecke eine Eisdiele oder ein Fast-Food- locken? In einer Welt, die gepflastert ist mit Werbebildern dünner Menschen? In einer Welt, die ständig signalisiert, dass Schönheit eng mit Erfolg und Beliebtheit verknüpft ist?

Viele Eltern fürchten sich davor, dass ihr Kind sich in diesem Spannungsfeld verliert und entwickeln könnte - schließlich sind sie in unserer Gesellschaft auf dem Vormarsch. Am häufigsten sind sie in der Altersgruppe der 13- bis 18-Jährigen: 2,4 Prozent der Mädchen sind laut einer Studie von Magersucht, Esssucht oder Bulimie betroffen, bei den Jungen sind es 0,9 Prozent. 

Die Angst vor Pfunden wird aufs Kind übertragen

Gleichzeitig können sich die Eltern selbst kaum dem Schlankheitswahn unserer Gesellschaft entziehen: Nicht nur "" bedroht das Körperbild von Mädchen - oft sind es die eigenen Mütter. Sie haben vielleicht ein gestörtes Verhältnis zum Essen und übertragen diese auf das eigene Kind.

"Ich wollte immer vermeiden, dass ich mal dicke Kinder habe", sagte neulich die 65-jährige (sehr schlanke) Mutter einer Kollegin. Zu groß war ihre Angst, dass ihre Kinder diese Pfunde nie wieder loswerden und ihr Leben lang unter dem Übergewicht leiden könnten. Entsprechend streng achtete diese Frau auf die Mahlzeiten ihrer Kinder – und kommentierte kritisch jedes kleine Speckröllchen.

Der vielleicht ursprünglich gut gemeinte Körper-Drill ging nach hinten los: Ihre Tochter gibt heute zu, dass sie besonders in der Pubertät darunter litt und ständig mit einem schlechten Gewissen herumlief. Noch heute stellt sie sich nicht entspannt auf die Waage. 

Fat-shaming in den eigenen vier Wänden

Auch wenn es nicht alle so offen aussprechen wie die genannte Frau – in sehr vielen Familien beäugen gerade die Mütter kritisch die Körper ihrer Kinder und setzen sie damit unter Druck.

"Fat-shaming ist in den Sozialen Netzwerken ein großes Thema, aber mir passierte es in den eigenen vier Wänden, zuhause in meiner Familie. Und es hat meine ganze Kindheit infiziert", schreibt auch Donna Freydkin in ihrem Text auf Refinery29.

Die Folge solchen Drucks kann sein, dass die Kinder heimlich ungesunde Sachen essen und einen Hass auf den Körper entwickeln. Ein lebenslanger Frust ist vorprogrammiert.

Gesunde Ernährung beibringen – ohne Druck

Wie schafft man es aber, die Kinder gut durch die Phase der körperlichen Unsicherheit zu leiten und ihnen gleichzeitig beizubringen, gesund und maßvoll zu essen?

Diese Tipps von Ernährungs- und Erziehungsexperten können euch dabei helfen:

  1. Akzeptiert euch selbst! Wie soll man den eigenen Körper akzeptieren und lieben lernen, wenn die eigene Mutter ständig an ihrem Körper ständig herumkrittelt? Wenn sie sich nicht traut, im Bikini baden zu gehen, weil sie angeblich zu dick sei? Wenn sie selbst unglücklich am Esstisch sitzt, weil sie sich mal wieder jeden Genuss verboten hat? Wir sind die wichtigsten Vorbilder unserer Kinder, also müssen wir bei uns anfangen und vorleben, wie man entspannt mit dem eigenen Körper umgeht.
  2. Achtet auf eure Sprache! Zum Vorleben gehört auch, dass man keine typischen Fat-shaming-Vokabeln verwendet. Sprecht nicht von eurer Wampe, nennt euer Kind lieber nicht "Moppelchen", auch wenn es noch so liebevoll gemeint ist. Und vor allem redet auch nicht über Dritte und ihre Körper abwertend. Wenn ihr euch gegenüber euren Kindern über eine übergewichtige Frau auf der Straße lustig macht, bringt ihr eure Kinder erst auf die Idee, dass mehr Gewicht auch weniger Akzeptanz bedeuten könnte.
  3. Macht die Gesundheit zum Thema, nicht das Äußere. Warum essen wir? Weil es Spaß macht – aber auch damit unser Körper rund läuft und damit es uns gutgeht. Das sollte im Fokus stehen, wenn ihr Kinder über Ernährung aufklärt. Zu viel Zucker ist nicht deshalb schlecht, weil er einen dicken Po macht – sondern weil er uns krank macht. Ihr geht morgens joggen, weil es euch gut tut – nicht, um endlich wieder in den Minirock zu passen.

Diese drei Tipps zeigen, dass es oft nur Nuancen sind, die den Unterschied machen, aber dieser Unterschied kann sehr langfristige Folgen für die Kinder haben. Die gute Nachricht ist, dass ihr es selbst in der Hand habt - und dass es eurem Selbstwertgefühl am Ende guttun wird.

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miro

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