Warum du dich von deinem Kind nie heimlich wegschleichen solltest

Kind Eltern heimlich weggehen

Eltern sollten sich immer von ihrem Kind verabschieden, wenn sie weggehen. Sonst kann das schlimme Folgen für das Kind haben, warnt Erziehungsexpertin Katja Seide.

Nicht ohne meine Mama! Fast alle Babys und Kleinkinder machen eine Phase durch, in der ihr liebster Ort Mamas Arm ist – am besten rund um die Uhr. Aber die muss eben auch Dinge erledigen, arbeiten gehen – oder braucht vielleicht auch einfach mal eine Pause. Die Übergabe des Kindes an die Erzieherin oder den Babysitter kann dann zur Qual für alle Beteiligten werden. Geschrei, Wut, traurige Krokodilstränen – wie gern würde man sich und dem Kind das ersparen!

Eine einfache Lösung des Problems scheint es da zu sein, einfach wegzugehen, wenn das Kind gerade abgelenkt ist. "Es spielt ja gerade so schön, wenn es gar nicht merkt, dass ich gehe, wird es mich auch nicht vermissen", denkt die Mutter oder der Vater und schleicht sich heimlich aus dem Raum.

Keine Tränen, kein Geschrei – alles gut also?

Nein, im Gegenteil. Katja Seide, Erziehungsexpertin und Co-Autorin des Bestsellers "Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn" (Beltz Verlag, 288 Seiten) erklärt, was in diesem Moment mit dem Kind passiert:

"Die plötzliche Abwesenheit der geliebten Eltern ist eine Art Schock für das Kind. Es sieht von seinem schönen Spiel auf und stellt mit Schrecken fest, dass seine Bindungspersonen wie vom Erdboden verschluckt sind. Das ist nicht nur unheimlich, sondern wirkt sich verheerend auf das zukünftige Sicherheitsgefühl des Kindes aus."

Laut Katja Seide könne daraus eine dauerhaft anhaltende Angst entstehen, von den Eltern getrennt zu werden – und das Kind wird sogar noch anhänglicher als zuvor.

"Es lernt nämlich daraus, dass es scheinbar immer und jederzeit möglich ist, dass die Eltern (und damit sein sicherer Hafen) verschwinden. Damit bleibt seine eigene Sicherheit unvorhersehbar, so, wie das Verschwinden der Eltern unvorhersehbar ist. Das Kind lebt in chronischer Furcht, dass 'es' wieder passieren könnte und tut sein Bestmögliches, das zu verhindern."

Klingt sehr nachvollziehbar, oder? Auch wenn die Erzieher oder anderen Aufpasser bei der Rückkehr sagen, dass das Kind sich schnell wieder beruhigt hätte – der Schock war doch da und sitzt tief. Und es kann sogar dafür sorgen, dass es künftig schon in Panik gerät, nur weil Mama mal kurz aufs Klo geht.

Darum ist es so wichtig, sich klar und deutlich vom Kind zu verabschieden. Am besten immer mit dem gleichen Worten oder Gesten (zum Beispiel "Tschüß!" und Winken). Es findet das dann zwar trotzdem doof. Aber es muss nicht mehr ununterbrochen damit rechnen, dass die Eltern spurlos verschwinden, sondern weiß, dass sie es nur tun, wenn das Abschiedssignal kommt.

Das gilt übrigens nicht nur für ganz kleine Kinder. Klare Ansagen sind immer wichtig - und ersparen euch und euren Kindern so manches Missverständnis.

Noch mehr Infos zu diesem Thema und was dabei genau im Gehirn passiert, erfahrt ihr auf dem Blog von Katja Seide und Daniella Graf: Gewuenschtestes-Wunschkind.de

Buchtipp: Was ihr schon immer über Trotzphasen wissen wolltet

Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten

 Schon mit ihrem Blog haben Danielle Graf und Katja Seide viele Fans gewonnen. Nun gibt es ihre tollen Erziehungstipps und Infos zur Kindesentwicklung auch als gedruckten Ratgeber: In  "Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn - Der entpannte Weg durch Trotzphasen" räumen sie manchem Mythos ums störrische Kind auf, erklären verständlich, was da eigentlich im kindlichen Gehirn passiert, und warum Eltern ihre Kinder so oft unbewusst überfordern. Augenöffnend!

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