Papa im Tief: Postnatale Depression trifft auch Männer

Postnatale Depression Männer

Eine Studie zeigt, dass auch Väter nach der Geburt an einer Postnatalen Depression erkranken können – mit erstaunlichem Effekt für die Partnerin.

"Was ist nur mit mir los? Wo bleibt die Freude über das Kind? Warum kann ich nicht mehr schlafen? Wo ist meine Energie?"

Diese Fragen quälen viele Frauen nach der Geburt ihres Kindes. Lange war es ein Tabu, dass man als frisch gebackene Mutter nicht das blühende Leben ist, sondern unter Depressionen leidet. Zum Glück wird heute offener darüber gesprochen und den Betroffenen schneller geholfen.

Immer noch weitgehend unbekannt ist allerdings: Auch Männer können an Postnatalen Depressionen erkranken. Eine Studie hat das nun erstmals näher beleuchtet.

Schon während der Schwangerschaft sinkt der Testosteron-Spiegel

Forscher der University of Southern California haben in mehreren Studien junge Eltern untersucht. Dabei stellten die Forscher um Psychologin Darbe Saxe fest, dass bei allen Männern im Verlauf der Schwangerschaft der Testosteron-Spiegel sank. Und: Je geringer der Testosteron-Spiegel, desto eher berichteten die Männer von depressiven Verstimmungen. 

"Das passt zu anderen Studien, die eine Verbindung zwischen Testosteron und Depressionen sehen. Aber unsere ist die erste, die diese Verbindung besonders bei Vätern von Neugeborenen zeigt", so Darbe Saxe auf Psychologytoday.com. Das würde erklären, warum die Zeit nach der Geburt auch für Männer das Risiko berge, an einer Depression zu erkranken.

Erstaunlich: Hat der Mann eine Postnatale Depression, geht's den Frauen besser

Und wie geht es den Frauen der Männer mit Depressionen? Hier wurden die Forscher überrascht. Tatsächlich berichteten die Frauen seltener über depressive Verstimmungen, je stärker ihr Partner davon betroffen war.

Wie kann das sein?

Die Psychologen vermuten, dass es an der Qualität der Beziehung liegt. Denn: Frauen, deren Männer einen eher niedrigen Testosteron-Spiegel haben, bewerten ihre Beziehung tendenziell besser.

Wenig Testosteron ist gut für die Beziehung

"In anderen Worten: Einen Mann mit einem niedrigen Testosteron-Spiegel zu haben, könnte sich gut auf die Beziehung auswirken, was wiederum die Wahrscheinlichkeit verringert, dass die Frauen an Depressionen erkranken", sagte Darbe Saxe.

Es sei schon oft beobachtet worden, dass das Risiko für Postnatale Depressionen sinke, wenn die Frauen gut durch einen Partner unterstützt werden. Und das tun offenbar vor allem Männer, die nicht so sehr mit Testosteron vollgepumpt sind. 

Warum sinkt das Testosteron überhaupt?

Vermutlich liegt es mal wieder an der Evolution: Männer mit niedrigem Testosteron würden sich eben mehr um ihre Familie kümmern, so Darbe Saxe. Das täten Frau und Kind gut und sichere ihr Überleben.

Dass damit auch die Verstimmungen einhergehen, ist die unangenehme Seite davon. Und läge vielleicht auch daran, dass sie mehr involviert seien, so Saxe. "Es ist eben einfach eine harte, erschöpfende Arbeit, sich um ein Baby zu kümmern."

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miro

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