Bitterstoffe machen schlank

Sie schaffen es nicht, abzunehmen? Bitterstoffe in Endiviensalat oder grünem Tee machen satt und schlank.

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Boskop-Äpfel, Radicchio, ein gepflegtes Pils - ganz schön herbe Genüsse. Und nicht jedermanns Sache. Schade, meint der Würzburger Arzt und Medizinhistoriker Prof. Gundolf Keil, denn "würden wir mehr Bitterstoffe verzehren, hätten wir weniger Gewichtsprobleme". Tatsächlich belegen Untersuchungen: Bei Bitterem vergeht uns schneller der Appetit, und wir essen weniger. Außerdem sind gerade bitter schmeckende Nahrungsmittel häufig kalorienarm. Nur leider: Es gibt sie immer seltener, Züchter und Industrie entbittern, wo es nur geht, und machen den Rest mit Zucker, Süß- und Aromastoffen platt. Denn mild und lieblich mögen die meisten Menschen von Natur aus gern - und essen dann auch mehr. Ein Teufelskreis.

Natürliche Appetitbremse

Bitterstoffe sind Gifte, mit denen sich Gemüse, Früchte oder Salat vor Fraßfeinden schützen. Längst weiß man: Viele der Stoffe sind für uns richtig gesund, wirken gegen Bakterien, Krebs und Entzündungen, senken Cholesterin. Andere dagegen bekommen uns gar nicht: das Alpha-Tomatin in unreifen Tomaten oder das Solanin in grünen Kartoffeln. Unsere Zunge aber unterscheidet nicht zwischen "guten" und "bösen" Bitterstoffen. Sobald die Bitterrezeptoren Alarm schlagen, geht ans Gehirn das Signal: Stopp! Nicht weiteressen. Widerwillen kommt auf, und der Appetit ist weg. Ein Mechanismus, der sich ideal fürs Abnehmen nutzen lässt, zeigt eine Studie mit 520 übergewichtigen Frauen und Männern. Die Probanden erhielten drei Monate lang zur gewohnten Kost ein bitterstoffreiches Konzentrat aus Wildkräutern und verloren im Durchschnitt 4,1 Kilogramm. Weil sie weniger aßen.

Zugegeben, der Extrakt war richtig bitter. Doch auch Chicorée oder Rosenkohl können die Appetitbremse bei uns auslösen. Nur müssen wir wieder lernen, feine Bitternuancen zu schmecken.

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  • Text: Jörg Zittlau
    Foto: Corbis